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Öffnung in Kempten auch ohne Modell-Projekt? Zwei Autoren, zwei Meinungen

Tübinger Modell in Kempten - notfalls auch ohne Pilot-Projekt? Ob das sinnvoll ist - darüber sind sich unsere Autoren Kerstin Schellhorn und Bastian Hörmann uneins.

Tübinger Modell in Kempten - notfalls auch ohne Pilot-Projekt? Ob das sinnvoll ist - darüber sind sich unsere Autoren Kerstin Schellhorn und Bastian Hörmann uneins.

Bild: Ralf Lienert

Tübinger Modell in Kempten - notfalls auch ohne Pilot-Projekt? Ob das sinnvoll ist - darüber sind sich unsere Autoren Kerstin Schellhorn und Bastian Hörmann uneins.

Bild: Ralf Lienert

Tübinger Modell: Soll Kempten auf eigene Faust Gastronomie, Kultur und Einzelhandel öffnen? Unsere Autoren sind da unterschiedlicher Meinung. Ihre Argumente.
31.03.2021 | Stand: 09:38 Uhr

In Kempten wird diskutiert, Einzelhandel, Kultur und Gastronomie nach dem Tübinger Modell für alle zu öffnen, die einen negativen Corona-Test vorlegen können. Zur Not soll das auch dann umgesetzt werden, wenn die Stadt nicht Teil des bayernweiten Pilot-Projekts wird.

(Lesen Sie hier unseren Artikel zum Thema: Tübingen als Vorbild für Kempten?)

Unsere Autoren Kerstin Schellhorn und Bastian Hörmann haben dazu unterschiedliche Meinungen:

Kerstin Schellhorn: Ausprobieren!

Der Vorschlag, Gastronomie, Einzelhandel und Kulturstätten in Kempten für vorab getestete Bürger zu öffnen, ist gut und richtig. Die Stadt sollte hier Mut beweisen und nach dem Vorbild von Tübingen etwas ausprobieren anstatt im Lockdown zu verharren.

Die Corona-Pandemie ist für die ganze Welt eine ungewohnte Situation. Nach mehr als einem Jahr des wechselnden Schließens und wieder Öffnens ist es aber an der Zeit, eine Strategie zu entwickeln, die ein Leben mit dem Virus möglich macht. Denn vor allem Gastronomie und Kulturszene können nicht länger abwarten, dass die Impfungen Treffen wieder zulassen.

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Teststrategie im Allgäu

Tübingen als Corona-Vorbild für Kempten?

Sollte sich herausstellen, dass die Tagestickets uns nicht weiterbringen, kann die Strategie wieder verworfen werden. Aber dann wissen wir wenigstens wieder etwas mehr über das Virus.

(Lesen Sie hier: Stadträte beantragen: Kempten unabhängig von Söders Entscheidung öffnen)

Bastian Hörmann: Tübingen in Kempten - wer soll da durchblicken?

Spätestens seitdem die Corona-Regeln automatisiert vom Inzidenzwert abhängen, blickt man doch kaum noch durch: Was darf man aktuell? Was nicht? Jetzt für einzelne Städte zusätzlich Sonderregeln einzuführen, würde die Verwirrung komplett machen. Nach dem Hin und Her um Ostern würde ein solcher Regel-Wildwuchs zudem zusätzlich Vertrauen kosten.

Zu Beginn der Pandemie kritisierten viele, dass Maßnahmen bundesweit voneinander abwichen. Nun sogar innerhalb eines Landes Extrawürste zu erfinden, wäre ein Schritt zurück. Zumal ja das Tübinger Modell bereits getestet wird. Jetzt heißt es: Abwarten. Und stellt sich das Konzept als Erfolg heraus: unbedingt nachmachen!

Steigen die Zahlen aber, zieht sich der Lockdown hin – und daran kann weder Einzelhändlern, Gastronomen noch sonst wem etwas gelegen sein.

(Lesen Sie hier: OB kritisiert Antrag, Kempten vorzeitig zu öffnen)