Sicherheit beim Grillen

Das Rote Kreuz im Allgäu warnt: Benzin und Spiritus können beim Grillen tödlich sein

Brennender Grill

Das Rote Kreuz im Allgäu warnt: Mit Benzin und Spiritus bringt sich der Griller in Gefahr.

Bild: DSH (Archivbild)

Das Rote Kreuz im Allgäu warnt: Mit Benzin und Spiritus bringt sich der Griller in Gefahr.

Bild: DSH (Archivbild)

Grillen gehört zum Sommer wie die Sonne. Doch das BRK warnt vor gefährlichen Anzündern wie Spiritus und meterhohen Stichflammen. So versorgt man Brandwunden.
03.07.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Mal sind es kleine Verbrennungen durch Funkenflug, mal schwere Verletzungen: „Im Rettungsdienst haben wir jeden Sommer mit Fällen zu tun, bei denen sich Menschen beim Grillen schwer verletzt haben“, sagt der Allgäuer Peter Fraas, Rettungsdienstleiter beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK).

Fraas warnt vor Benzin und Spiritus als Grillanzünder. „Dabei kann es zu meterhohen Stichflammen kommen. Umstehende Personen werden dann vor allem an Oberkörper, Armen und Oberschenkeln verbrannt, bei Kindern ist häufig der Kopfbereich betroffen“, schildert er.

Heiße Gase können auch die Atemwege verbrennen

Durch das Einatmen der heißen Gase könne es auch zu Verbrennungen der Atemwege kommen. „Beides kann, je nach Schweregrad, lebensbedrohlich sein. Verwenden Sie nur feste Grillanzünder oder geeignete Pasten.“

Sollte es zu einer Brandverletzung kommen, rät Fraas:

  • Menschen, deren Kleidung brennt, aufhalten. Kleidung sofort mit Wasser übergießen, mit einer Decke löschen oder auf dem Boden wälzen. Auf keinen Fall Decke mit synthetischen Materialien verwenden. Diese verschmelzen mit der Haut. Heiße Stoffe, die unmittelbar auf die Haut gelangt sind, mit der Haut verklebte Kleidung oder in die Haut eingebrannte Materialien dürfen nicht entfernt werden. Dabei könnten Haut und Gewebe mitgerissen werden.
  • Verbrennungen im Gesicht mit feuchten Tüchern kühlen, dabei Atemwege freihalten.
  • Kleinflächige Verbrennungen (nicht größer als die Handfläche des Betroffenen) sofort zur Schmerzlinderung 10 bis 15 Minuten lang mit fließendem, handwarmem Wasser kühlen. Kein zu kaltes Wasser oder Eis verwenden. Das kann zu Unterkühlung und sogar Erfrierungen führen.
  • Ist dem Verletzten kalt, sofort mit dem Kühlen aufhören.
  • Nach dem Kühlen die Wunde mit sterilem Tuch leicht abdecken, eventuell einen Arzt aufsuchen.
  • Größere Brandwunden/Verbrennungen am Rumpf wegen Gefahr von Unterkühlung nicht kühlen. Arzt aufsuchen/Rettungsdienst rufen.
  • Sind mehr als fünf Prozent der Körperoberfläche verbrannt, Rettungsdienst unter Telefon 112 rufen. Faustregel: Handinnenfläche des Betroffenen entspricht einem Prozent der Körperoberfläche.
  • Nach Versorgung der Wunde die Beine des Betroffenen hochlagern, bis Rettungsdienst kommt.
  • Brandblasen nicht selbst öffnen, da dies das ungehinderte Eindringen von Keimen ermöglicht.
  • Bei Kreislaufproblemen des Betroffenen den Oberkörper hoch lagern und den Rettungsdienst unter Telefon 112 rufen.

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