Gemeindehaushalt 2021

"Der Haushalt ist eine runde Sache": Die Schulden sinken in Günzach (Ostallgäu), die Finanzlage ist gut

Foto zum Artikel GR-Sitzung Günzach

Die Zukunft des idyllisch gelegenen Finkenweihers in der Gemeinde Günzach war nun auch Thema im Gemeinderat.

Bild: Barbara Kettl-Römer

Die Zukunft des idyllisch gelegenen Finkenweihers in der Gemeinde Günzach war nun auch Thema im Gemeinderat.

Bild: Barbara Kettl-Römer

Die Haushaltslage in Günzach ist gut, die Verschuldung der Gemeinde im Günztal sinkt weiter. Ein aktuelles Thema im Ort ist aber der Erhalt des Finkenweihers.
03.05.2021 | Stand: 14:38 Uhr

„Das war einmal eine angenehme Haushaltssitzung“, freute sich die Günzacher Bürgermeisterin Wilma Hofer. In der Tat hatte Kämmerer Christoph Brenner fast nur positive Nachrichten im Gepäck: Die Ostallgäuer Gemeinde muss 2021 kein Darlehen aufnehmen. Außerdem können planmäßig weitere 96. 000 Euro an Schulden getilgt werden, sodass der Schuldenstand der Kommune erstmals seit 2011 wieder unter 2 Millionen Euro fallen wird. „Das ist alles eine runde Sache“, fasste der Kämmerer die Lage zusammen. Der voraussichtliche Schuldenabbau sei „ganz eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung“.

Was die Ursachen für die gute Finanzlage in Günzach sind

Wesentliche Ursachen für die gute Finanzlage sind, neben einer Rücklage aus dem Vorjahr, höhere Schlüsselzuweisungen (2021: 0,51 Millionen Euro, 2020: 0,3 Millionen Euro) sowie eine um 170.000 Euro niedrigere Umlage, die an den Landkreis zu zahlen ist. Die Konsolidierung geht nach den derzeitigen Plänen auch 2022 weiter. 2023 dürfte allerdings eine neue Darlehensaufnahme erforderlich werden, wenn wie vorgesehen das neue Feuerwehrhaus errichtet wird.

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Wofür Städte und Gemeinden ihr Geld ausgeben

Hier nochmals der Haushalt der Gemeinde Günzach im Überblick: Das Gesamtvolumen des Verwaltungshaushalts beträgt 2,8 Millionen Euro, der aktuelle Schuldenstand beträgt 2,082 Millionen Euro. Pro Kopf sind das 1455 Euro. Der prognostizierte Schuldenstand zum 31.Dezember 2021 liegt bei 1,986 Millionen Euro (pro Kopf: 1.388 Euro).

Eigentümer will Damm sanieren - um den Weiher zu erhalten

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Zukunft des Finkenweihers an der Aitranger Straße. Nachdem der Bewuchs auf dem Damm durch den neuen Eigentümer entfernt worden war, hatten einige Bürger befürchtet, der Weiher solle abgelassen werden. Die Bürgermeisterin sagte, aus ihrer Sicht sei die kahle Stelle zwar ein „etwas gewöhnungsbedürftiger Anblick“, die Rodung sei aber auf behördliche Anweisung erfolgt, um die Stabilität des Damms zu schützen.

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Woher Städte und Gemeinden ihr Geld bekommen

Der Eigentümer ist rechtlich eigentlich dazu verpflichtet, den Damm rückzubauen. Er möchte ihn aber sanieren, um den Weiher zu erhalten. Das wäre auch im Interesse der Gemeinde, sagte Wilma Hofer, weil der Finkenweiher im Hochwasserschutzkonzept eine Pufferfunktion übernehmen und zudem im Brandfall als wichtige Wasserentnahmestelle dienen könnte. Dafür muss aber zunächst die Dammstabilität untersucht werden, damit der Wasserrechtsbehörde ein entsprechendes Konzept zur Genehmigung vorgelegt werden kann.

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