Bundestagswahl 2021 - Allgäuer Direktkandidat/in

Alexander Abt tritt für die ÖDP als Direktkandidat im Wahlkreis Ostallgäu an

MM Abt

Alexander Abt ist ein erfahrener Wahlkämpfer. Bereits im Jahr 1999 kandidierte er als Bewerber der ÖDP für die Europawahl. Das Wahlplakat von damals hat er bis heute aufgehoben.

Bild: Uwe Hirt

Alexander Abt ist ein erfahrener Wahlkämpfer. Bereits im Jahr 1999 kandidierte er als Bewerber der ÖDP für die Europawahl. Das Wahlplakat von damals hat er bis heute aufgehoben.

Bild: Uwe Hirt

Alexander Abt trat 1999 bei der Europawahl an. 2019 erreichte er in Memmingen das deutschlandweit beste Ergebnis der ÖDP. Warum er nun in den Bundestag will.
03.09.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Alexander Abt tritt zwar erstmals als Direktkandidat bei einer Bundestagswahl an. Dennoch ist der Bewerber der ÖDP in Sachen Wahlkampf bereits ein „alter Hase“. Schon 1999 ging er für seine Partei bei der Europawahl ins Rennen, erst kurz zuvor war er der ÖDP beigetreten. Die Initialzündung für seine politische Laufbahn sei der Volksentscheid für die Abschaffung des Bayerischen Senats im Jahr 1998 gewesen, erklärt der 49-jährige Memminger.

Die ÖDP hatte ein Volksbegehren initiiert, weil die zweite Kammer neben dem bayerischen Landtag aus ihrer Sicht zu teuer und auch überflüssig war. Zudem würden die Senatsmitglieder nicht demokratisch gewählt. Diese Form der direkten Demokratie war ganz nach dem Geschmack von Abt. „Außerdem gefiel mir, dass die ÖDP keine Firmenspenden annimmt und lobbyfreie Politik betreibt“, erklärt der 49-Jährige.

Aus der Karriere in Brüssel wurde nichts. Stattdessen sammelte Abt kommunalpolitische Erfahrungen. 2005 kam er als Nachrücker in den Memminger Stadtrat. Da sein Vater zu diesem Zeitpunkt ein Pflegefall gewesen sei und er sich um ihn kümmerte, habe er sich damals vor allem für das Thema Pflege, aber auch für den sozialen Bereich starkgemacht. „Schließlich ist die Stadt ja unter anderem auch für ihre Heime zuständig“, erklärt Abt. Gleichzeitig habe er aber auch festgestellt, dass sich für soziale Angelegenheiten in vielen Fällen der Bezirk verantwortlich zeichnet. Das hatte unter anderem zur Folge, dass Abt, der hauptberuflich als Polizeibeamter arbeitet, im Jahr 2013 für den Bezirkstag kandidierte – mit Erfolg, den er fünf Jahre später wiederholen konnte.

Alexander Abt (ÖDP) über den Klimaschutz

Ein Thema, dass ihm in all dieser Zeit ebenfalls am Herzen liegt, ist der Klima- und Umweltschutz. Abt ist überzeugt: „Die etablierten Parteien haben seit 40 bis 50 Jahren nicht wirklich etwas für den Klimaschutz getan. Das, was wir gesät haben, ernten wir jetzt“, betont der 49-Jährige mit Blick auf diverse Klimakatastrophen wie etwa das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Daher wolle er sich als möglicher Bundestagsabgeordneter unter anderem dafür einsetzen, dass Deutschland bis 2030 CO2-neutral und Kohlendioxid aus der Atmosphäre entzogen wird. Für die Region wäre es aus seiner Sicht wünschenswert, wenn die Gewerbeflächen am Allgäu-Airport für Unternehmen bereitgestellt werden, die sich mit Speicher- oder Wasserstofftechnik beschäftigen. Er selbst will in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Abt fährt einen Toyota-Hybrid. „Außerdem probiere ich, möglichst klimaneutral zu leben.“ Was er ebenfalls vorantreiben möchte, sind Volksentscheide auf Bundesebene. Ein mögliches Thema wäre in seinen Augen der Kohleausstieg.

Politisches Engagement ist sein Hobby

Neben seinen Tätigkeiten als Polizeibeamter im Schichtdienst und Bezirksrat bleibt für Freizeit wenig Platz – was Abt aber nichts ausmacht. Sein politisches Engagement sei wie ein Hobby für ihn.

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Alexander Abt kandidiert auf Platz fünf der ÖDP-Landesliste für den Bundestag. Welche Chancen er für sich ausrechnet? „Wenn wir über der Fünf-Prozent-Hürde liegen, bin ich drin“, sagt der 49-Jährige. Diese Hürde hatte die ÖDP zumindest in Memmingen bereits bei der Europawahl 2019 genommen, auch wenn es für Abt auf Listenplatz drei erneut nicht für den Einzug ins Brüsseler Parlament gereicht hatte. „Wir bekamen damals 6,2 Prozent. Das war deutschlandweit das beste Ergebnis aller Wahlkreise“, erklärt Abt.

Vermissen würde er im Fall seiner Wahl und eines damit verbundenen Umzugs nach Berlin vor allem das Kleinstädtische. „Und natürlich die wunderbare Memminger Altstadt.“

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