"Es ist ein ständiges Auf und Ab"

Neue Drive-in-Station, weitere Teststation in der Innenstadt: Wo in Kempten welcher Abstrich möglich ist

Auch auf dem Saurer-Allma-Gelände gibt es jetzt eine Drive-In-Teststation.

Auch auf dem Saurer-Allma-Gelände gibt es jetzt eine Drive-In-Teststation.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Auch auf dem Saurer-Allma-Gelände gibt es jetzt eine Drive-In-Teststation.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Seit Beginn der Pandemie entstehen immer mehr Testzentren in Kempten. Ein Risiko für Betreiber: Sie müssen oft spontan auf Corona-Regeln reagieren.
15.01.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Anders als im Rest von Deutschland gilt in Bayern keine 2G-Plus-Regel in der Gastronomie. Das beschloss das bayerische Kabinett am Dienstag. „Zum Glück habe ich nicht noch mehr Tests bestellt. Sonst wäre ich jetzt darauf sitzen geblieben“, sagt Roland Lack, Prokurist beim ambulanten Pflegedienst Lack, der die Corona-Testzentren in Leubas und am Eisstadion Kempten betreibt. Er sagt: „Es ist ein ständiges Auf und Ab.“

Neue Testzentren in Kempten für kostenlose Bürgertests

Trotz der Abhängigkeit von politischen Entscheidungen scheint das Geschäft mit den Schnelltests zu laufen. Erst kürzlich kamen zwei weitere Stationen hinzu: ein Drive-in auf dem Saurer-Allma-Gelände und eine Teststation am Rathausplatz in der ehemaligen Trio-Bar. Auf insgesamt zehn Schnellteststationen verweist die Stadt Kempten aktuell. Das erste Testzentrum in Kempten eröffnete im August 2020 auf dem Gelände der Ari-Kaserne, private Schnelltestzentren folgten ab März 2021.

Für die kostenlosen Bürgertestungen, die der Bund finanziert, gehen die Teststationen zunächst in Vorkasse. Anschließend rechnen die Unternehmen die Kosten über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ab. Acht Euro pro durchgeführtem Schnelltest sollen laut bayerischem Gesundheitsministerium Personal- und Mietkosten sowie die Anschaffung medizinischen Materials wie Masken und Handschuhe decken. 3,50 Euro kommen pro Testkit oben drauf. „Für Dezember und Januar ist es ein Euro mehr, weil es Lieferengpässe bei den Schnelltests gab“, sagt Lack. Eine Teststation zu betreiben, trage sich zwar finanziell, sei aber auch ein Risiko.

Ausgeprägte Infrastruktur an Testzentren laut BRK Kempten-Oberallgäu wegen ehrenamtlicher Helfer möglich

Ob ein Testzentrum kostendeckend ist und damit weiter bestehen kann, zeige sich erst über einen längeren Zeitraum, sagt Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Kempten-Oberallgäu. „Als es vergangenen Herbst kurzzeitig Selbstzahlertests gab, mussten wir viele Testzentren schließen“, sagt Schwägerl. Weil dort auch ehrenamtliche Testerinnen und Tester arbeiten, habe man den Verwaltungsaufwand nicht mehr leisten können. Mittlerweile seien alle Testzentren wieder in den Betrieb zurückgekehrt.

Vor allem für Schnellteststationen in Gemeinden, wie es sie zum Beispiel in Dietmannsried, Wiggensbach oder Lauben gibt, sei das BRK auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Diese Stationen haben meist ein oder zwei Mal pro Woche geöffnet. Außerdem bieten auch zahlreiche Apotheken in Kempten kostenlose Bürgertests an, einsehbar unter www.mein-apothekenmanager.de.

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PCR-Tests sind in Kempten kostenlos beim Roten Kreuz auf dem Gelände der Ari-Kaserne möglich. Dort können sich Berechtigte untesuchen lassen, die vom Gesundheitsamt Oberallgäu wegen akuten Verdachts informiert wurden. PCR-Tests für Selbstzahler gibt es im Testzentrum im Forum Allgäu und in der BRK-Station in der Gerberstraße 46.