Corona-Fälle im Allgäu

Kempten: Realschüler mit Covid-19 infiziert

Ein Schüler aus Kempten hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Ein Schüler aus Kempten hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Bild: Gil Cohen Magen, dpa (Symbolbild)

Ein Schüler aus Kempten hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Bild: Gil Cohen Magen, dpa (Symbolbild)

Ein Schüler ist mit dem Coronavirus infiziert. Welche Auswirkungen das auf die Schule und die Eltern hat.

17.09.2020 | Stand: 14:57 Uhr

Ein Achtklässler, der die Städtische Realschule in Kempten besucht, hat sich mit Covid-19 infiziert. Das Gesundheitsamt testete die 21 Klassenkameraden und neun Lehrer am Donnerstagvormittag noch in der Schule. Die Ergebnisse liegen möglicherweise bereits am Freitag vor, sagt Andreas Kaenders, Sprecher am Landratsamt Oberallgäu, an das das Gesundheitsamt angegliedert ist.

Aus Sicht von Kemptens Schulreferent Thomas Baier-Regnery ist es nun wichtig, schnell Klarheit zu schaffen und eine mögliche Verbreitung zu stoppen. Der Schulbetrieb für die weiteren Klassen läuft weiter.

Wie sich die Covid-Fälle allgäuweit entwickeln, lesen Sie hier.

Mindestens eine Woche Quarantäne

Die Eltern des infizierten Achtklässlers informierten die Schule am Donnerstagmorgen, berichtet Schulleiter Dieter Gross. „Wir haben die Klasse und die Lehrer sofort isoliert.“ Mitarbeiter des Gesundheitsamts kamen, um die Schüler und Pädagogen zu testen. Die Eltern wurden verständigt. Sie holten ihre Kinder zeitlich versetzt ab, damit vor der Schule kein Stau entsteht. Sie – wie auch die neun Lehrer, die die Klasse unterrichten – bleiben nach Angaben des Schulleiters mindestens eine Woche zu Hause. Nach fünf bis sieben Tagen würden sie ein zweites Mal getestet. Die Schüler erhalten laut Gross Unterrichtsmaterial für zu Hause.

"Jetzt sind schnelle Ergebnisse wichtig"

Die Eltern der anderen Kinder und Jugendlichen, die die Städtische Realschule besuchen, müssten keine Sorge haben, sagt er. „Der Regelbetrieb ist gewährleistet.“ Die Klassen treffen ihm zufolge innerhalb der Schule nicht aufeinander. Jedes Kind hat einen festen Platz im Unterricht. Auch in der Pause würden die Gruppen separiert. Dass nicht alle Schüler und Mitarbeiter in Quarantäne müssen, liege an diesem im Vorfeld erarbeiteten Hygienekonzept, sagt auch Landratsamts-Sprecher Kaenders. „Genau dafür haben wir diese Konzepte ja.“

Schulreferent Baier-Regnery betont: „Jetzt sind schnelle Ergebnisse wichtig.“ Damit meint er nicht nur die Corona-Tests der Schüler und Lehrer. Auch die weiteren Kontakte des Achtklässlers werden nun überprüft. Ziel sei es, die weitere Verbreitung des Virus zu stoppen.

Vertretungsplan tritt in Kraft

Die Schulen seien auf Fälle wie diesen vorbereitet. So liegt laut Gross auch ein Vertretungsplan in der Schublade, der nun in Kraft tritt. Kollegen übernehmen den Unterricht der Lehrer, die nun in Quarantäne sind. „Das ist für alle anstrengend, aber es ist geregelt.“

Dass die Quarantäne lediglich eine statt zwei Wochen angeordnet ist, liegt nach Angaben des Schulleiters daran, dass Lehrer wie Schüler einen Mund-Nasen-Schutz getragen haben. Das ist in weiterführenden Schulen für die ersten zwei Unterrichtswochen vorgeschrieben. Laut Gross hat das Gesundheitsamt das Maskengebot für die Realschule nun um zwei Wochen verlängert.

"Lieber einmal mehr daheim bleiben"

Er hofft, dass es bei dem einen Corona-Fall bleibt und die Schule nicht wie im März noch einmal komplett geschlossen werden muss. Sollte es doch dazu kommen, „sind wir nicht mehr ganz so nervös“. Auch hierfür liegt mittlerweile ein Konzept in der Schublade, der Unterricht könne zu Hause gleich weitergehen. Unter anderem in einem Elternbrief appelliert der Schulleiter: „Wenn Kinder Krankheitsanzeichen haben, sollen sie lieber einmal zu viel als zu wenig daheim bleiben.“