Nächste Absage wegen Corona

"Explodierendes Pandemiegeschehen": Auch Marktoberdorf sagt Weihnachtsmarkt ab

Der Weihnachtsmarkt findet auch dieses Jahr in Marktoberdorf nicht statt. Grund dafür ist Corona.

Der Weihnachtsmarkt findet auch dieses Jahr in Marktoberdorf nicht statt. Grund dafür ist Corona.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Der Weihnachtsmarkt findet auch dieses Jahr in Marktoberdorf nicht statt. Grund dafür ist Corona.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Die Stadt Marktoberdorf sagt ihren Christkindlmarkt ab. Bürgermeister und Stadtrat halten die Durchführung für nicht zu verantworten.
16.11.2021 | Stand: 17:03 Uhr

In Marktoberdorf ist die nächste Veranstaltung abgesagt worden: Der Weihnachtsmarkt wird auch heuer Jahr nicht stattfinden. Dies teilte die Stadt am Dienstagnachmittag mit. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und der Stadtrat entschieden sich nach reiflicher Überlegung für die Absage, da eine Durchführung aufgrund der dramatischen Corona-Situation nicht zu verantworten gewesen wäre.

Mehrheit des Stadtrats stimmt für Absage

Noch vor einigen Wochen hatte sich die Stadt dafür ausgesprochen, den Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Auch der Martinimarkt fand Anfang November statt – obwohl die Corona-Ampel auf Rot stand. Es gab Kritik: Es sei unverantwortlich gewesen, den Markt durchzuführen. Hell verwies jedoch auf das Hygienekonzept, mit dem der Markt rechtlich zulässig war.

In Sachen Weihnachtsmarkt wolle man sich ebenso strikt an die Vorgaben der Staatsregierung und des Gesundheitsamtes halten, sagte Hell vor einigen Tagen. Nun hat sich die Stadt doch für eine Absage entschieden. Hell hatte unmittelbar davor den Stadtrat befragt. Eine überwältigende Mehrheit sprach sich angesichts „des landesweit explodierenden Pandemiegeschehens und der ungebremst steigenden Zahl an Intensivpatienten“ für eine Absage aus, teilte die Stadt mit. Eine Übersicht, welche Weihnachtsmärkte im Allgäu derzeit noch nicht abgesagt sind, finden Sie hier.

Absage fällt Bürgermeister und Stadtrat in Marktoberdorf schwer

Am Dienstag verzeichnete das Ostallgäu laut dem Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 878. „Wir können uns nicht mehr unbefangen an einem Weihnachtsmarkt erfreuen, während Pflegefachkräfte und Ärzte am Rande ihrer Erschöpfung gerade noch die Stellung halten können“, sagte Hell. Die Absage sei dem Bürgermeister und dem Stadtrat sehr schwer gefallen. Besonders mit Blick auf die Händler und Schausteller, deren berufliche Existenz der Stadt am Herzen liege.

Die Verwaltung hat im Vorfeld sämtliche Alternativen geprüft, um den Weihnachtsmarkt doch noch möglich zu machen. Unter anderem stand ein neuer Standort im Raum sowie die Verteilung der Buden im Stadtzentrum. Diese Optionen haben sich jedoch als nicht tauglich erwiesen. Mehrere Standbetreiber, unter anderem der für die Kinder attraktive Losverkauf, haben nach Angaben der Stadt in den vergangenen Tagen bereits abgesagt. Auch eine Veranstaltung mit Umzäunung, Zutrittskontrolle, Maskenpflicht und Überwachung durch Sicherheitskräfte kam nicht in Frage. „Da wäre keine Weihnachtsstimmung mehr spürbar“, sagte Hell. Auch in Kempten und Lindau sind die Weihnachtsmärkte abgesagt worden. Ende der Woche soll sich entscheiden, ob der Kaufbeurer Budenzauber stattfindet.

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