Banken

Corona-Prämien für Banker, aber kaum Dividende für Genossen

Banken in Kempten und dem Oberallgäu belohnen Mitarbeiter für ihren Einsatz im Corona-Jahr 2020 mit einer steuerfreien Prämie. Beim Filialnetz soll es wenig Änderungen geben.

Banken in Kempten und dem Oberallgäu belohnen Mitarbeiter für ihren Einsatz im Corona-Jahr 2020 mit einer steuerfreien Prämie. Beim Filialnetz soll es wenig Änderungen geben.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Banken in Kempten und dem Oberallgäu belohnen Mitarbeiter für ihren Einsatz im Corona-Jahr 2020 mit einer steuerfreien Prämie. Beim Filialnetz soll es wenig Änderungen geben.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Banken in Kempten und dem Oberallgäu belohnen Personal mit steuerfreier Prämie. Bei den Gewinnbeteiligungen für Mitglieder und Aktionäre sieht es düsterer aus.
06.01.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Keine leichten Zeiten für Banken: Null- und Minuszinsen plus Online-Konkurrenz mit Kampfpreisen erschweren Filialbanken das wirtschaftliche Arbeiten und lassen Gewinne schrumpfen. Dazu kommen Herausforderungen durch die Pandemie und vielleicht die eine oder andere Firmenpleite mit Auswirkungen aufs Kreditgeschäft. So zahlte auch nur ein Teil der Banken ihren Mitgliedern oder Aktionären Dividenden. Steuerfreie Corona-Prämien für die Mitarbeiter finden sich häufiger. Wir fragten bei einigen Banken, welche Zukunft ihre Filialen haben. Zumeist gibt es gute Nachrichten.

Im Filialnetz der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu gab es 2020 keine Veränderungen. Und es werde auch 2021 keine geben. Vorstandssprecher Rainer Schaidnagel verweist auf den fünfjährigen Masterplan der Bank. Der gebe Kunden und Mitarbeitern die Sicherheit, dass bis ins Jahr 2024 keine Veränderungen im Filialnetz geplant seien. Die Allgäuer Volksbank entschloss sich aufgrund der immer weiter nachlassenden Nachfrage, ihre Filiale Blaichach zum Ende des Jahres 2020 zu schließen. „Weitere Veränderungen haben wir derzeit nicht vorgesehen“, sagt Bankvorstand Donat Asbach. Bei der Sparkasse Allgäu gibt es nur eine marginale Änderung – ebenfalls in Blaichach. Sie zieht auf die andere Straßenseite, wo bisher die Volksbank war. Es seien 2021 keine weiteren Veränderungen geplant, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Heribert Schwarz.

Die Sparda-Bank Augsburg hält an Kempten ebenso fest wie etwa die Hypovereinsbank, die keine Änderungen am Allgäuer Filialnetz plant. Die Commerzbank hat im Zuge der Corona-Krise 200 „vorübergehend“ geschlossene Filialen nicht mehr geöffnet. Anders in Kempten. Zur Zukunft der hiesigen Filiale sagt Sprecher Peter Tiefenbach: „Eine Änderung ist derzeit nicht geplant.“

Corona-Prämien für Mitarbeiter

Bei der Sparkasse gab es 300 bis 600 Euro Corona-Prämie – außer Auszubildende und Vorstand. Die Prämie wurde laut Schwarz in der Tarifrunde 2020 für den öffentlichen Dienst vereinbart und ist nach Einkommensgruppen gestaffelt. Corona-Prämien für alle Mitarbeiter flossen ebenso bei der Allgäuer Volksbank – denn es tragen laut Asbach alle dazu bei, für Mitglieder und Kunden leistungsfähig zu sein. Auch die Sparda-Bank gewährte eine Sonderzahlung: 300 Euro für Vollzeitmitarbeiter, 200 für Teilzeitkräfte.

Die Volksbank Immenstadt zahlte überwiegend an Mitarbeiter mit Kundenkontakt eine Prämie. Sie waren laut Vorstand Dieter Sentner zum Teil von Kurzarbeit betroffen und hatten am Ende mit deutlicher Mehrarbeit zu kämpfen. Bei der Commerzbank erhielten Mitarbeiter 500 Euro als Anerkennung für ihr Engagement und die Belastungen während der Pandemie.

Bei der Raiffeisenbank bekamen die Mitarbeiter eine Prämie nach geleisteter Arbeits- und Anwesenheitszeit. Die Bank dankte so, dass sie immer für die Kunden präsent sein konnte. Laut Schaidnagel erzielte die Raiba trotz nie da gewesener Herausforderungen ein „mehr als starkes Jahresergebnis“. Auch die Hypovereinsbank würdigte mit einer Prämie den Einsatz der Mitarbeiter, deren Arbeit von der Corona-Pandemie besonders betroffen war und die dazu beitrugen, die Serviceleistungen aufrechtzuerhalten, teilt die Bank auf Anfrage mit.

Weniger spendabel

Bei den Dividenden für Genossenschaftsmitglieder oder Aktionäre waren die Banken weniger spendabel. Die Raiba Kempten-Oberallgäu zahlte den Mitgliedern fürs Geschäftsjahr 2019 drei Prozent Dividende, die Sparda-Bank immerhin 1,5 Prozent.

Dagegen verzichte die Allgäuer Volksbank „aufgrund der dringenden Empfehlung unserer Aufsicht“ (Asbach) darauf. Ebenso die eigenständige Volksbank Immenstadt. „Wirtschaftlich war der Verzicht nicht geboten“, sagt deren Vorstand Sentner. Aber als kleines, nicht systemrelevantes Institut sei es manchmal besser, sich unauffällig zu verhalten. Auch die Commerzbank schüttete gemäß EZB-Empfehlung keine Dividende für 2019 aus.