Weniger Ausschuss in der Industrie

Neues Institut an Hochschule Kempten will Produktion effizienter machen

Die Professoren Michael Layh (links) und Christian Donhauser, hier zu sehen vor einer Stanzbiegeanlage, leiten gemeinsam mit Professor Christian Vogelei das neue Institut „Effiziente Produktionstechnik“ der Hochschule Kempten.

Die Professoren Michael Layh (links) und Christian Donhauser, hier zu sehen vor einer Stanzbiegeanlage, leiten gemeinsam mit Professor Christian Vogelei das neue Institut „Effiziente Produktionstechnik“ der Hochschule Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Die Professoren Michael Layh (links) und Christian Donhauser, hier zu sehen vor einer Stanzbiegeanlage, leiten gemeinsam mit Professor Christian Vogelei das neue Institut „Effiziente Produktionstechnik“ der Hochschule Kempten.

Bild: Ralf Lienert

An einem neuen Institut der Hochschule Kempten arbeiten Forschung und Industrie gemeinsam daran, Produktionstechniken möglichst effizient zu gestalten.
13.07.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Über 40 Bauteile, die später beispielsweise in Computern oder Steckern Verwendung finden, kann eine moderne Stanzbiegeanlage produzieren – und das jede Sekunde. Kommt es zu einem Fehler, werden bis zu dessen Behebung innerhalb kürzester Zeit also haufenweise mangelhafte Teile hergestellt. Mit der Frage, wie hier effizienter gearbeitet werden kann, haben sich die Professoren Christian Donhauser und Michael Layh von der Hochschule Kempten beschäftigt. Ihre Lösung: Eine optische Bilderfassung direkt in der Anlage, die in Echtzeit alle wichtigen Daten sammelt. Tritt ein Problem auf, wird es sofort erkannt.

Weniger Ausschuss und höhere Wertschöpfung

„Im Endeffekt bedeutet das weniger Ausschuss und eine höhere Wertschöpfung für die Industrie“, sagt Layh. Auch Wartungsarbeiten könnten so erst dann durchgeführt werden, wenn sie wirklich notwendig sind – was ebenfalls viel Geld spare. Geforscht wurde an dem Projekt zunächst im Rahmen des Technologienetzwerks „Effiziente Produktionstechnik“ (EffPro), aus dem jüngst ein eigenes Institut hervorgegangen ist.

Mittlerweile wurde für die „optische Bilderfassung“ ein internationales Patent erteilt. Als Partner aus der Industrie fungiert bei der Forschung die Otto Bihler Maschinenfabrik aus Halblech (Ostallgäu). Dass Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand gehen, ist auch das Ziel des neuen Instituts „Effiziente Produktionstechnik“ (EffProTec). Dort arbeiten zahlreiche Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierende aus verschiedenen Bereichen mit Partnern aus der Industrie zusammen. Vertreten sind beispielsweise neben der Fertigungs- beziehungsweise Produktionstechnik die Fachrichtungen Werkstoffwissenschaften und Robotik. (Lesen Sie auch: In diesem Allgäuer Institut forschen etwa 100 Menschen am Auto der Zukunft)

Roboter und Menschen arbeiten zusammen

Die zentrale Aufgabe: Gemeinsam mit den Partnern Lösungen für praxisnahe Problemstellungen finden. Bei einem der laufenden Projekte geht es beispielsweise um „Cobots“. „Vereinfacht ausgedrückt sind das Roboter ohne Einhausung, mit denen Menschen unmittelbar zusammenarbeiten“, erläutert Professor Andreas Stiegelmeyr. Mit einem Hersteller wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie möglichst kleine Geräte möglichst große Aufgaben übernehmen können.

Geforscht wird derzeit laut Christian Donhauser, der das neue Institut gemeinsam mit Michael Layh und Professor Christian Vogelei leitet, auch im Bereich spezieller Schmierstoffe für komplexe Frästechniken. Ziel ist es, dass Werkstoffe noch besser und effizienter bearbeitet werden können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf dem Thema CO2-Neutralität. Partner sind hierbei unter anderem die DMG Mori in Pfronten, Grob in Mindelheim und Liebherr Aerospace (Lindenberg). (Lesen Sie auch: Vorlesungsreihe gibt Anstoß: An der Hochschule Kempten entsteht ein nachhaltiges Netzwerk)

Neues Institut an Hochschule Kempten als Vorreiter

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Die Verantwortlichen des Instituts hoffen außerdem, bald eigene Doktoranden betreuen zu können. Aktuell ist das für Hochschulen nur in Kooperation mit einer Universität möglich. „Eine Zusammenarbeit zu organisieren, ist oft aufwendig und schwierig“, sagt Donhauser. Mit dem neuen Hochschulgesetz könnten aber auch die Kemptener unter bestimmen Voraussetzungen das Promotionsrecht erhalten. Laut Hochschulpräsident Professor Wolfgang Hauke könnte das neue Institut hierbei eine Vorreiterrolle übernehmen.

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