Hacker-Angriff auf Fendt

Bei Fendt in Marktoberdorf steht weiter alles still - Hackerangriff wurde offenbar aus Finnland gestartet

So wenige Fahrzeuge stehen hier sonst nie: Der weitgehend leergefegte Parkplatz bei Fendt in Marktoberdorf.

So wenige Fahrzeuge stehen hier sonst nie: Der weitgehend leergefegte Parkplatz bei Fendt in Marktoberdorf.

Bild: Heiko Wolf

So wenige Fahrzeuge stehen hier sonst nie: Der weitgehend leergefegte Parkplatz bei Fendt in Marktoberdorf.

Bild: Heiko Wolf

Nach der Hacker-Attacke stehen bei Fendt in Marktoberdorf weiter alle Bänder still. In dem Werk mit 4.000 Mitarbeitern kann kein Traktor gebaut werden.
11.05.2022 | Stand: 10:03 Uhr

Wegen einer Hacker-Attacke am Donnerstag stehen beim Traktorenbauer AGCO/Fendt in Marktoberdorf noch immer alle Bänder still, und das Gros der 4.000 Beschäftigten kann nicht arbeiten. Nach Informationen unserer Redaktion sind Fertigung und Montage des Industriebetriebs nach wie vor zu, es gehen keine Teile raus und rein, und auch die Verwaltung ist partiell lahmgelegt. Entsprechend verwaist sind viele hundert Parkflächen am Werk. Ein ungewohntes Bild. Hinter den Kulissen tagen, so heißt es aus Mitarbeiterkreisen, jedoch diverse Krisenstäbe der Führungsstäbe. (Lesen Sie dazu hier unseren ersten Bericht.)

Wegen der Hacker-Attacke können viele Fendt-Mitarbeiter in Marktoberdorf nicht arbeiten. So leer wie zurzeit ist der Fendt-Parkplatz sonst nur im Betriebsurlaub. Geht es am Montag weiter?
Wegen der Hacker-Attacke können viele Fendt-Mitarbeiter in Marktoberdorf nicht arbeiten. So leer wie zurzeit ist der Fendt-Parkplatz sonst nur im Betriebsurlaub. Geht es am Montag weiter?
Bild: Heiko Wolf

Hacker-Angriff auf Fendt: Verwaiste Parkflächen, tagende Krisenstäbe

Wie berichtet, wurde der gesamte US-Landtechnikkonzern AGCO, zu dem Fendt gehört, Opfer der Hacker-Attacke. Diese kam, wie es nun inoffiziell heißt, wohl aus Finnland. Der Angriff habe weltweit Produktionsanlagen „beeinträchtigt“, hieß es in einer Stellungnahme am Freitagabend, der Geschäftsbetrieb sei für mehrere Tage empfindlich gehandicapt, eventuell länger, je nachdem, wie schnell die Systeme repariert und der IT-Betrieb wiederhergestellt werden könnten. Eine aktuelle Stellungnahme von AGCO gab es am Sonntag nicht.

Hacker legen Fendt lahm: Tausende Mitarbeiter nach Hause geschickt

Seit der Hacker-Attacke wurden allein in Marktoberdorf tausende Fendt-Mitarbeiter nach Hause geschickt. „Meister oder Abteilungsleiter geben uns Bescheid, wie oder wann es wieder weitergeht“, sagen Beschäftigte. Sie rechnen damit, am Montag zumindest eine Prognose dazu zu erhalten. Einige sorgen sich wegen des Stillstands um ihre sonst üblichen Schichtzulagen. Ein Ingenieur im Homeoffice berichtet, dass er von außen auf keine Firmenserver zugreifen kann. Da auch die Telefone und E-Mail-Accounts an diesen Servern hingen, sei die Kommunikation mit Kollegen nur noch über Handy möglich. „Das Kommunikationsproblem lähmt so vieles – es kann nichts bestellt oder verschickt werden“, sagt ein Facharbeiter.

Bilderstrecke

Der Traktorenhersteller AGCO/Fendt aus Marktoberdorf: Das Unternehmen in Bildern

Ähnlich sieht es dem Vernehmen nach an den weiteren Standorten des Weltkonzerns in Europa, China und den USA aus. Die Agco-Zentrale befindet sich in Duluth (USA). Insgesamt zählt der Konzern rund 21.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei der Hacker-Attacke handelt sich laut AGCO um ein Schadprogramm (Fachleute sprechen von Ransomware), das nach allgemeiner Definition den Zugriff der Computer-Nutzer auf Daten oder auf das ganze IT-System verhindert.

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