Hilfsprojekt

Mit Chumba Lama aus Unterschwarzenberg kommt das Wasser nach Nepal

Chumba Lama aus Unterschwarzenberg bei einem Hilfsprojekt in seiner Heimat Nepal. Wasserschläuche müssen verlegt werden.

Kilometerweise werden Wasserleitungen zu den Höfen in den Bergdörfern verlegt und dann vergraben.

Bild: Chumba Lama

Kilometerweise werden Wasserleitungen zu den Höfen in den Bergdörfern verlegt und dann vergraben.

Bild: Chumba Lama

Der Atem-Yoga-Lehrer treibt den Brunnenbau in seiner früheren Heimat-Region im Himalaya voran. 118 Häuser konnten so wieder versorgt werden.
23.11.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Wasser? Einfach den Hahn aufdrehen, dann fließt es sauber und in der gewünschten Temperatur heraus. In vielen Regionen unserer Erde kann von diesem Luxus, der bei uns selbstverständlich ist, keine Rede sein. Dazu gehört auch die Himalaya-Region in Nepal – die frühere Heimat von Chumba Lama aus Unterschwarzenberg. Der Atem-Yoga-Lehrer und Sänger der Band „Vuimera“ reiste kürzlich wieder dorthin, um die Wasserversorgung mehrerer Dörfer zu sichern.

Immer mehr Himalaya-Dörfer sitzen auf dem Trockenen. Alte Quellen, die Jahrhunderte sprudelten, versiegen. Eine Stunde Fußmarsch zur nächsten Quelle sei bittere Realität, erzählt Chumba. Und so justierte er seine Nepalhilfe neu. (Lesen Sie auch: Der Atem-Experte: Chumba Lama aus Unterschwarzenberg unterrichtet weltweit Atem-Yoga)

Chumba Lama aus Unterschwarzenberg bei einem Hilfsprojekt in seiner Heimat Nepal.
Chumba Lama aus Unterschwarzenberg bei einem Hilfsprojekt in seiner Heimat Nepal.
Bild: Privat

Chumba aus Unterschwarzenberg hilft, Wassertanks aufzustellen

Entstanden in der Anfangsphase seit 2012 sechs Schulen, so sind es inzwischen neun Brunnenbauprojekte. Jüngst reiste Chumba in die Region Tablejung und trieb die Arbeiten voran. In einem Dorf, das ausreichend mit Wasser versorgt ist, sei ein 120 000 Liter fassender Tank aufgestellt worden, erzählt der Unterschwarzenberger. Von dort seien rund drei Kilometer lange Leitungen in die benachbarten Dörfer verlegt und dort ebenfalls Behälter aufgestellt worden.

118 Häuser, 500 bis 600 Menschen, hätten dadurch wieder Wasser. Die Bündel mit den Leitungen, jeweils in Abschnitte von 25 Metern unterteilt, transportierte zunächst ein Traktor. Doch nach zwölf Stunden wurden die Wege schlecht – es galt, die Bündel auf viele Rücken umzuladen.

Über die Jahre viele Spenden gesammelt

Finanziert werden konnte die Aktion über die Initiative „Daimler ProCent“. Viele andere solcher Projekte organisierte Chumba in den vergangenen Jahren aus privaten Spenden, aber auch mit Hilfe von Firmen wie Rapunzel oder seinem Bandkollegen Peter Stannecker von „Vuimera“. 90 000 Menschen konnte mit 200 000 Euro geholfen werden. (Lesen Sie auch: Lauben wählt Bürgermeister für nur viereinhalb Jahre)

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Dass das Geld effizient eingesetzt wird, darauf ist Chumba stolz. Ob es die 2700 Dampfkochtöpfe waren, die es den Nepalis erlauben, mit einem Minimum an Brennmaterial zu garen, oder Solarkollektoren für Schulen – alle Projekte seiner Initiative erhalten ein Schild mit Chumbas Namen sowie eine deutsche und nepalesische Fahne.

Chumba weiß, dass Geld oft versandet

Der Unterschwarzenberger weiß nur zu gut, dass Hilfsgelder oft wirkungslos versanden, wenn man Menschen und Mentalität vor Ort nicht kennt. Wie schwierig es mitunter ist, Hilfe zu leisten, kann Chumba mit zahlreichen Anekdoten belegen: Manchmal seien die „Entwicklungshelfer“ selbst so naiv, dass etwa Schulen aus Stahlbeton geplant werden für Gegenden, in die kein Fahrzeug gelangt, sondern tagelange Fußmärsche nötig sind, erzählt er. Dabei seien Steine, die behauen werden, das gängige Baumaterial.

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