Stadtjugendring-Projekt in Kempten

Drachen und bolivisches Mikado: Bei "Meet the world" in Kempten zählt die Vielfalt

Integrationsgipfel

Auf dem interaktiven Markt „Meet the World“ will der Stadtjugendring Kempten die Vielfalt der Welt näherbringen.

Bild: Christian Charisius, dpa (Symbolbild)

Auf dem interaktiven Markt „Meet the World“ will der Stadtjugendring Kempten die Vielfalt der Welt näherbringen.

Bild: Christian Charisius, dpa (Symbolbild)

Mit „Meet the World“ bietet der Stadtjugendring am Samstag in Kempten einen Treffpunkt für jede Kultur - sowie Spiele und Traditionen, die fast niemand kennt.
01.10.2021 | Stand: 11:03 Uhr

Auf dem St.-Mang-Platz in Kempten soll die Vielfalt die Passanten wie ein Magnet anziehen. Mit dem interaktiven Markt „Meet the world – World of Color “ als Programmteil im Interkulturellen Herbst will der Stadtjugendring (SJR) am Samstag, 2. Oktober, die Vielfalt der Kulturen feiern.

Geplant sind Stände, an denen gespielt, erzählt und gelacht wird. „Einen Ort der Begegnung“ möchte der Verein Organisatorin Marina Neugebauer zufolge schaffen. Die Pädagogin arbeitet im Projekt Kulturbrücke, das neben der Kompetenzagentur des SJR hinter dem interaktiven Markt steckt.

"Meet the world" entsteht mit Geflüchteten

„Meet the world – World of Color“ (übersetzt: „Treffe die Welt – Welt der Farben “) entsteht in Zusammenarbeit mit jungen Deutschen, Geflüchteten und Neuzugewanderten. Sie werden von der Kulturbrücke und der Kompetenzagentur integriert und auf dem Weg ins Berufsleben unterstützt. Einige der jungen Menschen besuchen auch den Markt. „Da greifen unsere Arbeit als Pädagoginnen und Pädagogen und der Gedanke zur Vielfalt und zum Austausch ineinander“, erklärt Neugebauer.

Sie habe bei der Kulturbrücke häufig mit jungen Menschen aus Afghanistan zu tun. „Das Land hat mehr als die Taliban, es bietet so viel“, sagt Neugebauer. Besonders freue sie sich deshalb, dass ihre Klienten das Land anderen Menschen näherbringen wollen. Idee ist, ins Gespräch zu kommen und in Kempten sowohl die afghanische als auch die deutsche Kultur besser kennenzulernen.

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Dazu sollen unter anderem selbst gebastelte Drachen beitragen. In Afghanistan ist das Drachensteigen ein beliebter Zeitvertreib – und gilt als Symbol für Freiheit, das sich die Bevölkerung nur schwer nehmen lässt. Auch kaum von den Taliban, die in ihrer ersten Machtphase Ende der 90er Jahre ein Verbot der Drachen durchsetzen wollten.

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Auf dem St. Mang-Platz soll dieses Zeichen für Freiheit jetzt gefeiert werden: Jede und jeder kann seinen eigenen Drachen gestalten. Die schönsten drei erhalten dann eine Auszeichnung.

Holi-Zelt für die Vielfalt in Kempten

Aber auch aus Indien gibt es bei „Meet the World“ Traditionen zu entdecken. In einem „Holi-Zelt“ können sich die Besucherinnen und Besucher mit verschiedensten Farben einstreichen – ähnlich wie bei dem uralten indischen Frühlingsfest Holi, das der Legende nach die Vernichtung der gleichnamigen Dämonin ehrt. Die Farbe in „Meet the World“ soll nach Ansicht von Neugebauer vermitteln: „Wir sind alle People of Color, Menschen mit Farbe.“ Das Holi-Zelt stehe für Vielfalt und Gleichheit jedes Einzelnen.

Auf dem Programm stehen außerdem internationale Spiele. „Wir haben überlegt, was denn weltweit beliebt ist“, sagt Mitorganisatorin Barbara Fink.

Steine und Sand - der weltweite Spiele-Renner

Neben Fangen und Verstecken seien sie und ihre Kolleginnen auf eine überraschende Antwort gestoßen: „Tatsächlich sind Spiele mit Sand und Steinen in quasi jedem Land zu finden.“ Denn beides sei nahezu überall in irgendeiner Form verfügbar. Passend zu dieser Erkenntnis legt der SJR das bolivische Spiel „König der Steine“ bei „Meet the World“ aus, eine Art Steine-Mikado.

Das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ zur Unterstützung junger Menschen auf dem Weg in die Arbeitswelt fördert den interaktiven Markt. Und: Der Markt „Meet the World“ reiht sich ein in die Botschaft des Interkulturellen Herbstes: Die Veranstaltungen laufen unter dem Hashtag „#offengeht“. Die Initiatoren, der Integrationsbeirat der Stadt, das Amt für Integration und Haus International werben damit für eine „offene und vielfältige Gesellschaft“.

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