Kommentar

Nach Arbeiten am Rappenalpbach: "Naturzerstörung lückenlos aufklären"

Im Rappenalpbach wurde ein Bachbett kanalisiert.

Im Rappenalpbach wurde ein Bachbett kanalisiert.

Bild: Sophia Ungerland

Im Rappenalpbach wurde ein Bachbett kanalisiert.

Bild: Sophia Ungerland

Der Eingriff im Rappenalpbach wird wohl jahrelange Folgen haben. Es braucht jetzt eine lückenlose Aufklärung, fordert unser Autor.
08.12.2022 | Stand: 18:37 Uhr

Bis sich die Natur am Rappenalpbach von dem rohen Eingriff erholt hat, wird es Jahre dauern. Jetzt muss der Hochwasserschutz wiederhergestellt und die Renaturierung des kanalisierten Bachbettes vorbereitet werden. Die Verursacher der Zerstörung sollten zur Verantwortung gezogen und auch zur Kasse gebeten werden.

Die Alpgenossen baggern seit Generationen Steine aus dem Bach. Sie setzen aber auch seit Jahrzehnten Bauprojekte im Schutzgebiet um. Deswegen müssen sie wissen, dass ein kilometerlanger Gewässerumbau nicht ohne Baugenehmigung möglich ist – und ein Aktenvermerk die Untersuchungen durch Fachbehörden nicht ersetzt.

Rappenalpbach bei Oberstdorf: Worin lag die Rolle des Landratsamts?

Dennoch ist auch die Rolle des Landratsamts zu hinterfragen, das die Öffentlichkeit weiter nicht transparent informiert. Es muss aufgeklärt werden, ob die Behörde nicht bereits früher hätte reagieren und die Einhaltung des Baustopps kontrollieren müssen. So wäre ein Teil des Eingriffs verhindert und der Hochwasserschutz vor dem Winter wiederhergestellt worden.

Zudem ist fraglich, ob sich das Landratsamt nicht besser nach dem ersten Ortstermin bei der für Schutzgebiete zuständigen Bezirksregierung abgesichert hätte. Diese Fragen müssen beantwortet und der Fall lückenlos aufgeklärt werden. Nur so kann man sicherstellen, dass sich solch ein Akt der Naturzerstörung nicht wiederholt.