Demonstration in Kempten

„Öko-Tante? Gerne!“ - Das sagen Fridays-for-Future-Teilnehmende in Kempten zur Klima-Situation

Demozug Klimastreik FridaysforFuture in Kempten

Vor den Bundestagswahlen zieht in der Innenstadt Kemptens ein Demozug der Fridays-for-Future-Bewegung vom Forum Allgäu aus in Richtung Hildegard-Platz. Die Demonstranten weisen erneut auf den Klimaschutz hin.

Bild: Matthias Becker

Vor den Bundestagswahlen zieht in der Innenstadt Kemptens ein Demozug der Fridays-for-Future-Bewegung vom Forum Allgäu aus in Richtung Hildegard-Platz. Die Demonstranten weisen erneut auf den Klimaschutz hin.

Bild: Matthias Becker

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 macht Fridays-for-Future nach Corona-Pause wieder in Kempten für Klimaschutz mobil.
24.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“, schallt es am Freitag wieder durch Kempten: Das erste Mal seit einem Jahr – und unmittelbar vor der Bundestagswahl – demonstriert die Fridays-for-Future-Bewegung für den Klimaschutz. Aus dem Protestzug ist zu hören: Der Klima-Frust bleibt, denn Umwelt als Wahlkampf-Thema reicht jungen Menschen nicht.

Ihren Frust wollen die Demonstranten positiv unter die Leute bringen. Tanzeinlagen und Lieder begleiten auf dem Hildegardplatz Forderungen nach mehr Klimaschutz. „Lasst uns eine Brücke bauen“, singen die Teilnehmenden.

Demo in Kempten: Uneinigkeit bei der Teilnehmerzahl

Deren Anzahl schätzt die Polizei zum Start am Forum Allgäu auf etwa 500, bei der Abschlusskundgebung auf dem Hildegardplatz sind es den Beamten zufolge etwa 350 Menschen. Die Ortsgruppe von Fridays-for-Future schätzt die Teilnehmerzahl dagegen auf über 700.

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Fridays for Future: Über 500 Menschen demonstrieren in Kempten

„Ich finde, das Thema ist angekommen, aber auf komische Art“, sagt Merita Pira, eine Teilnehmerin an der Kundgebung. Nachhaltigkeitssiegel mit Klimaschutz-Versprechen sind ihrer Ansicht nach der falsche Weg. „Das Ziel sollte weniger Konsum insgesamt sein.“ Ansonsten, sagt Alparslan Kizilkaya, würden die Menschen „nur ihr schlechtes Gewissen stillen“.

Den Überblick zu den Kundgebungen im Allgäu finden Sie hier.

Fridays-for-Futre-Teilnehmende gehen mit gutem Beispiel voran

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Die Teilnehmenden wollen dagegen mit gutem Beispiel vorangehen. „Man darf mich gerne als Öko-Tante bezeichnen“, sagt Clarissa Labriola humorvoll. Sie versuche, möglichst abfallfrei zu leben, ernähre sich vegan und fahre fast nur Rad. Demonstrieren allein reiche nicht, ist die 17-Jährige überzeugt. Besonders, da es wegen der Corona-Pandemie zeitweise relativ still um die Klimabewegung wurde. „Ich will, dass auch meine Familie klimagerechter lebt“, sagt sie. Plastikflaschen seien bereits aus ihrem Haushalt verschwunden.

Die 17-Jährige ist zum ersten Mal bei einer Demo von Fridays-for-Future dabei, künftig will sie das öfters tun.