Wiggensbach

Bürger wollen Kompostplatz erhalten

WB Kompostierplatz

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Bild: Horst Hacker

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Infoabend Deutliche Kritik an der Idee, Swoboda-Parkhaus auf bisheriger Abladefläche in Wiggensbach zu bauen
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Von von Horst Hacker
20.09.2019 | Stand: 16:00 Uhr

Etwa 140 Besucher waren zum Infoabend über die Zukunft des Wiggensbacher Kompostplatzes gekommen. Die Gemeinde und die Firma Swoboda erklärten, warum und wo ein neuer Mitarbeiterparkplatz des Automobilzulieferers entstehen soll. Das Thema ließ die Emotionen teils hochkochen.

Wie berichtet, will die Firma Swoboda wachsen. Dementsprechend werden mehr Parkplätze am Firmengebäude in Wiggensbach nötig. Derzeit wird diskutiert, ob das auf dem angrenzenden Kompostplatz geschehen kann, dessen Fläche der Gemeinde gehört. Bevor der Gemeinderat irgendetwas entscheidet, hieß es zuletzt im Gremium, sollen die Bürger gehört werden. Sie waren deshalb am Donnerstagabend eingeladen.

Laut der Präsentation soll auf einem Teil des Wiggensbacher Kompostplatzes ein Parkhaus entstehen, das auf 2200 Quadratmetern 491 Stellplätze böte. Der verbleibende Teil des Lagerplatzes soll inner- und außerhalb der Umzäunung mit Grüngutcontainern bestückt werden.

Während der Diskussionsrunde fragte eine Bürgerin, warum man die Bürogebäude nicht um zwei bis drei Stockwerke erhöhe, dann hätte man Platz für weitere Stellplätze. Wie Swobodas technischer Geschäftsführer Nikolaus Pfister erklärte, scheide das aus, weil es aus städtebaulicher Sicht nicht genehmigungsfähig sei: Die so entstehende wuchtige Fassadenfront wäre indiskutabel massiv. Den Vorschlag, stattdessen in die Tiefe zu bauen, wies Bürgermeister Thomas Eigstler zurück. In diesem Fall müssten Kanäle und Rohre freigelegt und verlegt werden. Das würde Millionen kosten.

Fritz Blaufuß kritisierte den von Andreas Breuer (Zweckverband für Abfallwirtschaft, ZAK) vorgetragenen Plan, Grüngutcontainer aufzustellen, die in Oberstaufen, Dietmannsried oder Oy laut Breuer „sehr gut angenommen“ werden. Blaufuß pochte auf eine ausreichende Größe der Container. Sonst müsse er etwa einen drei Meter langen Ast erst zerkleinern, um ihn unterbringen zu können. Nur zwei Container außerhalb der Umzäunung sind Blaufuß zu wenig.

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Der 80-jährige Martin Huß sagte: „Ich schaffe es noch, das Zeug in einen Container zu bringen, Ältere aber nicht mehr.“ So wie die Container im Plan vorgesehen sind – laut Bürgermeister handelt es sich lediglich um eine „Konzeptstudie“ – funktioniere es nicht: Ein Hänger würde den anderen blockieren.

Großen Beifall erntete Gebhard Kaiser. Als ZAK-Vorsitzender verwies er darauf, dass „wir Wiggensbacher“ seit 29 Jahren an die jetzige komfortable Situation gewöhnt seien. Er versprach: „Wiggensbach wird auch künftig nicht schlechter als andere Gemeinden behandelt.“

Dass größere Anlieferungen mit Anhänger nach Schlatt gebracht werden sollen, kritisierte eine Frau heftig. Gerade im Herbst gäbe es dort einen erheblichen Rückstau bis hinaus auf die Staatsstraße. Das bedeutete „schrecklich lange Wartezeiten“.

Erheblicher Unmut regte sich darüber, dass man bei den Containern im Inneren des Wertstoffhofs an die Öffnungszeit gebunden sei, die für Berufstätige oft nicht einzuhalten sei. Dann stehe man eventuell vor verschlossenen Toren. Wenn dann die Außencontainer voll sind, könne man wieder zurück nach Hause und auf die nächste Öffnung hoffen, so die Kritik.

Dem Infoabend vorausgegangen war während der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Streit über eine Äußerung der Grünen-Fraktion. Überschrieben war sie mit „Hände weg vom Kompostierplatz“. Manfred Epple (CSU) störte sich an der Art und Weise der Stellungnahme. Die Grünen wollen im November Gegenvorschläge für zusätzliche Mitarbeiterparkplätze vorlegen.

Zu Beginn des Infoabends führten Azubis durch das Werk. Pfister zufolge beschäftigt Swoboda weltweit 4000 Mitarbeiter in zwölf Ländern. Davon waren im vergangenen Jahr 1068 Arbeitsplätze in Wiggensbach angesiedelt. 136 der Mitarbeiter wohnen in Wiggensbach.

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