HS Kempten

An der Kemptener Hochschule kann bald der Doktortitel gemacht werden

Die Fachhochschule in Kempten: Auch hier sollen Studenten künftig promovieren können.

Die Fachhochschule in Kempten: Auch hier sollen Studenten künftig promovieren können.

Bild: Ralf Lienert

Die Fachhochschule in Kempten: Auch hier sollen Studenten künftig promovieren können.

Bild: Ralf Lienert

Durch ein neues Gesetz haben Studierende bald mehr Möglichkeiten. An der Hochschule ist man aber dennoch nicht ganz glücklich.
13.05.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Lange mussten die Hochschulen im Freistaat warten. Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis das Hochschulinnovationsgesetz im bayerischen Kabinett landete und dort gebilligt wurde.

Es soll die Hochschulen attraktiver machen und helfen, internationale Spitzenforscher ins Land zu holen – gleichzeitig sollen die Hochschulen selbst mehr entscheiden können. Doch was hält man an der Kemptener Hochschule von den neuen Rahmenbedingungen, die nun geschaffen werden?

Hochschule Kempten: Neues Gesetz soll Alltag unbürokratischer machen

Man brauche eine gewisse Autonomie, damit Dinge schnell gehen und der Alltag nicht zu bürokratisch wird, sagt Hochschulpräsident Wolfgang Hauke unserer Redaktion. „Das neue Gesetz, das hoffentlich bald vom Landtag beschlossen wird, ist hier eine Verbesserung.“

Die wichtigste Neuerung ist jedoch eine andere, sind sich Hauke und Peter Wurster, Professor an der Fakultät für Maschinenbau, einig. „Mit dem Hochschulinnovationsgesetz bekommen Hochschulen die Möglichkeit, dass Studierende dort promovieren können“, erklärt Wurster.

Prof. Dr. Wolfgang Hauke, Präsident der Hochschule Kempten.
Prof. Dr. Wolfgang Hauke, Präsident der Hochschule Kempten.
Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Diese Option für forschungsstarke Bereiche helfe, gute Studierende zu halten. „Sie können spannende Projekte an der Hochschule umsetzen, was eine attraktive Alternative zu einem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft ist. Das ist beim Kampf um die Talente wichtig“, erklärt der Ingenieur.

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Bisher hatten die Hochschulen dieses Recht nicht. „Die Möglichkeit, bei uns in forschungsstarken Bereichen einen Doktortitel erwerben zu können, ist ein wichtiger Anreiz für junge Wissenschaftler, zu uns zu kommen“, sagt Hauke. Dies mache die Hochschule Kempten attraktiver – und stärkt sie als Wissenschaftsstandort.

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„Ohne dieses Recht können wir unsere Ressourcen in der Forschung nicht wirklich sinnhaft einsetzen“, sagt Hauke. „Wir sind nicht so groß wie eine Universität, in bestimmten Bereichen können wir aber mithalten.“ Das neue Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche bilde das ab.

Frischer Wind für die Forschung an der Hochschule in Kempten

Denn ein Ziel des neuen Gesetzes ist auch, der Forschung neuen Schwung zu geben. Sie ist nun – anders als zuvor – ein eigenständiges Aufgabengebiet an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften. „Bisher passierte das im Rahmen der Lehre, war also keine eigene Aufgabe“, sagt Präsident Hauke. Das habe es erschwert, Geld für die Forschung zu bekommen.

Eine neue, ausdrückliche Aufgabe ist auch der Technologietransfer. „Jetzt passen die gesetzlichen Vorgaben zu unseren Strukturen. Nur so kriegen wir unsere PS bezüglich der Hightech-Agenda auf die Straße“, sagt Hauke mit Blick auf die 3,5 Milliarden Euro schwere Technologieoffensive des Freistaats.

Hochschule darf Budget nicht selbst verwalten: Bayern hält an zugewiesenen Geldern fest

Ganz nach Wunsch lief es aus Sicht der Kemptener Hochschule dann aber doch nicht. Denn im neuesten Gesetzentwurf finden sich zwei Punkte nicht wieder – „leider“, sagt Hauke. So wird der organisatorische Aufbau aus dem bisherigen Hochschulgesetz übernommen.

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Und auch die im ersten Entwurf vorgesehene Möglichkeit eines Globalbudgets statt der konkret für einzelne Bereiche zugewiesenen Gelder ist nicht mehr vorgesehen. „Dies ist für mich enttäuschend, da diese Punkte eine Grundlage für eine effiziente, auf unsere Hochschule Kempten passende Ausrichtung in diesen Bereichen ermöglicht hätte“, sagt Hauke. Trotzdem, sagt er, sei das neue Gesetz insgesamt positiv zu bewerten.

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