Innenstadt Kempten

Wie sehen die Pläne für das Areal neben dem Stadtpark in Kempten aus?

Kempten Sparkassen

Die Sparkasse Allgäu will das Areal östlich des Stadtparks sensibel entwickeln, sagt Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs.

Bild: Ralf Lienert

Die Sparkasse Allgäu will das Areal östlich des Stadtparks sensibel entwickeln, sagt Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs.

Bild: Ralf Lienert

Die Sparkasse will das Quartier entwicklen. Der Bereich ist ein wichtiger Baustein für eine lebendige Innenstadt. Vereine sorgen sich aber um den Denkmalschutz.
03.06.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Wenn es um die Zukunft der Kemptener Innenstadt geht, stellt sie eine weitere wichtige Stellschraube dar: die Entwicklung des Sparkassen-Areals neben dem Stadtpark. Heimatverein, Altstadt- und Stiftsstadtfreunde betrachten diese allerdings mit Sorge, was sie jüngst in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Kiechle formulierten. Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, betont auf AZ-Anfrage nun: „Es gibt keinen Anlass zur Sorge.“ Er sichert zu, Rücksicht auf den Denkmalschutz zu nehmen. Zunächst geht es um die künftige Nutzung.

Jetzt kann die Sparkasse weiterbauen

Seit der Entscheidung des Stadtrats, die neue Stadtbibliothek am Standort der Volkshochschule auf der anderen Seite des Parks zu bauen, kann die Sparkasse weiterplanen. Schließlich stand das lang gezogene Gebäude entlang der Königstraße bis Ende Februar als Alternativstandort für die Bücherei zur Debatte. Der Bank gehören weitere Gebäude im Bereich der Promenade-, Horchler- und Königstraße. Nun gilt es, dieses Quartier zu entwickeln.

Heimatverein, Altstadt- und Stiftsstadtfreunde begrüßen in ihrem Schreiben „ausdrücklich“ das kommunale Denkmalkonzept. Die in einem Entwurf formulierte Handlungsempfehlung „einer kleinteiligen Gestaltung des historisch gewachsenen Sparkassen-Quartiers unterstützen wir vorbehaltlos“. Keinesfalls dürften sich „in unmittelbarer Umgebung zu besichtigende klotzartige Bausünden der Vergangenheit“ wiederholen. „Und natürlich müssen Baudenkmäler so weit wie möglich erhalten werden“, schreiben die drei Vereinsvorsitzenden Markus Naumann (Heimatverein), Dietmar Markmiller (Altstadtfreunde) und Ilse Roßmanith-Mitterer (Stiftsstadtfreunde).

Reste der Stadtmauer sowie eines mittelalterlichen Wohnturms sichtbar machen

Insbesondere wünschen sie sich, dass bei einer Neugestaltung dieses Bereichs die Chance genutzt werde, die Reste der Stadtmauer sowie eines mittelalterlichen Wohnturms wieder sichtbar und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Die politische Diskussion im Stadtrat hat lange gedauert“, sagt Sparkassen-Chef Hegedüs mit Blick auf die Entscheidung zum Bücherei-Standort. „Jetzt wollen wir durchstarten.“ Zwar gab es vor Jahren bereits Überlegungen zur Entwicklung des Quartiers, nun wolle man aber „zurück auf Los“. Die erste Frage, die sich daher stelle: Was soll in dem großen Block unterkommen? Das Büro Cima, das für Kempten bereits die Innenstadt in den Blick genommen hat, werde ein Nutzungskonzept erarbeiten. Hegedüs könne sich zum jetzigen Zeitpunkt einen Mix aus Handel, Dienstleistung und Wohnen vorstellen.

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Im Laufe der zweiten Jahreshälfte sei dann ein Architektenwettbewerb geplant. „Wenn alles ganz gut läuft, könnte es bereits in diesem Jahr eine Entscheidung geben.“ Ob das Bestandsgebäude entlang der Königstraße erhalten wird oder einem Neubau weichen muss, sehe man dann. „Wir werden sensibel an die Sache rangehen“, sichert der Sparkassen-Chef zu. Der Denkmalschutz werde berücksichtigt, Historisches wieder sichtbar gemacht. Und die Vereine in den Prozess eingebunden. „Uns ist wichtig, dass es am Ende heißt: Das hat die Sparkasse gut gemacht.“

Baureferent: "Schlüsselprojekt", um die nördliche Innenstadt zu attraktivieren

Kemptens Baureferent Tim Koemstedt bezeichnet das Sparkassen-Quartier indes als „Schlüsselprojekt“, um die nördliche Innenstadt weiter zu stärken. Stadt und Sparkasse stimmen sich ihm zufolge eng ab. Und auch er betont: Der Denkmalschutz spiele dabei eine wichtige Rolle. Außerdem müsse man sich intensiv überlegen, wie man künftig den Verkehr leitet.