Kirche in Kempten

Stadtpfarrei St. Michael feiert 70-Jähriges: Mittelpunkt einer „recht verlassenen Gegend“

Kempten St. Michael

1951 wurde die Notkirche St. Michael aus einer Flugzeughalle errichtet, im Mai 1966 wurde die heutige Stadtpfarrkirche eingeweiht.

Bild: Foto/Repro: Ralf Lienert

1951 wurde die Notkirche St. Michael aus einer Flugzeughalle errichtet, im Mai 1966 wurde die heutige Stadtpfarrkirche eingeweiht.

Bild: Foto/Repro: Ralf Lienert

Am Sonntag feiert die Stadtpfarrei St. Michael einen Festgottesdienst. Stationen aus 70 Jahren ereignisreicher Geschichte.
18.09.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Die katholische Stadtpfarrei St. Michael feiert ihr 70-jähriges Bestehen an diesem Sonntag um 10.15 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Pfarrer Rupert Ebbers. Die musikalische Gestaltung des Patroziniumsfestes übernimmt Lydia Haslach mit den Nesselwanger Singföhla, Marciana Endras an der Harfe und Volker Zapp an der Orgel. Im Anschluss werden Fotos aus den vergangenen 70 Jahren gezeigt.

Die Ursprünge der Pfarrei gehen auf das Jahr 1938 zurück, als das Kultusministerium die Kirchenstiftung St. Michael genehmigte. Die Neubaupläne kamen durch den Zweiten Weltkrieg ins Stocken, nahmen aber 1946 wieder Fahrt auf, als nördlich der Rottach in den Kolonien auf der Breite, der Kriegssiedlung Halde und einer Siedlung in Oberwang 2000 Katholiken wohnten.

Kempten St. Michael
Kempten St. Michael
Bild: Ralf Lienert

1950 wurde aus Teilen einer ehemaligen Flugzeughalle aus Durach eine erste Kirche gebaut, die am 26. November 1950 von Bischof Josef Freundorfer geweiht wurde. Die Geräte und Gewänder sowie einen Kreuzweg hatte die Mutterkirche St. Lorenz gestiftet. Im Mai 1962 meldete die AZ: Michaelskirche wird gebaut. Ein Jahr später wurde das Modell für das neue Gotteshaus mit 630 Sitzplätzen und einem 55 Meter hohen Turm vorgestellt. Die alte Kirche wurde abgebrochen und daneben eine kleine Notkirche aufgestellt.

Fünf Glocken für die Kirche

Im Juni 1964 kam Domkapitular Johann Rigel zur Grundsteinlegung und im Dezember wurden in der Glockengießerei Gebhart am Ostbahnhof fünf Glocken gegossen.

Der 22. Mai 1966 war ein großer Festtag für die 4000 Katholiken im Kemptener Norden: Bischof Josef Stimpfle weihte die neue Kirche, die vom Kemptener Künstler Hans Wachter ausgestattet worden war. Altar, Ambo und Tabernakel stammen von Bildhauer Andreas Bindl.

Anton Kuhn.
Anton Kuhn.
Bild: Ralf Lienert

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OB August Fischer sagte damals: „Der Kirchplatz ist Mittelpunkt eines neuen Stadtteiles, der vor zehn Jahren noch eine recht verlassene Gegend war.“ 1968 gab es zum Abschluss des Neubaus die Weihe einer Orgel aus der Werkstatt von Josef Zeilhuber Altstädten.

Einen besonderen Moment erlebte die Pfarrei 1975, als mit Bernhard Schönmetzler, Johann Bischlager und Anton Siegel drei Allgäuer ihre Priesterweihe in St. Michael erhielten.

Geschichte der Pfarrei St. Michael

  • 1950 Pfarrsprengel als Expositur
  • 1950 Flugzeughalle aus Durach wird zur Notkirche St. Michael
  • 1951 Anton Kuhn wird Pfarrer
  • 1952 Gründung Kirchenbauverein
  • 1953 Kindergarten und Pfarrhaus
  • 1956 Ergebung zur Stadtpfarrei
  • 1956 Ulrich Hertle wird Pfarrer
  • 1963 Spatenstich zum Kirchenbau
  • 1964 Glockenweihe
  • 1965 Richtfest
  • 1966 Kirchenweihe
  • 1968 Orgelweihe
  • 1971/72 Pfarr- und Kolpingheim
  • 1975 Berthold Spägele wird neuer Stadtpfarrer
  • 1975 Kuratie St. Hedwig
  • 2002 Gründung Pfarreiengemeinschaft mit St. Hedwig und Heiligkreuz, Stadtpfarrer Franz Heumann
  • 2008 Rupert Ebbers wird Pfarrer
  • 2021 Bau Kindergarten St.Martin und Neubau Kindergarten St. Michael