Kripo ermittelt

Protestaktion auf B12 in Kempten - Aktivisten klebten sich auf die Straße

Umweltaktivisten haben am Dienstagmorgen in Kempten die B12-Zufahrt zur Innenstadt blockiert.

Umweltaktivisten haben am Dienstagmorgen in Kempten die B12-Zufahrt zur Innenstadt blockiert.

Umweltaktivisten haben am Dienstagmorgen in Kempten die B12-Zufahrt zur Innenstadt blockiert.

Sechs Aktivisten haben am Dienstagmorgen in Kempten die B12-Zufahrt zur Innenstadt blockiert. Vier klebten sich auf die Fahrbahn. Jetzt ermittelt die Kripo.
06.09.2022 | Stand: 16:30 Uhr

Eine Protestaktion auf der B12 in Kempten nahe des Berliner Platzes hat am Dienstagmorgen zu Stau und Verkehrsbehinderungen geführt. Laut Polizei hatten sechs Frauen und Männer gegen 8 Uhr die Stephanstraße in Richtung Innenstadt blockiert. Vier der Aktivisten klebten sich dabei mit den Händen auf der Straße fest.

Gut eineinhalb Stunden lang ging für Autofahrer in Fahrtrichtung Kempten-Innenstadt nichts mehr. Der Verkehr staute sich bis auf die Abfahrt der A7 in Richtung Kempten. Die Polizei war vor Ort, sperrte die Straße und leitete den Verkehr um. Kurz vor 9 Uhr lösten Beamte dann die festgeklebten Aktivisten von der Straße. Dabei nutzten sie Öl, das sie von einem benachbarten Schnellrestaurant holten. Der Stau löste sich dann allmählich auf.

Gegen die Beteiligten - drei Frauen und drei Männer zwischen 20 und 62 Jahren - wurden laut Polizei Ermittlungsverfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr eingeleitet. Die Kriminalpolizei Kempten hat die Ermittlungen aufgenommen.

Viele Autofahrer, die während der Aktion im Stau standen, reagierten verärgert. Er habe Verständnis für die Ziele der Klimaktivisten, aber nicht für eine solche Aktion, sagte ein Mann.

Google Maps zeigt gegen 8.15 Uhr den Stau, den die Straßenblockade auslöste. Autofahrer sollten den Bereich umfahren.
Google Maps zeigt gegen 8.15 Uhr den Stau, den die Straßenblockade auslöste. Autofahrer sollten den Bereich umfahren.
Bild: Screenshot/AZ

Eine ähnliche Aktion von Umweltaktivisten hatte bereits Ende Mai in Kempten für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Gegen neun mutmaßliche Beteiligte leitete die Polizei damals ebenfalls Ermittlungen wegen des Verdachts auf Nötigung im Straßenverkehr ein. Den Demonstranten droht dafür Geld- oder sogar Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren. Außerdem wurde ein Verstoß gegen das Versammlungsrecht geprüft, weil die Aktion nicht angemeldet war.

Umweltaktivisten blockieren erneut B12 in Kempten

Lesen Sie auch
##alternative##
Straßenblockade in Kempten

Demonstranten kleben sich in Kempten auf der Straße fest - was ihnen jetzt droht

Straßenblockaden von Umweltaktivisten gab es zuletzt immer wieder in Deutschland. Verantwortlich dafür zeichnete eine Gruppierung namens "Letzte Generation", die nach einem Klima-Hungerstreik in Berlin vor einem Jahr entstanden war. Aktivisten klebten sich dabei auf der Fahrbahn fest, was lange Staus und Ärger bei Autofahrern auslöste. Zuletzt klebten sich Protestierende auch an Kunstwerke in Museen oder drehten an Öl- und Gasleitungen Ventile zu. Ziel der Aktionen ist nach Angaben der Gruppe einen Abkehr von Öl, Kohle und Gas, bei deren Verbrennung klimaschädliches Kohlendioxid frei wird.

Auch die Demonstranten am Dienstag in Kempten rechnen sich zur Gruppe "Letzte Generation". „Es kostet mich Überwindung, meine Mitmenschen in ihrem Alltag zu behindern", so die 20-jährige Lisa Winkelmann in einer Pressemitteilung zu der Blockade. "Doch wir müssen das fossile Weiter-So unterbrechen, weil wir nicht länger zusehen können, wie vor unser aller Augen die Folgen der Katastrophe immer dramatischer werden."