Meinung

Kempten will keine Hybriden fördern - warum eigentlich?

Ulrich Weigel findet, die Stadt Kempten sollte die Förderung der E-Mobilität optimieren.

Ulrich Weigel findet, die Stadt Kempten sollte die Förderung der E-Mobilität optimieren.

Bild: Susanne Mölle

Ulrich Weigel findet, die Stadt Kempten sollte die Förderung der E-Mobilität optimieren.

Bild: Susanne Mölle

Nicht die Frage "reines E-Auto oder Plug-in-Hybrid" entscheidet über die Umweltfreundlichkeit, sondern der tatsächliche Umgang damit, meint unser Autor.
04.02.2021 | Stand: 18:01 Uhr

Kemptens Ansatz, die Elektromobilität über kostenloses Parken für E-Autos zu fördern, ist gut. Genau darauf zielt das Elektromobilitätsgesetz des Bundes ab. Allerdings ist unverständlich, warum die Stadt Plug-in-Hybriden, die die Kriterien für ein E-Kennzeichen erfüllen, ausschließen will.

Gewiss kann ein Plug-in-Hybrid eine Mogelpackung sein, wenn es sich etwa um einen schweren Dienstwagen handelt, bei dem der Halter nur Steuervorteile abgreifen will. Doch ein riesiger Elektro-Geländewagen vollgepackt mit Batterien für leistungsstarke Fahrten ist sicher nicht umweltfreundlicher.

Kostenloses Parken für E-Autos in Kempten: Warum nicht für Plug-in-Hybrid?

Viele Menschen setzen auch auf kleine, sparsame Plug-ins. Zum Beispiel, weil sie etwas für die Umwelt tun wollen, ihr Ladeanschluss daheim aber nicht für den größeren Batteriepack eines reinen E-Autos ausreicht. Andere Frage: Wer lädt sein Auto womit? Manche nehmen vielleicht den üblichen kohle-/atomstrom-haltigen Standardmix, andere setzen auf 100 Prozent Allgäustrom aus Sonne, Wasser, Wind und Biomasse.

Fazit: Nicht die Frage ,reines E-Auto oder Plug-in-Hybrid’ entscheidet über die Umweltfreundlichkeit, sondern der tatsächliche Umgang damit. Der Gesetzgeber hat sich bei der Förderung beider Varianten schon etwas gedacht.

So kann man in der peinlichen (Nicht-)Umsetzung des Beschlusses vom Juli 2020 durchaus etwas Gutes sehen: Die Stadt kann ihn optimieren. Am besten noch 2021.

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