Kempten/Lauben

Konträre Frauen finden zusammen

Evolet

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Bild: Elisa Allgaier

Evolet

Bild: Elisa Allgaier

Projekt „Evolet“ von Elisa Allgaier gibt es nun auch in Buchform – und wieder auf der Bühne
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Von no
20.12.2019 | Stand: 16:33 Uhr

Mit dem Tanztheaterprojekt „Evolet“ haben Elisa Allgaier und ihre Begleiter(innen) ein beherztes, mutiges Projekt geschaffen und vor gut zwei Jahren auf die Bühne des Kemptener Stadttheaters gebracht. Es beschäftigt sich mit einer Ur-Wunde der Menschheit, die Frauen wie Männer betrifft: die Polarität, ja Spaltung in einen lichten, zivilisiert-vorzeigbaren Anteil und in einen wilden, dunklen. Besonders schlimm hatten und haben Frauen darunter zu leiden. Bereits in der Schöpfungsgeschichte der Bibel wird diese Teilung ausgedrückt: neben Eva existiert Lilith, Adams erste Frau, die nicht so tat, wie er wollte ...

Aber es gibt auch Wege zur Ganzheit. Das möchte Evolet zeigen. Nun kommt das Tanztheater wieder auf die Bühne: Am 26. und 27. Dezember gibt es im Stadttheater zwei weitere Aufführungen dieses sich ständig weiterentwickelnden Projektes. Außerdem erscheint ein Evolet-Buch, das die „Geschichte von Eva und Lilith – Der Weg zur heilen Frau“ aufwändig und mit vielen Fotos erzählt. Auf der beiliegenden CD wird das Thema vertieft: Die Stationen der Evolet-Reise werden als Meditationen gesprochen und musikalisch illustriert. Für die Realisierung konnten hochkarätige Musikerinnen und Musiker wie Melinda Rohrmoser gewonnen werden.

„Es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzhafter wurde, als das Risiko zu erblühen.“ Dieses Zitat von Anaïs Nin ist dem Buch vorangestellt. Doch das Blühen ist nur möglich, wenn die ungleichen Schwestern zusammen finden. Kampf, Annäherung, Vergebung und Versöhnung: Das sind die Stationen dieses Weges, dieser Evolution. Genauso spannend wie dieser Mythos ist die Schilderung von Elisa Allgaier, wie sie persönlich, im realen Leben, auf ihre weibliche Schöpferkraft stieß (etwa im orientalischen Tanz) und sie ins Leben integrierte.

Im Projekt Evolet (Theater und Buch) begegnet Elisa Allgaier, die in Lauben lebt, nicht nur ihren zwei „Seelenschwestern“ Melanie Ria Robin und Milena Soyoung, sondern auch ihrer Schwester Mona Al Gaia (herrliches Wortspiel) und ihrer Mutter Sigrid. Auch ihr Mann Fjodor Zimmermann ist eingebunden: Er lieferte die Fotos fürs Buch und bedient die aufwändige Bühnentechnik. Ein beeindruckendes Teamwork, bei dem sich viele Fähigkeiten bündeln, auch gestalterisch. So werden die Brennpunkte der Saga im Buch in Symbol-Zeichnungen, „Kristalle“ genannt, ausgedrückt; bei der Aufführung im Theater werden die Kristalle auf eine große Leinwand projiziert.

Dass Elisa Allgaier und ihre Begleiter(innen) bereits in so jungen Jahren so Fundamentales, ja Weises und Heilsames zu diesem anspruchsvollen Thema äußern können, ist aller Ehren wert.

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