Disko muss geschlossen bleiben

Parktheater-Chef Hannes Palmer: "Der Support der Leute gibt uns Kraft in der Corona-Krise"

Parktheater-Chef Hannes Palmer sehnt ein Ende der Corona-Beschränkungen herbei.

Parktheater-Chef Hannes Palmer sehnt ein Ende der Corona-Beschränkungen herbei.

Bild: Ralf Lienert

Parktheater-Chef Hannes Palmer sehnt ein Ende der Corona-Beschränkungen herbei.

Bild: Ralf Lienert

No Dance, no Party: Seit zwei Monaten ist das Parktheater für Großveranstaltungen geschlossen. Wie "Park"-Chef Hannes Palmer und sein Team damit umgehen.
15.05.2020 | Stand: 21:12 Uhr

Das Wochenende steht vor der Tür, doch in Feierstimmung ist derzeit wohl kaum jemand. Erst Recht nicht im Parktheater in Kempten. Die wohl bekannteste Disco im Allgäu, mit Platz für gut 900 Gäste, darf ihre Tanzfläche wegen der Corona-Pandemie auch weiterhin nicht öffnen. Wie Betreiber Hannes Palmer (45) mit seinem Team mit der schwierigen Situation umgeht und was ihm dennoch Hoffnung macht, verrät er im Interview.

 

Das Parktheater hat vor exakt zwei Monaten die Türen angesichts der Corona-Pandemie frewillig geschlossen. Mittlerweile sind Großveranstaltungen längst verboten und eine Lockerung ist zumindest für Discotheken in Bayern nicht in Sicht. Wie geht es Ihnen?

Hannes Palmer: Das Schlimmste ist die Perspektivlosigkeiit. Wir wissen derzeit nicht, wie lange die Situation so bleibt. Wir hängen buchstäblich in der Luft. Das geht allen in unserer Branche so: Veranstaltern, Agenturen, Clubbetreibern und natürlich auch dem Personal. Da geht es um viele Existenzen. Das wird oft vergessen. Das belastet einen. Aber Jammern ist für uns keine Option.

Was gibt Ihnen inmitten der schwierigen Situation Kraft?

Hannes Palmer: Auf jeden Fall der Support der Leute. Ich bin noch nie so oft in meinem Leben gefragt worden, wie es mir geht. Das geht auch den Mitarbeitern so. Die Gäste nehmen Anteil - egal ob im persönlichen Gespräch oder auf unseren Social-Media-Kanälen. Sie bleiben uns verbunden. Und sie freuen sich schon jetzt darauf - genau wie wir - dass wir eines Tages wieder gemeinsam feiern dürfen .

Wann glauben Sie wird es wieder so weit sein, dass Clubs und Discos in Bayern wieder öffnen können?

Hannes Palmer: Wir müssen uns notgedrungen damit abfinden, dass es wohl noch eine Zeit dauert, bis wir wieder ganz normal öffnen können. Ich hoffe sehr, dass es im September oder Herbst so weit sein wird, wenn sich die Zahl der Infizierten weiter positiv entwickelt und uns die Politik nicht vergisst.

Wie wollen Sie so lange überbrücken?

Hannes Palmer: Wir entwickeln ständig neue Ideen und Konzepte. Seit ein paar Wochen haben wir Cocktails to go oder im Lieferservice. Passend dazu gibt's unseren Couchfunk, also die Live-Übertragungen von DJ bei Twitch. Ab Montag öffnen wir ein Strandcafe im Außenbereich. Dafür wurden 15 Tonnen Sand aufgeschüttet. Das wird richtig cool. Und wir öffnen unseren Biergarten zum Künstlercafe hin. Für den Innenbereich schwebt uns auch was vor. Aber das ist noch nicht spruchreif.

Aber damit können Sie wohl kaum das Geschäft von einem normalen Freitagabend, also vor Corona, kompensieren...

Hannes Palmer: Natürlich nicht. Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal. Wir haben zwar staatliche Soforthilfe beantragt und mittlerweile auch bekommen. Aber das reicht bei Weitem nicht aus. Wenn meine Partnerin Micha und ich nicht privates Kapital zuschießen, wäre das Parktheater bald komplett dicht. Aber wir hoffen, dass wir das durchstehen. Allein schon wegen unserer knapp 100 Mitarbeiter, von denen die meisten jetzt keine Arbeit haben. Dafür habe ich eine Verantwortung. Wir halten in guten und schlechten Zeiten zusammen. Dieser Teamspirit macht das "Park" aus.

Und was machen Sie jetzt persönlich an den (fast) freien Wochenenden?

Hannes Palmer: Anfangs habe ich das noch alles wie einen Urlaub gesehen. Aber inzwischen ist es schon hart. Ich vermisse die Leute, den Sound, die gemeinsamen Nachte. Das kann nicht mal Netflix ersetzen (lacht). Ich hoffe einfach, dass es bald wieder losgehen kann.

 

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