Verkehrssicherheit

Sicherheit für Radfahrer: Mehr Rot für die Radler an Ampeln in Kempten

In Kempten entstehen wie hier an der Ecke Stiftsplatz/Salzstraße an einigen Ampeln Aufstellflächen für Radler. Autos dürfen bei roter Ampel in der regel nicht darauf fahren.

In Kempten entstehen wie hier an der Ecke Stiftsplatz/Salzstraße an einigen Ampeln Aufstellflächen für Radler. Autos dürfen bei roter Ampel in der regel nicht darauf fahren.

Bild: Ralf LIenert

In Kempten entstehen wie hier an der Ecke Stiftsplatz/Salzstraße an einigen Ampeln Aufstellflächen für Radler. Autos dürfen bei roter Ampel in der regel nicht darauf fahren.

Bild: Ralf LIenert

Kempten schafft Aufstellflächen an Ampeln. So kommen Radler als „Pulkführer“ vor abbiegenden Autos über die Kreuzung. Das kosten Verstöße von Kraftfahrern.
04.05.2022 | Stand: 14:30 Uhr

Für die Sicherheit der Fahrradfahrer setzt die Stadt immer öfter auf Rot – auch an Ampeln. Dabei geht es freilich nicht um Rotlichtphasen, die Autos ausbremsen, sondern um rote Farbe auf dem Boden. Die Rede ist von sogenannten Aufstellflächen an Ampeln. An der Kreuzung der Wiesstraße mit dem Schumacherring, wo Autos seit einem Jahr Radler nicht mehr überholen dürfen, gibt es sie schon länger. Nun halten sie an weiteren Kreuzungen Einzug: etwa der Ecke Salzstraße, Stiftsplatz, Wartenseestraße.

Den Sinn solcher Aufstellflächen erläutert Markus Wiedemann, Leiter des Amts für Tiefbau und Verkehr: Zeigt die Ampel rot an, müssen die Autos vor dem rot markierten Bereich an der weißen Haltelinie stoppen. Radler könnten sich dann auf einem roten Streifen an den Autos vorbeischlängeln und vor ihnen aufstellen. Dann sehen Kraftfahrer die Radler vor sich.

Vor abbiegenden Autos und Lastwagen sicher losfahren, ohne in den toten Winkel zu geraten

Das ist vor allem wichtig, wenn Autos oder Lastwagen an der Kreuzung abbiegen wollen. Denn als „Pulkführer“, wie es Weidemann nennt, können die Radler dann vor den Kraftfahrzeugen sicher losfahren, ohne dann in deren toten Winkel zu geraten.

Die Stadt wolle den Radverkehr weiter stärken, sagt Wiedemann. Weitere neue Fahrrad-Aufstellflächen entstehen an der Kreuzung Schumacherring/Brodkorbweg sowie an der Memminger Straße/ Madlenerstraße. Und es sollen nicht die einzigen bleiben. Die Stadt wolle schrittweise auch an anderen Kreuzungen Aufstellflächen anlegen – eben da, wo es Sinn habe.

Bußgeld: Minimum zehn Euro, es können aber auch 85 werden

Und was ist bei Verstößen? Fahren Autos und Lastwagen bei einer roten Ampel über die weiße Linie in die rote Aufstellfläche hinein, kann das laut Dominic Geißler von der Polizei-Pressestelle zehn Euro Bußgeld kosten. Werden dabei andere gefährdet, steige der Satz auf 70, bei einem Unfall auf 85 Euro. Doch es gibt eine Ausnahme: Wenn ein Kraftfahrer verkehrsbedingt (etwa bei einem Stau) auf der Aufstellfläche stehen bleiben muss und die Ampel dann auf rot schaltet, kann er ja weder vor noch zurück.

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