Honig

2020 kein Spitzenjahr für Imker: Erst schön warm, dann zu trocken

Der Imkerverein in Kempten hat den Nachbau eines historischen Bienenhauses saniert und den Lehrbienenstand für nächste Jahr hergerichtet. Jetzt herrscht Ruhe. Die Bienen sollen im Winter möglichst wenig gestört werden.

Der Imkerverein in Kempten hat den Nachbau eines historischen Bienenhauses saniert und den Lehrbienenstand für nächste Jahr hergerichtet. Jetzt herrscht Ruhe. Die Bienen sollen im Winter möglichst wenig gestört werden.

Bild: Michael Weigel

Der Imkerverein in Kempten hat den Nachbau eines historischen Bienenhauses saniert und den Lehrbienenstand für nächste Jahr hergerichtet. Jetzt herrscht Ruhe. Die Bienen sollen im Winter möglichst wenig gestört werden.

Bild: Michael Weigel

Nach zufriedenstellender Ernte im Frühling fiel im April und Mai zu wenig Regen. Welche Probleme der Imkerverein Kempten/Oberallgäu im Coronajahr noch hatte.
03.01.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Kein Spitzenjahr für Imker: Nach einer zufriedenstellenden Frühlingsernte machten Corona und das Wetter einen Strich durch manche Imker-Pläne. Unter erschwerten Bedingungen – wie Teilnehmerbegrenzungen und Abstandsregeln – konnte nicht mal die Hälfte der praktischen Vorführungen bei Imkertreffs am Lehrbienenstand erfolgen, erinnert Toni Stiefenhofer, Vorsitzender des Imkervereins Kempten/Oberallgäu.

Gefährliche Parasiten

Damit fiel auch die laut Stiefenhofer sehr wichtige Schulung für die Varroa-Milbenbehandlung im Winter komplett aus. Vor allem Jungimkern konnte nun nicht in der Praxis vermittelt werden, wie sie ihre Bienenvölker mit möglichst wenigen Milben über den Winter bringen. Die Behandlung sei aber in den meisten Fällen notwendig, um ein Völkersterben im nächsten Jahr zu vermeiden. Die Parasiten machten die Bienen krankheitsanfälliger und schädigten ihre Brut.

Dabei hatte das Jahr 2020 nicht schlecht begonnen: Die Natur habe sich früh und schnell entwickelt, sagt Vize-Vorsitzender Michael Weigel. Bereits Ende März fanden die Bienen ein reichliches Angebot. Frühjahrsblüher wie der Löwenzahn kamen großflächig. Die Temperaturen waren im April hoch. Und die Bienenvölker entwickelten sich dank des hohen Pollenangebots zügig. Doch im April und Mai fiel verhältnismäßig wenig Regen. Infolge gab es zwar viel Eiweiß (Blütenpollen), aber wenig Nektar für die Honigproduktion.

Im weiteren Verlauf blühten die Sommerpflanzen deutlich früher. So fiel laut Weigel zwar die Frühlingsernte für die Imker zufriedenstellend aus, aber schon im Frühsommer hätten die Bienen fast keinen Honig mehr eingetragen. Auch der Waldhonig sei ausgeblieben.

Wegen Corona fuhren die Imker wie viele andere Vereine ihre Aktivitäten stark zurück: Von vier Versammlungen mit Referenten fand keine statt. Das Interesse an der Bienenhaltung sei dennoch ungebrochen: Der Verein freut sich über zwölf Neumitglieder.