Priesterweihe in Augsburg

Roland Kiechle hat sich für die Kirche entschieden

Roland Kiechle wird am Sonntag zum Priester geweiht.

Roland Kiechle wird am Sonntag zum Priester geweiht.

Bild: Ralf Lienert

Roland Kiechle wird am Sonntag zum Priester geweiht.

Bild: Ralf Lienert

36-Jähriger aus Wildpoldsried spricht über seinen Entschluss, Geistlicher zu werden. Er hat ein Diplom in Mathematik und ein Faible für Tischtennis.
25.06.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Im Frühsommer 2002 ministrierte Roland Kiechle bei der Primiz von Christian Lang in Wildpoldsried. Auf dem Heimweg sagte er zu seiner Mutter: „Mama, eine Primiz ist schöner als eine Hochzeit“. 20 Jahre später steht er vor seinem großen Tag: Am Sonntag wird der 36-Jährige in Augsburg zum Priester geweiht. Dabei waren die Weichen schon auf ein Leben als Technomathiker und Familienvater gestellt.

Kiechle war zuletzt noch auf Exerzitien in Oberschönenfeld und sagt nach seiner Schweigewoche: „Ich bin bereit für ein Leben, das seine Kraft aus der lebendigen Beziehung zu Gott schöpfen kann und damit bin ich zu 100 Prozent für die Menschen da.“

Pfarrer Fink war ein "kantiges" Vorbild

Der gebürtige Kemptener lebt seit Anfang der 1990er Jahre in Wildpoldsried und war dort bei Pfarrer Ulrich Fink Ministrant: „Er war kantig, authentisch und ein großes Vorbild. Leider ist er schon 2003 verstorben.“ Nach dem Abitur am Allgäu-Gymnasium 1995 und einem Zivildienst beim Malteser Hilfsdienst studierte Kiechle an der TU München Technomathematik: „Ich hatte mich aber damals schon mit dem Priesterwerden beschäftigt.“

Mit einem Diplom in der Tasche begann er bei der Firma Liebherr in Kempten: „Ich hatte viel Spaß an der Arbeit.“ Kiechle hatte eine Freundin und wollte eine Familie gründen. „Trotzdem ließ mich die Überlegung, vielleicht doch Priester zu werden, nicht los.“ Schließlich gab er seinem Leben eine neue Richtung: „Ich habe mich bewusst für ein zölibatäres Leben und damit für die Menschen und für Gott entschieden.“ Für seine Freundin sei dieser Verzicht nicht leicht gewesen: „Wir haben dennoch heute ein gutes Verhältnis.“

"Für viele stellt sich die Frage nach Gott zurzeit nicht"

Am Sonntag ist Kiechle einer von drei Neupriestern in der Diözese Augsburg. Markus Kraus aus Friesenried und Manuel Reichart aus Neuburg stehen an seiner Seite. Der Allgäuer ist sich im Klaren, welche Herausforderungen auf ihn und seine Kollegen zukommen: „Die Kirche wird wohl eine kleinere Herde, die dann durch ihre Freude ausstrahlt und andere anzieht.“ Er weiß aus seiner Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft Nördlingen, dass sich Menschen von der Kirche abwenden: „Uns geht es gut und deshalb stellt sich für viele die Frage nach Gott nicht.“

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Jetzt freut er sich auf seine Priesterweihe und auf seine Primiz am 3. Juli in seiner Heimatpfarrei Wildpoldsried. Dort ist er auch noch Mitglied in der Tischtennisabteilung: „Bis 2012 habe ich aktiv in der Mannschaft gespielt und will bald wieder einsteigen.“

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