Wohngebiet Breslauer Straße

Der Plan: Ein Wohngebiet mit „vitalen Nachbarn“

Kempten Breslauer Straße

Ein neues Wohngebiet ist an der Breslauer Straße in Kempten geplant.

Bild: BSG Allgäu

Ein neues Wohngebiet ist an der Breslauer Straße in Kempten geplant.

Bild: BSG Allgäu

Architekten stellen Modell für Wohnungen und Häuser an der Breslauer Straße in Kempten vor. Wann andere Projekte in der Stadt fertig sind
30.05.2021 | Stand: 15:20 Uhr

Wohnungen in Kempten sind derzeit knapp. Wer eine bezahlbare Mietwohnung braucht, muss lange suchen. Die Wartelisten bei den Wohnungsbaugesellschaften sind lang. Allein 1400 Menschen stehen derzeit bei der Bau- und Siedlungsgenossenschaft (BSG-Allgäu) für eine Wohnung an, 860 sind es bei der Baugenossenschaft, sehr viele auch bei der Sozialbau.

Doch es werden auch Wohnungen und Häuser gebaut und geplant. Jüngstes Projekt der BSG-Allgäu zum Beispiel ist ein Wohngebiet auf einem 10 000 Quadratratmeter großen Grundstück in der Breslauer Straße in Kempten Sankt Mang. Dazu wurde jetzt der Entwurf für die Bebauung in dem Wohngebiet vorgestellt.

Unter fünf Architekten hat eine Jury bei einem Wettbewerb das Modell der Architekten- und Stadtplaner GmbH UTA aus Stuttgart für das Wohngebiet Breslauer Straße ausgewählt. Segnet der Bauausschuss am 13. Mai die Planung ab, gilt laut Baureferent Tim Koemstedt in zwei Jahren Baurecht. Etwa 140 Menschen können dann bis Ende 2022 in die 64 Wohnungen und sechs Stadthäuser einziehen.

Neues Wohngebiet an der Breslauer Straße in Kempten geplant

„Sozial orientiert, gesellschaftlich gemischt mit verschiedenen Eigentumsformen“ war die Vorgabe für die Architekten. Denn wichtig sei gewesen, die Wünsche der Bürger miteinfließen zu lassen, sagt Tanja Thalmeier vom Vorstand der BSG.

  • So sollen Freiflächen für Spielplatz, Rodelhang und andere Freizeitmöglichkeiten ausgewiesen werden, auch wenn der Bolzplatz wegfallen muss.
  • Aber auch Hangumgebung und Bergblick sollen berücksichtigt werden.
  • „Vitale Nachbarschaft“ ist das Thema, das Sigrid Müller-Welt und Dominique Dinies vom Architektenteam UTA als Schwerpunkt setzten. Ein gemeinsamer „Anger“ im Zentrum soll die Nachbarschaft fördern, ohne die Privatsphäre zu verletzen.
  • Autofrei (mit etwa 70 Plätzen in einer Tiefgarage) sei die Anlage, in der 18 Zwei-Zimmer-Wohnungen (zwischen 48 und 61 Quadratmetern), 31 Drei-Zimmer-Wohnungen (70 bis 80 Quadratmeter), 15 Vier-Zimmer-Wohnungen (82 bis 94 Quadratmeter) und sechs Reihenhäuser mit 110 Quadratmetern geplant sind.
  • Kein privilegiertes Angebot soll das laut Thalmeier sein, sondern ein „durchmischtes Quartier“.

Ob es künftig wie anfangs angedacht einen Raum für die Kirchenstiftung gibt, ist noch offen. Momentan bestehe kein Bedarf, sagt Eberhard Mangold von der katholischen Pfarrkirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, die Eigentümer des Geländes ist. Stattdessen könnte in dem Bereich ein Café, eine Kita oder ein Gemeinschaftsraum entstehen. Für Oberbürgermeister Thomas Kiechle ist das neue Wohngebiet ein „wichtiger Baustein“ in der Wohnraumoffensive der Stadt. Dort Wohnungen schaffen, wo die Menschen schon wohnen, sei die Devise. Dass dabei zwei Drittel der Wohnungssuchenden in Bayern Anspruch auf eine Fördermiete hätten (siehe Info) –darauf weist immer wieder die BSG-Allgäu hin.

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Problem Wohnungssuche in Kempten: Daran hakt es

Die BSG-Allgäu stellt heuer in Kempten und der Region etwa 90 Reihenhäuser, Eigentums- und Mietwohnungen fertig, davon 32 in Sankt Mang und zunächst elf von 16 Reihenhäuser in Leubas. 2020 werden etwa 70 Wohneinheiten von Lindau über Füssen, Kempten, Durach, Altusried bis Leipheim fertig.

Die Sozialbau, deren Projekte laut Geschäftsführer Herbert Singer unter dem Slogan „wir liefern“ stehen, stellt heuer für etwa 500 Menschen 189 Wohnungen (darunter 144 zur Miete) in Kempten fertig. Davon 46 in der Keselstraße, 45 für Studenten und 53 für Familien am Haubensteigweg, 121 im Stiftsstadtwohnen in der Memminger Straße und insgesamt 110 Wohneinheiten auf der Funkenwiese. Die ersten Häuser sind 2020 bezugsfertig, weitere 2021.