90. Geburtstag in Durach

Für Pfarrer Josef Hochenauer ist „jeder Tag ein Geschenk“

90. Geburtstag

Monsignore Josef Hochenauer feiert am 18. September seinen 90. Geburtstag.  

Bild: Verspohl-Nitsche

Monsignore Josef Hochenauer feiert am 18. September seinen 90. Geburtstag.  

Bild: Verspohl-Nitsche

Monsignore Josef Hochenauer wird 90 Jahre alt. Der Geistliche hat nicht nur das ehemalige Kloster Helfta wieder aufgebaut. Sein Wirken reicht bis nach Ecuador.
09.09.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Wenn er auf sein Leben zurückblickt, zitiert der bald 90-jährige Pfarrer Monsignore Josef Hochenauer Leo Tolstoi: „Liebe deine Geschichte, denn sie ist der Weg, den Gott mit dir gegangen ist“. Für den vor 63 Jahren zum Pfarrer geweihten Senior, der in Durach lebt, ist jeder Tag ein Geschenk. Der Seelsorger ist dankbar dafür, dass er mit der Pfarrgemeinde am Samstag, 18. September, einen Festgottesdienst feiern kann.

Der gebürtige Duracher wohnt in seinem Haus im Kloster-Helfta-Weg auf dem Grundstück des ehemaligen elterlichen Bauernhofs. Der Straßenname erinnert an einen wichtigen Teil seines Wirkens, den Wiederaufbau des ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Helfta in der Lutherstadt Eisleben Ende der 1990er Jahre.

Die Herz-Jesu-Verehrung war dem Geistlichen immer ein Anliegen

Dazu war er 1997 vom Bischof freigestellt worden. „Schon während des Priesterseminars war mir die Herz-Jesu-Verehrung wichtig“, sagt der Ruhestandsgeistliche. Diese besondere Form der Spiritualität in der katholischen Kirche geht auf verschiedene Heilige, unter anderem auf Gertrud von Helfta, zurück. Dass in Eisleben ein neues Kloster entstanden sei, könne man als kleines Wunder bezeichnen. „Wir hatten kein Gelände, kein Geld und keine Schwestern“, schildert Hochenauer die Anfänge. Mithilfe von Spenden in Millionenhöhe wurde das Projekt verwirklicht.

Auch der Duracher St.-Gertrud-Kreis habe seinen Beitrag dazu geleistet. Der Kreis wurde ab 1987 von der verstorbenen Ärztin Dr. Irene Rischawy geleitet, die dem Monsignore den Haushalt führte. Heute sei das Kloster Helfta eine Oase des Glaubens in der Diözese Magdeburg. Die Schwestern verkörperten dort den katholischen Glauben.

Zum Theologiestudium hat sich der Jubilar, der am 17. September 1931 geboren ist, nach dem Abitur entschlossen. In München wurde er 1958 in der Ludwigskirche zum Priester geweiht, seine Primiz feierte er in Durach. Anschließend führten ihn zwei Kaplanstellen nach Augsburg und Immenstadt, bevor er von 1965 bis 1991 als Stadtpfarrer von St. Michael nach Vöhringen kam. Weitere sechs Jahre wirkte Hochenauer als Pfarrer in Unterkammlach bis zu seiner Freistellung für den Wiederaufbau des Klosters.

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Nachdem er von der Mystikerin Gertrud von Helfta erfahren hatte, begab sich der Geistliche während seiner Urlaube auf eine Spurensuche, die ihn in zahlreiche Länder Süd- und Nordamerikas führte. Dort finden sich Kirchen, Klöster, Schulen und soziale Einrichtungen, die zu Ehren Gertruds errichtet wurden.

In Durach würde der Pfarrer gern ein Kloster gründen

Auf dieser Spurensuche sei er auf das Karmeliterinnenkloster (Karmel) in Ecuador, in Alto bei Quito gestoßen. Bei seinen Besuchen sei die Idee entstanden, in Durach einen Karmel, also ein Karmeliterinnenkloster, zu gründen. Dazu will er sein Wohnhaus umbauen und für die Bedürfnisse der Schwestern herrichten. „Wir würden dieses Haus den Schwestern zur Verfügung stellen“, habe er dem Bischof vorgeschlagen. „Sie müssen Geduld haben“, habe dieser geantwortet.

Hochenauer lebt seit dem Tod von Dr. Rischawy allein und nimmt dankbar alle Hilfen an. Wegen der Pandemie falle leider immer noch einiges weg, bedauert er. So vermisse er die Gebetstreffen des St.-Gertrud-Kreises, die vor Corona von seinem Wohnzimmer aus vom christlichen Radio Horeb live übertragen worden seien.

Zu seinem Geburtstag könne ihm der Bischof kein größeres Geschenk machen, als die Genehmigung für das „Karmel“.