Günzacher Radsportclub Allgäu

Corona zum Trotz: Erste Termine für nächstes Jahr stehen

Erwin Haas auf dem Weg zu seinem nächsten Titel. Er wr der erfolgreichste Sportler des Radsportclubs Allgäu in diesem Jahr.

Erwin Haas auf dem Weg zu seinem nächsten Titel. Er wr der erfolgreichste Sportler des Radsportclubs Allgäu in diesem Jahr.

Bild: Marion Haas

Erwin Haas auf dem Weg zu seinem nächsten Titel. Er wr der erfolgreichste Sportler des Radsportclubs Allgäu in diesem Jahr.

Bild: Marion Haas

Verein legt drei Veranstaltungen fest. Woraus der Vorsitzende Zuversicht schöpft und warum das Jahr auch ohne großen Sport gar nicht so schlecht war.
Erwin Haas auf dem Weg zu seinem nächsten Titel. Er wr der erfolgreichste Sportler des Radsportclubs Allgäu in diesem Jahr.
Von Klaus Görig
13.12.2020 | Stand: 06:30 Uhr

In Zeiten, in denen wegen der Corona-Pandemie das öffentliche Leben immer mehr eingeschränkt wird, setzt der Radsportclub Allgäu mit Sitz in Günzach ein Zeichen der Hoffnung. „Wir gehen davon aus, dass die Veranstaltungen 2021 wieder wie geplant ablaufen können“, sagt Vorsitzender Klaus Görig. „Denn der Nachwuchs braucht die Rennen. Nur trainieren, aber die Kräfte im Wettkampf nicht messen zu können, ist nicht gut für die jungen Sportler..“ Der RC Allgäu veranstaltet nach Görigs Worten die meisten Nachwuchsrennen in Bayern auf der Straße.

So legt er auch gleich die geplanten Rennen vor: Samstag, 10. April, 20. Allgäuer Straßenpreis in Schweinlang; Samstag, 12. Juni, Radrennen in Pinswang in Kooperation mit dem SV Pinswang; Samstag, 18. September, sechstes Marktfest Kriterium in Obergünzburg mit dem TSV Obergünzburg.

Sponsoren halten treu die Stange

Für heuer waren drei Radrennen geplant: in Schweinlang und in Güzach sowie eines gemeinsam mit dem Sportverein Pinswang/Tirol. Die Anmeldungen liefen bereits. Doch dann kam Corona. Die Absagen hätten hohe Kosten verursacht, sagt Görig. „Trotzdem haben 2020 25 Firmen den RCA unterstützt, obwohl keine Rennen stattfanden, bei denen sie hätten für sich werben können“, dankt der Vorsitzende.

Das Training ging zunächst soweit wie möglich weiter, letztendlich gab es im Frühjahr keine Wettkämpfe mehr. Erst wieder ab Sommer waren einzelne Wettkämpfe mit Auflagen möglich. Am Ende waren es zwölf Sportler, die an insgesamt 32 Wettkämpfen teilnehmen konnten. Die Athleten erkämpften für den RC Allgäu 24 Podestplätze: bis 8. März zehn bei zwölf Wettkämpfen, dann zwischen dem 18. Juli und 20. November bei 20 Wettkämpfen nochmals 14. Insgesamt verbuchten die Sportler sechs erste sowie jeweils neun zweite und dritte Plätze. Erfreulich sei, dass fünf Podestplätze Nachwuchssportler belegten. Großer Dank gebühre Jürgen Hanshans, der zehn Sportlern den Trainingsplan schreibt.

Erwin Haas läuft von Gold zu Gold

Zu den Erfolgreichsten des Vereins gehört wieder einmal Erwin Haas. Der Skisportler wurde deutscher Meister mit den Skirollern, wurde Dritter bei den Winter World Games im Einzel und gewann bei dieser Veranstaltung mit Team Deutschland Gold. Insgesamt stand er zwölfmal auf dem Treppchen.

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„Es war eine tolle Saison“

Zu bewundern sei auch die Aktion von Melchior Müller, sagt Görig. Er fuhr mit seinem 24-Stunden-Mountainbike-Rennen daheim auf einer virtuellen schönen 20 Kilometer-Runde insgesamt 457 Kilometer. Die Spendenaktion dafür brachte für bedürftige Kinder am Ende 6207,60 Euro ein.

Gute Alternativen in ruhiger Zeit

Als Alternative zu den Wettkämpfen haben sich einige Aktive von den Jahren, in denen für sie immer der Wettkampf im Mittelpunkt stand, erholt oder ihre Verletzungen auskuriert. Andere haben umgesetzt, was sie schon lange machen wollten, zum Beispiel 400 Kilometer mit dem Rad zum Gardasee zu fahren oder zu einer Deutschland- oder großen Bergtour zu starten. Dennoch: „Nicht zu den Wettkämpfen fahren zu können oder als Veranstalter, Kampfrichter oder Anfeuerer den Sportlern des RC Allgäu nicht zuschauen zu dürfen, tat richtig weh. Ganz zu schweigen davon, den Siegern auf dem Podest nicht mehr gratulieren zu können“, beschreibt Görig.

Aber die Ruhe habe ihm gezeigt, dass es auch ohne „schneller, höher, weiter“ geht. So sei es schön gewesen zu sehen, dass im April „mehr Fahrräder auf der Straße waren als Autos. Ebenso schön war, dass wieder mehr Eltern mit ihren Kindern auf dem Rad oder zu Fuß oder mehr Jogger unterwegs waren.“

Nachwuchs fördern

Personell gab es in diesem Jahr auch Veränderungen. Zwei Nachwuchssportler schlossen sich dem Verein an. Görig freut sich, wenn weitere Talente kommen und beim RC Allgäu gefördert werden können. „Der Nachwuchs ist für jeden Sportverein wichtig und deren Förderung die eigentliche Aufgabe.“

„Leider gab es auch Abgänge“, bedauert Görig. Zu ihnen gehört Christine Dorer aus Memmingen. Sie kam 2017 nach Günzach und hatte sehr viele Erfolge für den RC Allgäu geholt. Sie nahm unter anderem in ganz Europa an Ironman Triathlons teil. „Sie zeigte unser Trikot mit den Allgäuer Bergen auf jedem Wettkampf und trug es bei allen Siegerehrungen 2020 – sogar auf den Bahamas. Sie stand fast bei jedem Rennen auf dem Podest.“ Christine Dorer wechselt zum TV Memmingen.

So optimistisch Görig ins neue Jahr geht, so wenig wehmütig klingt die Bilanz zum alten: „Wir gehen davon aus, dass 2020 für den Sport kein verlorenes Jahr war, eben nur eines ohne Vergleichswettkämpfe.“