Ein Schrank gegen die Verschwendung

Foodsharing-Projekt startet in Dietmannsried

In diesem Schrank können Dietmannsrieder untereinander Lebensmittel teilen, damit diese nicht unnötig verderben.

In diesem Schrank können Dietmannsrieder untereinander Lebensmittel teilen, damit diese nicht unnötig verderben.

Bild: Harald Holstein

In diesem Schrank können Dietmannsrieder untereinander Lebensmittel teilen, damit diese nicht unnötig verderben.

Bild: Harald Holstein

Lebensmittel mit anderen zu teilen, bevor sie ungenutzt verderben: Das ist die Idee hinter dem Prinzip Foodsharing. Umgesetzt wird es nun auch in Dietmannsried.
11.10.2020 | Stand: 16:17 Uhr

Der "Treff für nachhaltiges Leben" hat dafür mit Partnern einen Schrank hinter dem Rathaus aufgestellt. Dort darf sich jeder bedienen. Wer selbst etwas übrig hat, das noch gut ist, kann es dort für andere hinterlegen.

Lebensmittelrettung hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun, betont Brunhilde Kustermann vom Dietmannsrieder Treff für nachhaltiges Leben. "Wir retten Lebensmittel aus Überzeugung und Umweltbewusstsein." Der langjährigen Leiterin der Bücherei kommt es darauf an, dass möglichst wenige Lebensmittel in der Mülltonne landen.

Dietmannsrieder sammeln Lebensmittel

Beteiligt an dem Projekt sind auch der Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten (ZAK) und der Verein "Foodsharing Kempten". Bei diesem helfen auch Dietmannsrieder mit. Sie sammeln Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, und andere Ware, die nicht mehr zum Verkauf angeboten wird. Im dem Schrank können die Lebensmittel dann abgeholt werden. Auch die Gemeinde Dietmannsried unterstützt die Aktion gegen Verschwendung.

Der Schrank steht hinter dem Rathaus, im Durchgang zum Kirchplatz. Er ist rund um die Uhr für jedermann geöffnet, der noch brauchbare Lebensmittel entnehmen oder hineinlegen möchte. Am ersten Tag finden sich darin Trauben, Granatäpfel, Paprika und Dinkelmehl, Obst in Dosen und Bio-Kokosöl. Es sind aber auch Croissants der Lufthansa und ein riesiger Beutel Backerbsen darunter. Durch die eingebrochene Flugtätigkeit wurden viele Produkte nicht verwendet, die das Unternehmen jetzt zur Verfügung stellt.

Ein Vortrag brachte die Initiative ins Rollen

Anstoß zu dieser Initiative war ein Vortag von Wolfgang Kolenda von der ZAK-Abteilung "Re-Use" zur Vermeidung von Müll. Er freut sich, dass Lebensmittel immer häufiger geteilt werden, statt sie ungenutzt verderben zu lassen. Kolenda hat einen überregionalen Austausch zum Thema "Foodsharing" mit Tirol gestartet. Man tausche sich über Erfahrungen aus und lerne so voneinander.

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In Sonthofen zum Beispiel wurde der wetterfeste "Fairteiler-Schrank Pfifferling" mit eingebautem Kühlschrank entwickelt - für den sich nun auch die Innsbrucker Partner interessieren. Wenn die Aktion in Dietmannsried gut anläuft, könnte der Schrank hinter dem Rathaus bald durch eine Kühleinheit ergänzt werden, sagt Kolenda.

Nichts soll in die Tonne

Brunhilde Kustermann hofft jedenfalls, "dass es in Dietmannsried neben vielen Spendern auch genügend umweltbewusste Menschen gibt", die sich an der Rettung der abgegebenen Lebensmittel beteiligen und sie abholen. "Damit nichts für die Tonne übrig bleibt."

Auch in Pfronten setzt man jetzt ein Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft. In einer Garage gibt’s Obst und Backwaren, das sonst im Müll landen würde.

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