Klettern im Allgäu

Das müssen Sie über Klettersteige im Allgäu wissen

Klettern und Wandern im Allgäu: Die Kombination aus beidem ist der Klettersteig.

Klettern und Wandern im Allgäu: Die Kombination aus beidem ist der Klettersteig.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Klettern und Wandern im Allgäu: Die Kombination aus beidem ist der Klettersteig.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Klettersteige werden auch in den Allgäuer Alpen immer beliebter. Alles Wissenswerte haben wir hier für Anfänger zusammengefasst: Ausrüstung, Tipps und Infos.
11.05.2022 | Stand: 06:47 Uhr

Wer in den Allgäuer Alpen nicht mehr nur Wandern möchte, sondern Lust auf ein neues Abenteuer in den Bergen hat, für den sind Klettersteige genau das Richtige. In schwindelerregender Höhe am Fels unterwegs sein, die Landschaft genießen und dabei über sich hinauswachsen: Klettersteige bieten einen Adrenalinkitzel wie beim Klettern, nur braucht man viel weniger Ausrüstung und Erfahrung. Auch im Allgäu gibt es einige Klettersteige - sowohl für Anfänger als auch für Profis. Wir haben hier alles wichtige rund um Klettersteige zusammengefasst.

Was ist ein Klettersteig?

Eine Klettersteig, auch Via ferrata genannt, ist ein gesicherter Kletterweg. Meistens wechseln sich Gehpassagen mit Kletterstellen ab. Der Weg ist mit Drahtseilen abgesichert und häufig sind in den Fels Eisenleitern, Klammern oder Eisenstifte eingelassen. So fällt das Klettern leichter. Klettersteige lassen sich gut mit Wanderungen kombinieren, weil sie oft vom Wanderweg abzweigen und wieder darauf zurückführen. Die Sicherungen werden regelmäßig von Fachleuten überprüft, damit dem Kraxelspaß nichts im Weg steht. Unser Reporter hat sich bereits selbst an einem Klettersteig versucht.

Klettersteig leicht und schwierig - Was sind die Schwierigkeitsgrade?

Die gängigste Skala für Schwierigkeiten bei Klettersteigen ist die Schall-Skala oder die Hüsler-Skala. Damit kann man die Schwierigkeit eines Klettersteigen besser einschätzen.

Ausrüstung: Was braucht man für einen Klettersteig?

Wer einen Klettersteig begehen möchte, der sollte sich auf jeden Fall einen Helm auf den Kopf setzen, denn am Fels kann der Vordermann oder die Vorderfrau schon mal einen Mini-Steinschlag auslösen. Zudem sollte man einen Klettersteig nie ohne Sicherung begehen. Zur Ausrüstung gehört ein Klettergurt, an dem ein sogenanntes Klettersteigset befestigt ist. Das sind zwei Karabiner mit denen man sich in die Drahtseile einhängt und sichert.

Ein Klettersteigset mit zwei Karabinern sichert den Kletterer am Drahtseil.
Ein Klettersteigset mit zwei Karabinern sichert den Kletterer am Drahtseil.
Bild: Benedikt Siegert

Tipp: Hilfreich ist es eine weitere, kurze Schlinge mit Karabiner am Gurt zu tragen. Wenn man am Drahtseil eine Pause machen möchte, kann man man sich an die kurze Schlinge hängen und die Arme ausschütteln.

Wer die Hände vor dem Drahtseil schützen will, dem sei zu Handschuhen geraten. Auch fingerlose Fahrradhandschuhe eignen sich dafür.

Und passendes Schuhwerk ist wichtig: Bergschuhe sind da die richtige Wahl. Kletterschuhe werden nur selten und bei sehr schweren Klettersteigen benötigt. Hier bekommen Sie außerdem Tipps für die richtige Ausrüstung beim Wandern im Frühjahr.

Das ist zu beachten bei einem Klettersteig:

  • Ausdauer und Kraft: Aufpassen, dass man sich nicht selbst überschätzt. Die kletternde Person muss sich zu Beginn die Frage stellen: Habe ich genügend Kraft in den Armen, um den Klettersteig von Anfang bis Ende durchzuklettern? Bei Unsicherheit besser mit einem leichteren Klettersteig beginnen.
  • Planung: Am besten ist es sich die Tour vorher gut anzuschauen. Wo sind die Schlüsselstellen? Viele Klettersteige beginnen in den Bergen und haben einen längeren Zustieg. Schaffe ich die Tour mit Hin- und Rückweg? Auch der Blick auf das Wetter sollte bei der Vorbereitung nicht fehlen. Einen Überblick über die schönsten Klettersteige im Allgäu mit Routenbeschreibung finden Sie hier.
  • Verpflegung: Für die Klettertour sollte man ausreichend Trinken mitnehmen und genügend Essen. Riegel sind gute Energie-Booster, wenn die Kraft langsam zur Neige geht.
  • Kleidung: An eine geeignete, sportliche Kleidung denken. Für ein Wechsel-T-Shirt und eine Überzieh-Jacke sollte man im Rucksack ein Plätzchen reservieren.
  • Für den Notfall: Ein Erste-Hilfe-Set und ein aufgeladenes Handy dürfen bei einer Tour ins Gebirge nicht fehlen.
  • Rucksack: Nicht mehr mitnehmen als unbedingt nötig. Ein schwerer Rucksack fällt beim Klettern irgendwann ins Gewicht.

Tipp: Wer zum ersten Mal in einem Klettersteig unterwegs ist, für den bietet sich eine geführte Tour an. Unter dem wachsamen Auge eines Bergführers kann sich die kletternde Person langsam an die Herausforderung herantasten.

Auch für einen Familienausflug eignet sich ein Klettersteig sehr gut. Was man bei einer Klettersteigtour mit Kids beachten sollte, lesen Sie hier. Und hier erfahren Sie, welche Hütten im Allgäu aktuell geöffnet haben.