Allgäuer Gerichtsprozesse

"Abstechen" und Faustschläge: Drei junge Allgäuer bedrohen Vater und Sohn

Drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren mussten sich wegen eines Trinkgelages vor einem Jugendrichter verantworten.

Drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren mussten sich wegen eines Trinkgelages vor einem Jugendrichter verantworten.

Bild: stock.adobe.com

Drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren mussten sich wegen eines Trinkgelages vor einem Jugendrichter verantworten.

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Drei junge Ostallgäuer trinken Wodka und geraten mit einem Vater und seinem Sohn in Streit. Warum es für das Trio vor Gericht glimpflich ausging.

Drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren mussten sich wegen eines Trinkgelages vor einem Jugendrichter verantworten.
Von Barbara Bestle
20.08.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Es begann als Trinkgelage und endete in einem nächtlichen Eklat: Drei junge Leute im Alter zwischen 17 und 19 Jahren hatten im Oktober 2019 erhebliche Mengen an Wodka konsumiert und waren auf dem Heimweg mit einem 55-jährigen Passanten und dessen 21-jährigem Sohn aneinandergeraten. Vater und Sohn hatten das Trio zur Rede gestellt, nachdem einer der jungen Männer eine Glasscheibe an einer Bushaltestelle zerstört hatte. Ob die Sachbeschädigung absichtlich oder versehentlich passiert war, darüber gingen jetzt die Darstellungen vor dem Jugendrichter auseinander.

Angeklagter wollte Scheibe nicht zerstören, sondern "sich nur anlehnen"

Während der 55-jährige Zeuge ein wiederholtes Dagegen-Springen eines Angeklagten schilderte, sprach der heute 20-Jährige sinngemäß von einem Versehen: Er habe sich eigentlich nur an die Scheibe anlehnen wollen, sei aber aufgrund seiner starken Alkoholisierung zu weit weg gewesen und deshalb „mit meinem kompletten Gewicht dagegen gefallen“. Der Schaden in Höhe von knapp 500 Euro sei von seiner Versicherung bezahlt worden. Das Verfahren gegen ihn wurde schließlich wegen geringer Schuld eingestellt. Auch seine beiden Freunde, denen eine versuchte gefährliche Körperverletzung beziehungsweise eine Bedrohung vorgeworfen wurde, kamen jeweils mit einer Verfahrenseinstellung davon.

Zwar hatte der Richter in einer vorläufigen Einschätzung der Situation „durchaus den Verdacht“, dass der jüngste der drei Angeklagten während der Konfrontation versucht hatte, dem Sohn des Zeugen einen Faustschlag zu verpassen. Allerdings fanden sich in der Beweisaufnahme keine Anhaltspunkte für eine Unterstützung durch einen oder beide Mitangeklagte. Deshalb hätte der Vorwurf der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung nach Überzeugung des Vorsitzenden nicht aufrecht erhalten werden können.

Richter warnt drei junge Allgäuer vor weiteren "Besuchen" vor Gericht

Auch für den dritten Angeklagten, der den Zeugen damals mit „Abstechen“ gedroht haben soll, endete der Prozess mit einer Einstellung. In seinem Fall war die Identifizierung nicht eindeutig gewesen.

Der Richter machte allen drei Angeklagten abschließend sinngemäß klar, dass für sie gleichwohl kein Grund zur Euphorie bestehe. Wörtlich sagte er: „Ich kann Ihnen trotz allem nur dringend empfehlen, von weiteren Besuchen bei mir Abstand zu nehmen!“