Was hilft bei Wespenstich?

Verdammte Biester oder nützliche Viecher - was tun bei Wespenalarm?

Ein Wespennest an der falschen Stelle kann im Sommer ungemütlich werden. Was darf man dagegen tun?

Ein Wespennest an der falschen Stelle kann im Sommer ungemütlich werden. Was darf man dagegen tun?

Bild: Ulrich Weigel

Ein Wespennest an der falschen Stelle kann im Sommer ungemütlich werden. Was darf man dagegen tun?

Bild: Ulrich Weigel

Egal ob im Biergarten, Garten oder auf dem Balkon: Wenn sich Wespen-, Bienen- oder gar Hornissenvölker einnisten, kann es lästig werden. Das darf man tun.
31.03.2022 | Stand: 19:01 Uhr

Wenn jemand schon das „gemein“ im Namen trägt, kann man nicht viel von ihm erwarten. Der Gedanke schießt einem durch den Kopf, hört man von der „Gemeinen Wespe“. Zumal die als weit unfreundlicher gilt als etwa die „Sächsische Wespe“. Letztere hat den Ruf, friedliebend zu sein. Doch wer kennt schon den Unterschied. Bei vielen sind die flotten Flügler grundsätzlich unbeliebt, ebenso wie Hornissen. Darf man Nester einfach wegmachen, wenn sich die Schwarz-Gelben zum Beispiel im Garten oder einem Rollokasten vor dem Fenster ansiedeln?

Keine leichte Frage. Wer solche Nester wann entfernen darf, hängt laut Oberallgäuer Landratsamt sehr davon ab, um welche Insektenart es sich genau handelt.

Was gilt nach einem Wespenstich oder Bienenstich? Sofort kühlen!
Ein Stich von Wespen oder Bienen im Bereich des Mundraums könne schnell lebensbedrohlich werden, da die Schleimhäute anschwellen und möglicherweise Atemwege verschließen, warnen die Johanniter. Betroffene, die bei Bewusstsein sind, sollen Eis lutschen oder kalte Getränke in kleinen Schlucken einnehmen. Auch feucht-kalte Umschläge um den Hals helfen. „Auf alle Fälle muss die Notrufnummer 112 gewählt werden“; vor allem, wenn eine Allergie bekannt ist, der Gestochene über Atemnot klagt oder erbricht.

Welche Wespen stehen unter Artenschutz? Lästig würden in der Regel zwei Wespenarten, sagt Brigitte Klöpf von der Kreisbehörde: Deutsche Wespe und Gemeine Wespe. Nur diese beiden Arten sind demnach scharf auf süßes und anderes Essen. Sozusagen ungeladene Gäste an der Kaffeetafel und bei Grillfesten. Sie fallen unter den allgemeinen Artenschutz.

Welche Insekten stehen unter Naturschutz? Weit strenger geschützt sind alle heimischen Bienen und Hummeln, alle heimischen Kreisel- und Knopfhornwespen sowie Hornissen, die auch zur Familie der Wespen gehören. Sie sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Und das, betont Klöpf, gelte auch für die Nester.

Wer hat die Lizenz zum Töten? Die geschützten Arten darf man laut Klöpf nur mit Ausnahmegenehmigung töten. Zuständig dafür ist bei Hornissen die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt, bei anderen Arten die Regierung von Schwaben.

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Darf man Insekten umsiedeln? Selbst für das Umsiedeln geschützter Arten ist eine Ausnahmegenehmigung der Behörden nötig. Die gibt es wiederum für Hornissen im Landratsamt, für andere Arten bei der Bezirksregierung. Weil Umsiedlungen in der Regel nicht von Erfolg gekrönt seien, gehe es bei der Beratung auch darum, ob sich das Volk vor Ort erhalten lässt, betont Klöpf. Teilweise könnten einfache Maßnahmen wie eine Lenkung der Einflugsrichtung (durch ein Brett) und etwas mehr Rücksicht helfen.

Wie läuft das Umsiedeln in der Praxis? Falls ein Telefongespräch nicht ausreicht, um die Fragen zu klären, schaue man sich die Situation von Mensch und Tier vor Ort an, erklärt Klöpf. Dann fällt die Entscheidung, ob es eine Ausnahmegenehmigung zuungunsten der Insekten gibt. Frage ist weniger, wie groß das Nest ist, sondern vielmehr, wo genau sich die Tiere eingenistet haben. Beispielsweise sind Hornissen besonders in Nestnähe bereit, ihr Volk zu verteidigen. Klöpf: „Erschütterungen des Nestes – etwa durch Hämmern, Klopfen und schnelle Bewegungen – machen die Tiere nervös und angriffslustig.

An wenden sich Bürger bei Fragen? Kostenpflichtige Hilfe gibt es beim Kammerjäger und Schädlingsbekämpfer. Der weiß laut Klöpf auch, ob er das jeweilige Volk vernichten darf. Sollte es sich um eine geschützte Art handeln, wäre vorab dennoch eine Ausnahmegenehmigung nötig. Bürger könnten sich mit Fragen auch an die Naturschutzbehörde im Landratsamt wenden, sagt Klöpf. Die Feuerwehren, die sich früher häufiger eines Wespenproblems annahmen, machten das heute dagegen kaum noch. Die Integrierte Leitstelle verweise Anrufer an die Schädlingsbekämpfer.

Sind Wespen nützlich? Als Insektenjäger sind Wespen (und Hornissen) laut Landratsamt ein wichtiger Teil der Nahrungskette und Schädlingsbekämpfer. Ein starkes Hornissenvolk verfüttere pro Tag bis zu 500 Gramm Insekten (wie Fliegen, Mücken und Motten) an seine Brut. Das ist das Tagespensum von fünf Meisenfamilien. Ein Wespenvolk der Deutschen oder Gemeinen Wespe mit einer Stärke von über 10.000 Tieren braucht etwa die drei- oder vierfache Menge.

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