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Vandalismus in Kemptener Kirche: Polizei ermittelt in Mariä Himmelfahrt

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Nur noch während der Gottesdienste sind die Türen der Kirche Mariä Himmelfahrt Mang geöffnet. Zu viele Zerstörungen finden im Kirchenraum statt.

Bild: Claudia Benz

Nur noch während der Gottesdienste sind die Türen der Kirche Mariä Himmelfahrt Mang geöffnet. Zu viele Zerstörungen finden im Kirchenraum statt.

Bild: Claudia Benz

Das Gotteshaus im Stadtteil Sankt Mang öffnet nur noch zu den Gottesdienstzeiten. Dort demolieren Unbekannte Gegenstände.
06.10.2021 | Stand: 14:00 Uhr

In der evangelischen St.-Mang-Kirche wurde am Sonntag der Erntedank-Altar geplündert, die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Kempten ist nur noch zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. Der Grund: Vandalismus. Haben Diebstahl und Vandalismus in Gotteshäusern zugenommen? Die Polizei in Kempten, heißt es von der Pressestelle, verzeichnet keine Häufung solcher Fälle. Bei entsprechenden Anzeigen werde mit allen Mitteln versucht, die Täter ausfindig zu machen.

(Lesen Sie hier: Erntedank-Altar geplündert: Erschütterung in der St. Mang Kirche Kempten)

Das Gotteshaus Mariä Himmelfahrt war nicht das erste, in dem in der Pfarreiengemeinschaft Kempten-Ost Unbekannte Gegenstände demolierten. Laut Pfarrer Aleksander Gajewski wurde in der Kirche St. Ulrich die dort ausgelegte Bibel mit Schmierereien verunstaltet. In Mariä Himmelfahrt in Sankt Mang richteten die bisher unbekannten Täter größeren Schaden an.

Weil in der KircheMariä Himmelfahrt Randalierer gewütet haben, bleibt das Gotteshaus im Stadtteil Sankt Mang vorerst geschlossen

Dort, sagt der Leiter der Pfarreiengemeinschaft, wurden die Schriftständer umgeworfen, Opferkerzen über den Kirchenraum verstreut und beschädigt. Die Pfarrei hat deshalb nicht nur Anzeige bei der Polizei erstattet. Um weiteren Schaden zu vermeiden, habe man die Kirche schließen müssen. Nur noch zu den Gottesdienstzeiten werden die Türen geöffnet. Pfarrer Gajewski findet das sehr bedauerlich. Denn es gebe viele Menschen, die auch außerhalb der Gottesdienstzeiten im Kirchenraum beten oder sich in die Stille zurückziehen wollen. Für die meisten sei eine Kirche ein heiliger Ort. Unverständlich sei es deshalb, dass dort Unbekannte wüten.

(Lesen Sie auch: Missbrauch: Die katholische Kirche verweigert die Übernahme von Verantwortung)

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Dass Vandalismus an religiösen Stätten in Deutschland zugenommen habe, hat der Kunstexperte der Deutschen Bischofskonferenz, Jakob Johannes Koch, bereits vor längerer Zeit festgestellt. Er prangerte diese Untat in der Monatszeitschrift „Herder Korrespondenz“ an.

Videoüberwachung in der Kirche: Immer mehr Gemeinden tun's

Immer mehr Pfarreien liebäugeln deshalb mit einer Methode, die kirchliche Datenschützer auf den Plan ruft: der Videoüberwachung. Damit hat man auch in der Ulrichskirche in Kempten eine erste Spur ermittelt. In Mariä Himmelfahrt, sagt Pfarrer Gajeweski, hätten die Täter wohl die provisorische Kamera ausfindig gemacht. Denn die Attrappe, die man dort aufgebaut habe, habe nicht dazu beigetragen, die Täter zu ermitteln. Drei bis vier Mal in zwei Wochen hätten diese immerhin zugeschlagen. Jetzt werde man eben aufmerksam das Gotteshaus beobachten.

Scharfe Beobachtung

Denn Videoüberwachungsgeräte in Kirchen anzubringen, bedarf einer Erlaubnis der Bischöflichen Finanzkammer als zuständiger Aufsichtsbehörde. Für den Antrag auf Videoüberwachung haben die Pfarreien einen Katalog aus 18 Fragen zu beantworten. Immer mehr Pfarrgemeinden greifen auf dieses Instrument zurück, um gegen Vandalismus in ihren Kirchen und Kapellen vorzugehen.

(Lesen Sie hier: Interview mit Kardinal Woelki: Frauen als Priester "nicht realistisch")

In Sankt Mang, rund um die Kirche Mariä Himmelfahrt, setzt die Pfarrei jetzt aber mehr auf eines: auf die scharfen Augen ihrer Gläubigen und Nachbarn, die die imposante Kirche im Blick behalten.