Jetzt unter dem Dach des BRK

Wie die Nachbarschaftshilfe Kaufbeurer und Ostallgäuer unterstützt

Annelies Wittwer (2. von links) übergibt symbolisch die „Silberdistel“ an Renate Dantinger (2. von rechts), Sachgebietsleitung Pflege und Soziales im BRK Kreisverband Ostallgäu. Dahinter (von rechts): Annett Filser (BRK), Karin Klöck und Christine Schreier (beide Nachbarschaftshilfe).

Annelies Wittwer (2. von links) übergibt symbolisch die „Silberdistel“ an Renate Dantinger (2. von rechts), Sachgebietsleitung Pflege und Soziales im BRK Kreisverband Ostallgäu. Dahinter (von rechts): Annett Filser (BRK), Karin Klöck und Christine Schreier (beide Nachbarschaftshilfe).

Bild: Cornelia Müller

Annelies Wittwer (2. von links) übergibt symbolisch die „Silberdistel“ an Renate Dantinger (2. von rechts), Sachgebietsleitung Pflege und Soziales im BRK Kreisverband Ostallgäu. Dahinter (von rechts): Annett Filser (BRK), Karin Klöck und Christine Schreier (beide Nachbarschaftshilfe).

Bild: Cornelia Müller

1974 gründeten einige Frauen den Verein, jetzt gehört die Nachbarschaftshilfe zum BRK. Akteure betonen: "Wir sind weiterhin für Hilfesuchende da."
19.11.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Vor 47 Jahren gründeten einige tatkräftige Frauen den Verein „Nachbarschaftshilfe Kaufbeuren“. Mit dabei waren unter anderem Maria Ettl, Hedwig Trautmann und die ehemalige Stadträtin Brigitta Hofrichter.

Die Frauen hatten damals den großen Bedarf an zwischenmenschlicher Hilfe als Ergänzung zum bestehenden sozialen Netz erkannt. Denn im Jahr 1974 gab es weder Einrichtungen wie die Sozialstation noch eine Pflegeversicherung, die in Notlagen einspringen konnten.

Auf freiwilliger Basis, teils ehrenamtlich oder gegen eine Aufwandsentschädigung, haben seitdem zahlreiche Helferinnen und Helfer Menschen jeglichen Alters bei der Bewältigung des Alltags, Besuchsdiensten, bei Behördengängen, Arztbesuchen oder beim Umzug in ein Seniorenheim begleitet und unterstützt.

Hilfeleistungen haben über die Jahre zugenommen

„Die Inanspruchnahme unserer Hilfeleistungen hat von Jahr zu Jahr zugenommen“, erinnert sich Annelies Wittwer. Sie engagiert sich seit 1979 beim Nachbarschaftshilfe-Verein, zuletzt als Vorsitzende. Bei ihrer letzten Hauptversammlung vor Corona im Jahr 2019 berichtete sie von rund 39.000 geleisteten Stunden.

Das heißt: Pro Tag engagierten sich die Vereinsmitglieder fast 110 Stunden für hilfebedürftige Mitmenschen in Kaufbeuren und Umgebung.

Nachbarschaftshilfe muss neue rechtliche Standards erfüllen

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Ein Bedarf, der heute mehr denn je da ist. „Doch vieles in unserem Hilfesystem hat sich zwischenzeitlich verändert“, erklärt Renate Dantinger, Sachgebietsleitung Pflege und Soziales beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Ostallgäu. Wo früher Ehrenamtliche einfach die Ärmel hochkrempelte und halfen, seien heute rechtliche Standards und Anforderungen einzuhalten.

Um die wichtige Unterstützung dennoch weiterhin anbieten zu können, musste der Verein daher seine Rechtsform ändern. Er schlüpft deshalb zukünftig unter das Dach des Wohlfahrtsverbandes des BRK.

Diesen Schritt haben die Mitglieder bei der jüngsten Hauptversammlung beschlossen. „Wir bedauern, dass wir den Verein auflösen müssen. Aber wir vom Vorstand sind erleichtert, dass die Entscheidung von allen mitgetragen und einstimmig gefallen ist“, sagt Annelies Wittwer.

Sie dankte den 140 aktiven und 32 fördernden Mitgliedern, dass sie durch ihren persönlichen Einsatz über die vielen Jahre hinweg den guten Ruf des Vereins geprägt haben. Oberbürgermeister Stefan Bosse, der selbst dem Verein angehört, schloss sich dem Dank im Namen der Stadt an und zeigte sich froh darüber, „dass die wertvolle Unterstützungsarbeit unter dem neuen Dach weiter geht".

Mit dem Wechsel zum Kreisverband Ostallgäu betreten die Freiwilligen kein völliges Neuland. Denn über 30 Jahre war der Verein bereits ein Arbeitskreis des Roten Kreuzes.

Angebote für Hiflesuchende in Kaufbeuren und im Ostallgäu

„Auch wenn sich jetzt der Rahmen ändert, sind wir in Zukunft genauso für die Hilfesuchenden in den Landkreisgemeinden und Kaufbeuren da“, betont Wittwer ausdrücklich. Egal, ob es die junge schwangere Frau ist, die Unterstützung braucht, oder der ältere Mann, dem ein Helfer rechtzeitig zum Herbst die Ölkanne aus dem Keller holen wird.

Wer also Unterstützung benötigt, sich selbst in der Nachbarschaftshilfe engagieren möchte oder sich für eine Schulung interessiert, kann zukünftig mit der Fachstelle für pflegende Angehörige des BRK unter Telefon 08342-966943 oder per E-Mail aufnehmen.