Kempten

Schüler tragen Carl von Linde

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Bild: Anja Worschech

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Bild: Anja Worschech

Das Porträt des deutschen Ingenieurs Carl von Linde prangt seit Kurzem auf vielen T-Shirts und Pullis der Schüler des Carl-von-Linde-Gymnasiums in Kempten. Die Jugendlichen haben sich für eine Schulkollektion entschieden, um bei Veranstaltungen wie dem Sommerfest sowie im Schulalltag das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. „Wir finden es total cool, wenn man reinkommt und alle tragen das gleiche T-Shirt“, erklärt Schülersprecherin Katharina Schindele die Idee.

12.03.2020 | Stand: 16:28 Uhr

Für alle neuen Schüler der fünften Jahrgangsstufe soll das Identität schaffen, „sie sollen sich aufgehoben fühlen“, ergänzt Schülersprecher Oskar Brausewetter. Als Fair-Trade-Schule, die noch dazu auf dem Weg zur Klimaschule ist, kam für die Schüler des Linde nur ein nachhaltiges Modelabel in Frage. Einen passenden Partner haben sie in dem jungen Fair-Fashion-Unternehmen „LYTD“ gefunden.

Die Gründer Florian Schimmer (20) und Vincent Azimian (20) aus Memmingen haben es sich zur Aufgabe gemacht, faire und nachhaltige Schulmode herzustellen. Das Linde ist die zweite Schule neben dem Marianum Buxheim bei Memmingen, das sie mit fairer Mode ausstatten.

Die Studenten wollen Aufmerksamkeit auf das Thema Nachhaltigkeit im Modebereich lenken. Und das ohne erhobenen Zeigefinger, stellt Florian Schimmer, Student für Internationales Management, klar. Für ihn und Azimian zähle es, bezahlbare, modische und nachhaltige Textilien zu produzieren.

Kostenfaktor: Für einen Pulli zahlen die Schüler des CvL 45 Euro, für ein T-Shirt 20 Euro. „Das ist voll okay“, findet Oskar Brausewetter. Die Qualität sei gut und die Mode zertifiziert. Etwa 100 Pullis, 100 T-Shirts und 50 Tragebeutel hat das Label nun für die Schüler des Gymnasiums herstellen lassen. Damit trägt fast die Hälfte der Schüler ein Produkt mit dem markanten Carl-von-Linde-Aufdruck. Schulleiter Hermann Brücklmayr findet den Vorstoß der Schüler „super“.

Bei ihrem Modelabel „LYTD“ setzen die Gründer auf Umweltstandards und faire Bezahlung. Die Baumwolle stammt aus Bio-Anbau und die Herstellung erfolgt möglichst CO2-frei durch die Nutzung erneuerbarer Energien. Zudem achten die Gründer darauf, dass ihre Mode das Siegel „FairWearFoundation“ trägt und „GOTS“ zertifiziert ist: Diese Siegel garantieren kontrollierte organische Anbau- und ethisch-soziale Arbeitsbedingungen in der gesamten Produktionskette. Jeder Arbeitsschritt sei transparent, sagt Azimian.

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Zudem arbeite das Label mit der Initiative „Trees for the future“ (Bäume für die Zukunft) zusammen. Damit werde für jedes verkaufte Produkt ein Baum in Afrika gepflanzt. Hergestellt werden die Textilien zwar noch in Bangladesch und der Türkei. In Zukunft plant das Gründer-Duo, die Transportwege aber möglichst gering zu halten und in Europa produzieren zu lassen. Mengenmäßig sei das im Moment allerdings noch nicht rentabel.

Der Name des Modelabels „LYTD“ steht für „Loose yourself to dance“ (Verliere dich selbst, um zu tanzen). Denn die ursprüngliche Idee der passionierten Breakdancer war es, Tanzklamotten herzustellen. Mittlerweile sind die beiden von ihrem früheren Hobby abgekommen – und voll im „Fieber“ für nachhaltige Schulmode.