Richtfest für Großprojekt in Unterthingau

„Das ist schon eine Feier wert“ - So macht die Landwirtschaft einen großen Schritt in Richtung Zukunft

Der Rohbau für das neue Vermarktungszentrum der Allgäuer Herdebuchgesellschaft in Unterthingau steht. Bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2022 entsteht ein moderner Gebäudekomplex.

Der Rohbau für das neue Vermarktungszentrum der Allgäuer Herdebuchgesellschaft in Unterthingau steht. Bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2022 entsteht ein moderner Gebäudekomplex.

Bild: Fotos: Wolfgang Hepke

Der Rohbau für das neue Vermarktungszentrum der Allgäuer Herdebuchgesellschaft in Unterthingau steht. Bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2022 entsteht ein moderner Gebäudekomplex.

Bild: Fotos: Wolfgang Hepke

Im Ostallgäu entsteht das neue Vermarktungszentrum für die Allgäuer Herdebuchgesellschaft. Was der 12,6 Millionen Euro teure Gebäudekomplex alles bietet.
21.09.2021 | Stand: 07:07 Uhr

„Schaut her, wie prächtig dieser Bau, empor sich reckt zum Himmelsblau! Der Richtbaum grüßt ins Land hinaus, der Bauherr ruft zum frohen Schmaus! So rief es Zimmerer Max Wölfle von der Zimmerei Schoner aus Bad Grönenbach beim „Hebauf“ in Unterthingau vom First aus den zahlreichen Anwesenden zu. Hier baut die Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG) auf etwa drei Hektar Gesamtfläche ein neues Vermarktungszentrum mit Großviehstall, Betriebsrestaurant, Vermarktungshalle, Kälberstall mit Nebengebäuden und Bürogebäude. Fertiggestellt soll das neue, 12,6 Millionen Euro teure Vermarktungszentrum 2022 sein.

In Unterthingau soll neue Heimat entstehen

„Das ist schon eine Feier wert“, sagte Verbandsvorsitzender Norbert Meggle in seiner Begrüßungsansprache. Bis die ersten Planungen standen, habe es für die Verantwortlichen viele unruhige Tage gegeben, sagte Meggle. „Wir wollen hier in Unterthingau einen sehr hohen Tierwohlstandard erreichen und es soll eine neue Heimat für unsere gesamte Tierzuchtfamilie sein.“ Dafür werde die AHG zwei Standorte in Kempten (Kotterner Straße) und Buchloe (Schwabenhalle) aufgeben. „Dieses Projekt hier ist zukunftsträchtig“, sagte Meggle, der schon alle seine Mitglieder auf diesen zentralen Standort eingestimmt hat.

Arbeiten liegen voll im Zeitplan

„Geht nicht, gibt’s nicht“, so lautete die Devise bei den vielen Verhandlungen. Ob Grundstücksgespräche, Planungen, Besichtigungstouren, Ausschreibungen, Firmensuche, Förderantrag beim bayerischen Staat und vieles mehr. „Wir führten überall konstruktive, zielgerichtete Gespräche und bekamen große Unterstützung von allen Entscheidungsträgern. So bedankte sich Meggle bei allen, die dieses große Bauvorhaben mit unterstützt haben. Baubeginn war am 6. April dieses Jahres. „Wir liegen voll im Zeitplan, es lief gut für uns“, sagte Meggle. Der Rohbau stehe, auch wenn es manchmal Lieferprobleme für manche Materialien gab. „Doch alle Firmen haben das Material rechtzeitig gesichert“.

Das neue Zentrum inUnterthingau ist gut erreichbar

Der neue Ort für die Tierauktionen liegt zentral im Einzugsgebiet der AHG, das von Lindau bis Füssen, Schwabmünchen (Landkreis Augsburg) und Krumbach (Landkreis Günzburg) reicht. Das Gelände ist für die Landwirte leicht zu erreichen, da es verkehrsgünstig nahe der B12 gelegen ist. Der künftige Großviehstall bietet 180 Plätze in den Boxen und 60 Anbindestellen. Die Versteigerungsarena mit knapp 300 Sitzplätzen wird mit einem großen Bildschirm laufend über den Stand der Dinge informieren. Im Kälberstall können bis zu 800 Tiere umgeschlagen werden. Für größere Viehschauen kann man die Aufstallung demontieren. Dann dient diese Halle als große Arena.

Zu jeder Auktion gehören auch Essen und Trinken – dazu wird ein Restaurant mit 120 Sitzplätzen gebaut. Ferner bietet das Bürogebäude den AHG-Mitarbeitern, dem Fachzentrum Rinderzucht und dem „Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern“ moderne Arbeitsplätze.

"Etwas Gewaltiges für die Landwirtschaft"

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Landtagsabgeordnete Angelika Schorer erinnerte sich an die viele Arbeit im Vorfeld, die vielen Anträge bei den Behörden und Einrichtungen, die großen Runden bis zur Förderung. „Ich bin froh, dass es so gelungen ist, hier im Allgäu das erreicht zu haben“, sagte sie. „Es war der richtige Weg einer starken Gemeinschaft. Es ist etwas Gewaltiges, das hier für die Landwirtschaft entsteht.“ „Die Gemeinde Unterthingau ist stolz, an so einem Bau mitgewirkt und die Weichen für dieses Projekt gestellt zu haben“, sagte Dritter Bürgermeister Frank, der ebenso auf die kurzen Behördenwege hinwies. Geschäftsführer Ralf Schreyögg von der Stallbaufirma Kristen aus Ottobeuren setzt bei diesem Projekt auf den höchsten Sicherheitsstandard im Stallbau. „Dieser Bau ist richtungsweisend für das gesamte Allgäu“, sagte er.

Peer Gollnick vom Planungsbüro Dobler aus Kaufbeuren sagte, man habe aus den Workshops konstruktive, gute Lösungen gezogen. „Wir alle zusammen waren sehr offen und so wünschen wir uns im Frühjahr eine schöne Einweihung der neuen Gebäude“, sagte der Planer.

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