Tierhaltung im Zirkus

"Manegenpartner und Familienmitglied" - Tiere gehören im Moskauer Circus dazu, auch bei Shows in Kempten

Tiger sind im „Moskauer Circus“ seit vielen Jahren Teil der Vorführungen und werden auch in Kempten in der Manege stehen.

Tiger sind im „Moskauer Circus“ seit vielen Jahren Teil der Vorführungen und werden auch in Kempten in der Manege stehen.

Bild: Martina Diemand

Tiger sind im „Moskauer Circus“ seit vielen Jahren Teil der Vorführungen und werden auch in Kempten in der Manege stehen.

Bild: Martina Diemand

Der "Moskauer Circus" gastiert in Kempten. Während der Corona-Pandemie fanden die Vorführungen ohne Tiere statt, nun sie zurück - das sorgt für Kritik.
10.11.2021 | Stand: 05:34 Uhr

Artistinnen, die in schwindelerregender Höhe am Reifen turnen, durchs Zirkuszelt fliegende Papageien und Tiger in der Manege – all das gehört zu einer Vorstellung im „Moskauer Circus“. Dieser feiert am Donnerstag, 11. November, um 17 Uhr Premiere am Stadtrand von Kempten beim Bauernhof Böckler an der Kaufbeurer Straße. Es gibt Vorstellungen bis 20. November. Während viele Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner sich wohl auf Clowns, Artisten und Zirkustiere freuen, gibt es auch Gegenwind.

Peta kritisiert Wildtier-Shows in Zirkussen aus Sorge um das Tierwohl

Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert das Zirkusunternehmen für sein Programm, zu dem Kunststücke mit Wildtieren wie Tigern und Papageien gehören. Peta schreibt in einer Mitteilung: „Großkatzen und andere Tiere leiden im Zirkus unter einer meist von Gewalt und Zwang geprägten Dressur und artwidrigen Haltungsbedingungen.“ Die Forderung: ein Zirkus ohne Wildtierdressuren.

Vorwürfe, die den Zirkus-Verantwortlichen laut Sprecher Michael Wagner in nahezu jeder Stadt begegnen. Dazu Wagner: „Wir leben und arbeiten gemeinsam mit unseren Tieren. Sie sind Manegenpartner und Familienmitglieder.“ So basiere die Dressur der sechs Tiger auf Belohnungen. Wagner sagt: „Alle Tricks entstanden aus dem natürlichen Verhalten der Tiger.“

Ohne Tiere bleiben Zuschauer im "Moskauer Cirkus" aus: "Die Menschen freuen sich über Tiere in der Manege"

Während der Corona-Pandemie war der Zirkus ohne tierische Begleitung unterwegs. Peta schreibt dazu: „Jetzt hat der Zirkus wieder Tiger und Papageien im Programm. Peta kritisiert diesen Rückschritt scharf.“ Diese zeitweise Veränderung habe wirtschaftliche Gründe gehabt, sagt Wagner. Weil die Planung für Vorführungen in den vergangenen Monaten oft unsicher gewesen sei, habe man aufwendige Tiershows nicht kurzfristig absagen wollen und deshalb ganz auf sie verzichtet. Langfristig sei das aber keine Option, auch wenn andere Zirkusse bereits darauf setzen. „Wir haben das schon für eine Saison versucht“, erklärt Wagner. „Damals sind uns schlicht die Zuschauer weggeblieben. Die Menschen freuen sich über Tiere in der Manege.“

Bilder von Tieren in schlechter Verfassung oder kleinen Käfigen gehören laut Wagner der Vergangenheit an. Zwar gebe es auch schwarze Schafe, doch die Auflagen und Kontrollen seien in Deutschland für Zirkusse hoch. „Wir übertreffen die Anforderungen sogar“, versichert Wagner. „Und das ist auch ganz entscheidend für uns. Wir verbringen jeden Tag mit den Tieren und wollen, dass es ihnen gut geht.“

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