Corona-Impfzentren

40 statt 4 Kilometern: Laubener dürfen zum Impfen nicht nach Kempten

Die Laubener dürfen weiterhin nicht zur Corona-Impfung in die Ari-Kaserne nach Kempten fahren, sondern müssen nach Sonthofen. Sie können nur warten, ob sich das eines Tages ändert.

Die Laubener dürfen weiterhin nicht zur Corona-Impfung in die Ari-Kaserne nach Kempten fahren, sondern müssen nach Sonthofen. Sie können nur warten, ob sich das eines Tages ändert.

Bild: Ralf Lienert

Die Laubener dürfen weiterhin nicht zur Corona-Impfung in die Ari-Kaserne nach Kempten fahren, sondern müssen nach Sonthofen. Sie können nur warten, ob sich das eines Tages ändert.

Bild: Ralf Lienert

Die Laubener müssen für die Anti-Corona-Spritze weiter bis nach Sonthofen fahren. Das Gesundheitsministerium erklärt, warum sich das vorerst nicht ändert.
26.03.2021 | Stand: 18:37 Uhr

Menschen aus Lauben können noch immer nicht das Impfzentrum Kempten nutzen, sondern müssen 40 Kilometer weiter nach Sonthofen. Für Menschen über 80 Jahren ist das oft eine große, wenn nicht gar unüberwindbare Hürde. Eine Antwort des Gesundheitsministeriums lässt nicht auf eine sehr schnelle Änderung hoffen.

Warum könne der Fehler nicht behoben werden, fragen sich etwa Arnulf Schmidt und Theresa Schmidt-Lang. Alle ihre Versuche, im vier Kilometer nahen Kempten geimpft zu werden, seien gescheitert. Dabei gab es sogar einen Lichtblick: Die Über-80-Jährigen durften jetzt ins Kemptener Impfzentrum: zum Versuch, ob das Computersystem zwei Laubener akzeptieren. Hat es nicht. Wie Familie Lang schildert, hätten sich Rotkreuz-Mitarbeiter sehr bemüht – erfolglos.

Absurd nennen es die Senioren, dass sie zu der Zeit die einzigen berechtigen Impfwilligen vor Ort gewesen seien. „Die nötige Impfdosis war vorhanden, aber der Computer gab keinen Code frei. Von Hand ließ sich der lang bekannte Fehler nicht beheben.“ So machten sie sich unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg, obwohl auch der Kandidat für den nächsten Impftermin ausgeblieben sei. Schmidt: „Wir hoffen, dass wir – über 80, mit Vorerkrankungen – möglichst bald einen neuen Termin bekommen, vielleicht sogar in Kempten.“

Die Redaktion hakte im Gesundheitsministerium nach, wo das Problem liegt, Lauben dem Impfzentrum Kempten zuzuschreiben. „Die Zuordnung von Postleitzahlen zu Impfzentren ist ein zentraler Punkt, der nicht einfach per Knopfdruck im System geändert werden kann“, heißt es in München. Die Zuteilung zu einem Impfzentrum erfolge aus organisatorischen und technischen Gründen über die Postleitzahl des Wohnortes – auch, wenn ein anderes Impfzentrum näher oder besser zu erreichen wäre. Abweichende Regelungen sind demnach nur in Einzelfällen möglich.

Im Ministerium hofft man dennoch, dass sich „in kurzer Zeit“ der Weg zur Impfung verkürzen lässt. Dazu nennt der Pressesprecher zum Beispiel die Möglichkeit, Impfbusse einzusetzen (was aber im Oberallgäu wie berichtet noch länger dauern könnte). Weiter wolle man Arztpraxen ins Impfgeschehen einbinden. Dazu werde die Zuordnung der Postleitzahlen zu den Impfzentren neu geordnet. „Diese Anpassungen erfordern eine sehr sorgfältige Planung, um den laufenden Impfbetrieb nicht zu gefährden.“

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