Motorradsport

Zeit für das Podest - für die Brüder Banholzer

Max Banholzer

Max Banholzer

Bild: Banholzer Racing

Max Banholzer

Bild: Banholzer Racing

Peter und Max Banholzer treten bei der internationalen deutschen Meisterschaft im Supermoto an. Heuer sollen Podiumsplätze her.
29.09.2021 | Stand: 15:57 Uhr

Mit 140 Stundenkilometer frontal in die Strohballen – so endeten 2018 Peter Banholzers Ambitionen auf eine Top Drei-Platzierung in der Gesamtwertung der internationalen deutschen Meisterschaft (IDM) im Supermoto. Der Blonhofener fuhr die Saison zwar zu Ende, doch am Ende stand Platz sechs. Sein Bruder Max wurde achter und verbesserte sich damit trotz einiger Verletzungen. Heuer haben beide aber ein Ziel: die Top drei in Rennen, wenn möglich dort Siege und am besten auch noch die Top fünf in der Gesamtwertung. „Es wird Zeit für das Podest“, meint jedenfalls Peter.

Die Brüder fahren seit ihrer Kindheit Supermoto: Auf modifizierten Motocross-Maschinen mit kleinen Reifen und Slicks auf 70 Prozent Straße und 30 Prozent Offroad. Dabei räumten die beiden alle möglichen Titel in den Jugendklassen ab. Im Juniorenbereich fielen ihnen die Erfolge nicht in den Schoß, aber der 22-jährige Peter wurde in der österreichische Staatsmeisterschaft und im deutschen Pokal Vizemeister, der 19-jährige Max in den deutschen Nachwuchsklassen Meister (N2) und Vizemeister (S3). Beide fahren für das Team Hiemer (Leutkirch), trainieren beim AMC Kempten und sind inzwischen drei- (Peter) und zweifacher Vizemannschaftsweltmeister (Max) bei den Junioren. Doch bei den Erwachsenen weht der Wind noch rauer.

Seit 2016 fährt Peter in der IDM in der 450ccm-Klasse (S1). Mit den Rängen sechs, zehn und sechs kann er zufrieden sein, auch wenn vorige Saison der spektakuläre Sturz eine bessere Platzierung verhinderte. „Da war ich lange auf Platz vier oder fünf“, hadert er. Max hingegen nimmt es nüchtern. „Es ist schon gegangen“, resümiert er 2018. Dabei hatte er einige Verletzungen, insbesondere am Fuß, die ihn handicapte. Da musste er am Renntag in die Schuhe „und dann nicht mehr raus“, erzählt er. Dennoch verbesserte er sich in seinem zweiten Jahr von Rang neun auf acht.

Trotz über 15 Jahren im Rennsport halten die beiden immer noch zusammen – Kabbeleien inklusive. Einmal beschimpfte Max seinen Bruder am Start, als der nicht losfuhr: „Da hat er geschlafen“. Umgekehrt wurde Peter wütend, als ihn sein Bruder in einem Motocross-Rennen mit Dreck eindeckte. „In der nächsten Kurve habe ich ihm eine Schnalle vom Fuß gefahren“, sagt Peter grinsend. „Aber ansonsten helfen wir uns“, berichtet Max – sogar in Rennen, wenn sie beim Überholen sich gegenseitig die Spur freihalten. Da hat Peter auf jeden Fall Erfahrung, da er bei den Starts manchmal nur schwer in die Gänge kommt und Verfolgungsjagden startet. „Und so vorsichtig wie früher fahre ich nicht mehr“, erklärt der 22-Jährige zu seinem Fahrstil. Dabei ist die eher harte Tour Max’ Metier: „Er riskiert immer noch sehr viel“, beklagt seine Mutter Christina, „und dabei verletzt er sich oft“.

Dennoch ist die 51-Jährige mit den Karrieren ihrer beiden Söhne zufrieden. „Sie werden auch jedes Jahr noch besser“, erzählt sie. Christina lernte ihren Mann Ralf auf der Rennstrecke kennen – beide fuhren im Nachwuchspokal Straßenrennen. Insofern haben die Eltern nicht nur Verständnis für das teure Hobby ihre Kinder, sondern unterstützen sie auch noch immer: materiell und als Betreuerin, Köchin und Schlichterin sowie als Mechaniker. „Außerdem sind sie von der Straße“, sagt Vater Ralf ironisch. „Es ist auch einfach schön, dass wir als Familie so viel zusammen sind“, fügt der 53-Jährige an. Die Unterstützung können die Brüder gebrauchen, denn der Sport ist teuer und Sponsoren geben nur Sachzuwendungen. „Das ganze Gehalt geht drauf“, erzählt Max.

Lesen Sie auch
##alternative##
Supermoto Peter Banholzer

Dann eben nächstes Jahr - Peter Banholzer am Podium vorbei gerast

Doch die nächsten Jahre wollen beide weiter fahren: „So lange es noch Spaß macht“, meint Max. Das erste Rennen heuer war allerdings Motocross im Alpencup, beide erreichten die Top Zehn. „Ein MX-Fahrer sagte: ,Jetzt muss ich mich schon von Supermoto-Fahrern abziehen lassen’“, berichtete Max schon über die Vorsaison. Die Brüder scheinen gut gewappnet für den Start zur IDM Ende April. „So lange wir besser werden, fahren wir noch“, versichert Peter – und das werde sich auch in den Ergebnissen auswirken.