Soziale Angebote in der Corona-Pandemie

Wie das Generationenhaus Kaufbeuren Ansprechpartner bleibt

Viele Angebote warten im Generationenhaus auf Besucher. Auch in der Corona-Pandemie wollen die Helfer ein Ort der Begegnung bleiben. Zum Beispiel per Telefon.

Viele Angebote warten im Generationenhaus auf Besucher. Auch in der Corona-Pandemie wollen die Helfer ein Ort der Begegnung bleiben. Zum Beispiel per Telefon.

Bild: Generationenhaus Kaufbeuren

Viele Angebote warten im Generationenhaus auf Besucher. Auch in der Corona-Pandemie wollen die Helfer ein Ort der Begegnung bleiben. Zum Beispiel per Telefon.

Bild: Generationenhaus Kaufbeuren

Das Generationenhaus Kaufbeuren bleibt ein Ort sozialen Miteinanders. Jeder ist willkommen, doch persönliche Begegnungen fehlen. Das Telefon dient als Ersatz.
01.02.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Kinder, Eltern und Großeltern unter einem Dach – früher war das ganz normal. Zwei oder gar drei Generationen lebten oft zusammen. Inzwischen sind solche Familien rar. Das Generationenhaus Kaufbeuren, das zu den bundesweit rund 500 Mehrgenerationenhäusern gehört, will ein Ersatz sein, Begegnungen schaffen und somit soziales Miteinander fördern.

Vielfalt an Angeboten

„Das Generationenhaus bietet eine Vielfalt an Angeboten und Themen“, erklärt Tayfun Aygün, Leiter der städtischen Abteilung Kaufbeuren-aktiv. Aktuell etwa geht es in Zeiten des Corona-Lockdowns vor allem ums Zuhören: Weil die bayerische Staatsregierung die Maßgabe „Daheim bleiben“ ausgegeben hat, sind die Telefone des Generationenhauses von Dienstag bis Freitag nachmittags von 14 bis 17 Uhr besetzt.

Wem der Kontakt beim Einkaufen fehlt, wer die Nachbarn nicht mehr zum Plausch treffen kann oder einfach nur einmal eine freundliche Stimme hören möchte, der klingelt unter der Nummer 08341/9086506 kurz an und erwartet dann den kostenfreien Rückruf. „Sich Zeit füreinander zu nehmen, ist gerade in diesen Wochen so wichtig“, weiß Angelika Lausser, Vorsitzende des Generationenhauses Kaufbeuren.

Sich gegenseitig zu helfen, also Helfer und Hilfesuchende zueinander zu bringen, ist ein wichtigel Ziel des Hauses. Jeder ist willkommen, unabhängig von Herkunft oder Alter. Doch auch im Generationenhaus mussten die Begegnungen reduziert werden. „Corona hat uns ein bisschen gebremst, umso mehr freuen wir uns aber auf die vielen Projekte im Jahr 2021“, erklärt Lausser.

Sprachrohr bleiben

Weiterhin will das Generationenhaus auch ein Sprachrohr für die sein, die sonst eher ungehört bleiben. Nicht umsonst ist ein internationaler Frauentreff einer der regelmäßigen Programmpunkte. Viele spannende Erlebnisse sind etwa beim regelmäßig stattfindenden „Treffpunkt Zeitreise“ zu hören. Zeitzeugen berichten dabei von wirklichem Geschehen. Fiktional wird es hingegen beim Vorlese-Treff, kulinarisch beim gemeinsamen Kochen.

Lesen Sie auch
Kaufbeuren

Lesen in Zeiten der Digitalisierung

Voller Vorfreude erwarten die Senioren ihre Besucher beim Café Kunterbunt, in dem die Allerkleinsten eingeladen sind, generationenübergreifend einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Alt und Jung machen sich Jahr für Jahr auch ans Werk, um pünktlich zu Halloween riesige Kürbisse auszuhöhlen und gruselige Gesichter zu schnitzen.

Das Mehrgenerationenhaus bietet zudem Projekte außerhalb an, etwa den Lesekoffer, mit dem ehrenamtliche Paten in Kitas oder Schulen die Leseförderung unterstützen. „Für unsere Veranstaltungen suchen wir immer auch ehrenamtliche Helfer, die Lust haben, sich zu engagieren,“ sagt Lausser. Wer mitmachen will, der solle keine Scheu haben, sich zu melden. Dabei sind auch neue Ideen herzlich willkommen.

Förderung geht weiter

Die Bundespolitik hat sich derweil klar zu den Mehrgenerationenhäusern bekannt und im Sommer 2020 entschieden, die finanzielle Förderung auch für die Zeit ab 2021 fortzusetzen. Die Förderperiode wurde sogar ausgeweitet, sie läuft nun acht Jahre lang und somit bis 2029. Das freut die Verantwortlichen, „denn der längere Zeitraum verspricht einfach mehr Planungssicherheit für langfristig angelegte Projekte“.

Lese Sie auch: "Kantine frisch & fair": In Kaufbeuren tischen Menschen mit Behinderung auf