Tradition

Von Drive-In bis Lieferservice: Der Nikolaus kommt trotz Corona

Ein solches Treffen mit dem Stadtnikolaus in Kempten ist heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.

Ein solches Treffen mit dem Stadtnikolaus in Kempten ist heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Ein solches Treffen mit dem Stadtnikolaus in Kempten ist heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Der Besuch des Heiligen ist für Kinder etwas Besonderes. Deshalb haben sich Oberallgäuer und Kemptener etwas einfallen lassen, um die Tradition aufrechtzuerhalten.
Ein solches Treffen mit dem Stadtnikolaus in Kempten ist heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.
Von Carolin Färber
05.12.2020 | Stand: 20:03 Uhr

Traditionell besuchen Nikoläuse am sechsten Dezember die Häuser der Menschen, lesen aus ihrem allwissenden Buch und beschenken die Kinder, wenn diese brav waren. Und dieses Jahr? An diesem Sonntag ist die Tradition durch die geltenden Corona-Beschränkungen stark eingeschränkt. Doch mancherorts kommt der Nikolaus trotzdem – was sich Kemptener und Oberallgäuer haben einfallen lassen:

So lief die Drive-In-Nikolausaktion in Rettenberg

„Die Rettenbergerinnen“ zum Beispiel haben etwas Besonderes organisiert: Mithilfe eines „Drive-In“ hat die Gruppe den Besuch beim Nikolaus in Rettenberg ermöglicht. Am Samstagnachmittag stand dieser in Begleitung dreier Klausen bereit, um die bereits angemeldeten Familien zu empfangen. Am Feuerwehrhaus in Rettenberg gab es eine geregelte Ein- und Ausfahrt. Die Eltern und ihre Kinder blieben im Auto sitzen, nur die Fenster wurden heruntergelassen. Über eine Säckchenrutsche kam das Geschenk zu den Kindern – kontaktlos.

"Man kann einmal außenrum fahren, jeweils vier Autos haben für den Besuch einen Viertelstunden-Slot bekommen", sagte Organisatorin Stephanie Voss. Insgesamt dauere die Aktion zweieinhalb Stunden. "Uns war es wichtig, dass die Kinder irgendetwas haben", betonte Voss. "Sonst wäre der Nikolausbesuch ganz ausgefallen."

Stiefel vor dem Supermarkt

Der Stadtjugendring Kempten hat bereits vorab Karten und Schoko-Nikoläuse an die Grundschulen und Kindergärten in der Stadt geschickt. Die Erzieherinnen beziehungsweise Lehrerinnen der ersten Klassen personalisieren diese dann. Zudem können die Kleinen den Nikolausgruß per Video ab Samstag um 18 Uhr im Internet anschauen: Dieses Video kann man auf der Internetseite des Stadtjugendrings unter www.stadtjugendring-kempten.de und in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram sehen.

Kinder aus Buchenberg können am Samstagabend ab 16 Uhr einen großen Stiefel am Feneberg in der Ortsmitte abstellen, der dann über Nacht befüllt wird. Die Aktion unter dem Namen „Stellt her eure Stiefel“ wird von Feneberg unterstützt. Sie findet im Rahmen des Buchenberger Adventskalenders statt.

Große Nachfrage

Wie berichtet, liefert Werner Räth von Maxicar Geschenke von Familienangehörigen an Kinder aus, die besonders unter der Corona-Situation leiden. Aktuell plant er mit rund 35 Haushalten, die er am Sonntag beliefern wird. Zudem drehte er am Freitagabend eine Sonderrunde zum Hospiz. Die Resonanz auf seine Aktion sei sehr gut gewesen: „Die Menschen freuen sich alle“, sagt er. Und das sei schließlich die Idee dahinter gewesen: Den Menschen eine Freude bereiten.