Festakt

111 Jahre gelebte Tradition: Trachten- und Heimatverein "Schwäbischer Rigi Stötten" feiert Jubiläum

Beim Festakt zum 111-jährigen Jubiläum führten die Jugendgruppe und Aktive ihre schönsten Schautänze auf.

Beim Festakt zum 111-jährigen Jubiläum führten die Jugendgruppe und Aktive ihre schönsten Schautänze auf.

Bild: Rosemarie Klimm

Beim Festakt zum 111-jährigen Jubiläum führten die Jugendgruppe und Aktive ihre schönsten Schautänze auf.

Bild: Rosemarie Klimm

Der Trachten- und Heimatverein „Schwäbischer Rigi Stötten“ feiert Jubiläum. Gäste erfahren auch viel über den Verein, der mehr macht, als Brauchtum zu pflegen.
06.06.2022 | Stand: 04:00 Uhr

Mit einem äußerst gelungenen und bunten Abend für geladene Gäste feierte der Trachten- und Heimatverein „Schwäbischer Rigi Stötten“ in der alten Säge von Oberkehlen sein 111-jähriges Bestehen. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Musikkapelle Stötten. Jugendgruppe und Aktive zeigten ihre schönsten Schautänze.

Zum Beginn des Abends begrüßten die Stöttner Alphornbläser die Gäste mit ihrem Spiel vor der Säge. „Mir sind vo Stedde, vom Au’berg genau, als Schwäbischer Rigi bekannt Mo und Frau. Mir pfleaget eisr Brauchtum viel bei Funkefuir und Hiatespiel. S’ganz Johr auf d’Hoimat a Oga hau und mitanand drfir nostau. G’miat und Land des wemmr verhalte, treu deam Brauch - deam guata, alta!“ – So eröffneten die Jungtrachtler Michael, Sophia und Judith dann den Festabend im Stadel.

Unter dem Motto „hand dir gwisst“ hatte die Vorstandschaft unter jedem Tisch einen Zettel mit einer lustigen oder wichtigen Begebenheit aus der Geschichte des Trachten- und Heimatvereins angebracht. Dieser Zettel war von jeweils einer Person am Tisch vorzutragen und den Zettel dann auf einer aufgestellten Holztafel zu befestigen. So erfuhren die anwesenden Gäste unter anderem, dass der Verein im Mai 1911 im Gasthof „Post“ gegründet wurde. Er fand schnell so viele Anhänger, sodass er 1914 bereits als Mitglied des „Allgäuer Gauverbandes“ dessen 2. Gaufest ausrichten konnte.

Trachten- und Heimatverein Stötten blickt auf eine lange Tradition zurück

1931 wechselte der Stöttener Verein endgültig zum „Oberen Lechgauverband“ über und führte dessen Gaufeste in den Jahren 1936, 1971, 1986 und 2011 durch. Seine Fahnen weihte der Verein 1921, 1949 und 1971, wobei bei der letzten Fahnenweihe der Verein „D’ Auerbergler“ Bernbeuren Pate stand. In all den Jahren wurde Geselligkeit, Schuhplatteln, Volkstanz, Theaterspiel, Volksmusik und -gesang sowie eine kameradschaftliche Verbundenheit mit der Blaskapelle Stötten gepflegt.

Aktuell betreut der Verein 30 Kinder in der Jugendgruppe und 35 Buba und Föhla in der Aktivgruppe. Insgesamt zählt er 199 Vereinsmitglieder. Erzählt wurde auch, dass zu den Besonderheiten des Vereins der Maibaum mit Originalzeichen, das Kreuzfest, das Theaterspiel an Ostern und „dr Geißbuabatanz“ zählen. Und diesen Tanz führten vier der aktiven Trachtler auch gleich vor. Die Jugendgruppe glänzte unter anderem mit dem Bandltanz. Viel Beifall erhielt Kabarettist Walter Sirch für seinen Auftritt als politischer Festredner.

Langjährige und verdiente Mitglieder werden geehrt

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Ehrung für Walter Sirch

So ehren die Trachtler vom Oberen Lechgauverband Walter Sirch

Den Festabend zum Jubiläum nahmen Vorsitzender Martin Kreuzer und sein Stellvertreter Jürgen Heberle auch zum Anlass, zahlreiche Mitglieder zu ehren, was wegen der Pandemie während der vergangenen Jahre ausfallen musste. Sie überreichten entsprechende Anstecknadeln (a Glufa), Urkunden, Blumen und Geschenke an die Geehrten. Dabei ging es entsprechend dem jeweiligen Ehrungsjahr auch um die Weltpolitik und die Aktivitäten des Vereins im jeweiligen Jahr.

Ausgezeichnet wurden Mitglieder, die schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Trachten- und Heimatvereins sind. So wurde unter anderen Leni Griesel für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt (siehe Infokasten). Bedacht wurden auch ausgeschiedene Ausschussmitglieder. In den Pandemiejahren sind drei Mitglieder aus dem Vereinsausschuss ausgeschieden. Sie erhielten zum Dank einen bemalten Holzteller.

Vertreter des Oberen Lechgauverbands und der Patenvereine des Vereins – egal ob Patenkind oder „Dotle“: Unterillertaler Kempten, Waldbergler Roßhaupten, Kaltentaler Bidingen, d’Auerbergler Bernbeuren, d’Hohenwaldegger Sulzschneid, der Musikkapelle und der weiteren Stöttener Vereine hoben die Arbeit des rührigen Jubiläumsvereins hervor. Und alle überreichten Geschenke zum Jubiläum.

Auch von der politischen Gemeinde Stötten habe der Verein ein Geldgeschenk erhalten, zeigte Kreuzer auf. Bürgermeister Ralf Grube sei leider verhindert. Kreuzer bedankte sich herzlich bei allen und verwies auf die Gemeinschaft innerhalb der Vereine, aber auch innerhalb des Dorfes. Er freue sich über das gute Verhältnis zwischen allen. Nach dem offiziellen Programm wurde dann noch fröhlich weitergefeiert.

Ehrungen:

  • 60 Jahre Mitglied: Leni Greisel
  • 50 Jahre: Heribert Rauh, Walter Sirch, Fritz Erhard und Walter Ried
  • 25 Jahre: Hans Linder, Franz Amberg, Andreas und Bernhard Clet sowie Heinrich Hindelang
  • 20 Jahre: Daniela Hörmann, Birgit Kelz, Andrea Lohbrunner, Maria Settele, Johanna Dempfle, Christina Geiß, Sonja Böck, Sabine Frühholz und Irmgard Enzensberger
  • Ausgeschiedene Ausschussmitglieder: Agnes Lux (2012-2021 zweite Schriftführerin und Inventarverwalterin), Elisabeth Greisel (2011-2012 zweite Schriftführerin und kommissarisch Inventarverwalterin; von 2012-2018 zweite Mädlavertreterin; 2021 erste Jugendleiterin); Matthias Berkmüller (2012-2015 dritter Jugendleiter, von 2015-2018 zweiter Jugendleiter und von 2018-2021 erster Vorplattler).