So bleiben Senioren mobil

Im Alter mobil – für Kemptener muss es nicht mehr das Auto sein

Elektrofahrräder sind für Kemptener Senioren eine Alternative zum Auto. Doch wer aufs E-Bike umsteigt, sollte sicher sein. Empfohlen werden Kurse.

Elektrofahrräder sind für Kemptener Senioren eine Alternative zum Auto. Doch wer aufs E-Bike umsteigt, sollte sicher sein. Empfohlen werden Kurse.

Bild: Caroline Seidel/dpa (Symbolbild)

Elektrofahrräder sind für Kemptener Senioren eine Alternative zum Auto. Doch wer aufs E-Bike umsteigt, sollte sicher sein. Empfohlen werden Kurse.

Bild: Caroline Seidel/dpa (Symbolbild)

Immer mehr Senioren geben ihren Führerschein ab, um kostenlos mit dem Bus zu fahren. Auch das E-Bike wird gern genutzt. Dabei sollten sie aber vorsichtig sein.
24.09.2020 | Stand: 11:11 Uhr

Mobil im Alter – dazu müssen Senioren nicht selbst Auto fahren. In Kempten gibt es seit Juni diesen Jahres eine Alternative: Wer seinen Führerschein zurückgibt, bekommt ein kostenloses Jahresticket für den Bus. Mittlerweile haben laut Cordula Amann, zuständig für das seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt, 130 Senioren dieses Angebot angenommen. Sie dürfen kostenlos in der Zone 0 Bus fahren. Das sei auch möglich, sollten sie in einer oder zwei der umliegenden Zonen wohnen. Keine Kosten fallen übrigens bei der Rückgabe des Führerscheins an. Die Annahme, dafür noch eine Gebühr zahlen zu müssen, hat offenbar viele davon abgehalten, ihre Fahrerlaubnis abzugeben.

130 Kemptener Senioren fahren lieber mit dem Bus

Die kostenlose Abocard bei der Mona, der Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu, bekommt, wer mindestens 65 Jahre alt ist, in Kempten wohnt, den Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde Kempten freiwillig abgibt und bei der Mona eine entsprechende Bescheinigung der Zulassungsstelle vorliegt. Dann übernimmt die Stadt Kempten die Kosten für das Jahresticket. Insgesamt 55 000 Euro sind für das Pilot-Jahr veranschlagt.

Die Resonanz bei den Senioren mit 130 seit Juni könne sich sehen lassen, hieß es während einer Sitzung des seniorenpolitischen Beirats der Stadt Kempten. Zum Vergleich: In Kaufbeuren wurde ein ähnliches Modell im Mai 2017 eingeführt. Bis zum Jahresende gaben dort 100 Bürger den Führerschein ab. Vor allem zu Beginn hatten damals viele Senioren reagiert, die ihr Auto nur noch selten bewegt hatten.

Das E-Bike als weitere Alternative

Wer das Jahresticket nutzen will, muss aber zuerst in die Führscheinstelle in der Bahnhofstraße 80. Mit der Bescheinigung von dort bekommen Kunden im Mona-Kundencenter am Albert-Wehr-Platz (ZUM) dann die Abo-Card. Dazu wird ein Lichtbild benötigt, übertragbar ist die Karte nicht. Das Ticket gilt ganztägig ohne zeitliche Beschränkung.

Doch für viele Senioren gibt es zum Auto auch noch eine weitere Alternative: das E-Bike. Aber Vorsicht, sagt hier Josef Böck vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC): „So eine Rakete unterm Hintern führt oft zu Problemen.“ Was Böck damit meint? Wer auf ein Elektrofahrrad umsteigt, sollte sicher sein. Und das seien gerade ältere Menschen oft nicht, auch wenn sie zuvor auf einem normalen Fahrrad unterwegs waren. Denn ein Pedelec sei anders zu handhaben.

Experte empfiehlt angehenden E-Bike-Fahrern Fahrsicherheitstraining

Deshalb empfiehlt Böck auf jeden Fall vor dem Umsteigen aufs Elektrofahrrad ein Fahrsicherheitstraining. In diesem Grundkurs frischen Experten die wichtigsten Verkehrszeichen und Regeln für Radfahrer auf, analysieren Risiko-Punkte und zeigen Wege, diese zu vermeiden. Die Teilnehmer erfahren Wissenswertes über die Rechtsgrundlagen des Pedelec-Fahrens und lernen, ihren persönlichen Schutzhelm richtig einzustellen.

Im praktischen Teil üben die Teilnehmer im verkehrsarmen Raum das sichere Aufsteigen und Anfahren. Wenn es um Sicherheit gehe, sagt Böck, könne man viel tun. Da die Kurse mit maximal acht Teilnehmern besetzt sind, könne man sich auch jedem Einzelnen intensiver widmen. Entsprechende Gruppen, die dann gemeinsam mit dem E-Bike radeln, gibt es einige – zum Beispiel im Altstadthaus.