Kempten

Die Herausforderung: Mehr Menschen, mehr Verkehr

Seilbahnen als Teil künftiger Mobilitätskonzepte in urbanen Räumen

Seilbahnen als Teil künftiger Mobilitätskonzepte in urbanen Räumen

Bild: Martina Diemand

Seilbahnen als Teil künftiger Mobilitätskonzepte in urbanen Räumen

Bild: Martina Diemand

Politik Helmut Berchtold hält Gondel-Lösung für günstiger als Ausbau von Bus-Linien
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Von jaj
09.07.2019 | Stand: 19:13 Uhr

Die Stadt wird immer größer: Mittlerweile leben in Kempten 72 000 Menschen. Das heißt auch: mehr Verkehr, betonte Helmut Berchtold während der Seilbahn-Diskussion im Rahmen der „Allgäuer Tourismusgespräche“ an der Hochschule. Darüber hinaus wachsen die Zahlen an Einpendlern sowie Touristen. Der stellvertretende Vorsitzende der Mobilitätsgesellschaft für Nahverkehr im Allgäu (Mona) und CSU-Stadtrat sieht darin eine „riesen Herausforderung“. Mit der Seilbahn-Idee werde das umgesetzt, was die bisherigen Verkehrsuntersuchungen erbracht hätten. Und, so rechnete Berchtold vor, eine Seilbahn sei im Vergleich zum Ausbau von Bus-Linien die billigere Variante.

Das vom Stadtrat verabschiedete Mobilitätskonzept sehe einen deutlichen Ausbau der Busse im Stadtkern vor – statt 26 künftig 49 (plus elf Zusatzfahrzeuge zu Stoßzeiten). Das Problem aus Sicht Berchtolds: „Das kann so an der ZUM räumlich nicht funktionieren.“ Er will den zentralen Umstiegsplatz auflösen, die Busse aus der Innenstadt holen und die Passagiere stattdessen mit Gondeln transportieren. Zwei neue Mobilitätsknoten sollen im Norden und am Hauptbahnhof entstehen. Die durch die Seilbahn ersetzten Busse im Innenbereich sollen zusätzlich in den Stadtteilen und im Umland eingesetzt werden, um dort den Takt zu verdichten. Berchtold hält die Seilbahn-Lösung hochgerechnet auf 40 Jahre sogar für günstiger als den im Mobilitätskonzept geforderten Bus-Ausbau: Mit 70 Millionen Euro (inklusive Betriebskosten) koste die Seilbahn-Lösung sechs Millionen Euro weniger – jeweils nach Abzug der in Aussicht gestellten Zuschüsse.

Als „absolut gewinnbringend“ bezeichnete Oberbürgermeister Thomas Kiechle die Diskussion. Nun stehe eine Kosten-Nutzen-Analyse aus. Dann entscheide sich, ob sich die Stadt mit dem Thema weiterbeschäftigt – „selbstverständlich mit großer Bürgerbeteiligung“.