Bayerischer Landtag unterwegs

Der Landtags-Truck in Marktoberdorf: Politiker mit umgebauten Wohnwagen auf Tour

Ins Gespräch mit den Bürgern kommen war ein Ziel: Hier Landtags-Vizepräsident Thomas Gehring in der Diskussion.

Ins Gespräch mit den Bürgern kommen war ein Ziel: Hier Landtags-Vizepräsident Thomas Gehring in der Diskussion.

Bild: Birte Mayer

Ins Gespräch mit den Bürgern kommen war ein Ziel: Hier Landtags-Vizepräsident Thomas Gehring in der Diskussion.

Bild: Birte Mayer

Der Landtags-Truck will das Gespräch zwischen den Bürgern und Politikern förden. Die Frage, die sich in Marktoberdorf stellt: Geht das Konzept auf?
##alternative##
Von Birte Mayer
09.10.2022 | Stand: 18:22 Uhr

Auf dem Marktoberdorfer Marktplatz bot sich am Samstag die Gelegenheit, Politik live zu erleben: Der Bayerische Landtag machte dort Station. Mit einem zu einem Bühnenfahrzeug umgebauten Airstream-Wohnwagen („LandTruck“). Landtagsvizepräsident Thomas Gehring (Grüne) und Abgeordnete aus der Region suchten den Austausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Nach Marktoberdorf fährt der Truck nach Nürnberg

Im Gespräch mit Moderatorin Doris Bimmer erklärte Thomas Gehring, welche Ziele der Landtag mit der Truck-Tour verfolge. „Es ist enorm wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, erklärte der Vizepräsident. Mit dieser Aktion möchte man zum einen für Demokratie werben und gleichzeitig die Arbeit des Landtags der Bevölkerung transparent machen. Seit Anfang des Jahres tourt der LandTruck durch Bayern (nächste Station ist Nürnberg). Gehrings Meinung nach sind persönliche Gespräche die Grundvoraussetzung für die Demokratie. Ebenfalls unverzichtbar sind in dieser Staatsform freie Meinungsäußerung und gegenseitig Respekt, so der Politiker weiter. „In der Demokratie muss man auch mal streiten, aber nie auf persönlicher Ebene“.

Landtags-Vize: Umstieg auf regenerative Energien

Auf die gegenwärtige Energiekrise angesprochen, antwortete Gehring, dass es für ihn unumgänglich sei, auf regenerative Energien umzusteigen. Dem pflichteten die anwesenden Abgeordneten uneingeschränkt bei. Unter ihnen Angelika Schorer (CSU), Christina Haubrich (Grüne), Bernhard Pohl (Freie Wähler), Dr. Simone Strohmayr (SPD) und Dr. Dominik Spitzer (FDP).

Ostallgäu weit vorn beim Biogas

Bei konkreten Lösungsansätzen gingen die Meinungen allerdings auseinander. Für Simone Strohmayr stand der Ausbau der Windkraftanlagen im Vordergrund. „Die Regierung muss den Bürgerinnen und Bürgern klar machen, dass es ohne Windkraft nicht geht“. Zeitgleich müsse der Netzausbau vorangetrieben werden, um die Speicherkapazitäten zu erhöhen. Angelika Schorer entgegnete, dass der Landkreis Ostallgäu diesbezüglich in den letzten Jahren bereits viel getan habe. Sowohl bei der Windkraft als auch bei Biogasanlagen sei das Ostallgäu vorne mit dabei.

Diskussion um den Ausbau der B12 im Ostallgäu

Ein weiterer Diskussionspunkt in der Runde war die Mobilität in der Region und hier insbesondere der Ausbau der B 12. In Bezug auf die Sicherheit waren sich alle einig, dass etwas getan werde müsse. Bernhard Pohl plädierte für einen „großen“, einer Autobahn ähnlichen, Ausbau. Dr. Dominik Spitzer könnte sich einen „Mittelweg“ vorstellen. „Vierspurig ja, den Mittelstreifen jedoch nicht so breit“. Prinzipiell stehe bei der Mobilität die CO2-Neutralität an oberster Stelle. Konkret sehen die Parteivertreterinnen und Parteivertreter die Lösung im Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, auch wenn dies im ländlichen Raum eine große Herausforderung darstelle. Strohmayr möchte auch das Radfahren attraktiver machen. Hier lobte sie ein Projekt der Stadt Kempten. Dort wird die Anschaffung eines Lastenfahrrads finanziell gefördert.

Nicht sehr viele kommen im Marktoberdorf zum Truck

Der Marktoberdorfer Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell machte dem Publikum deutlich, dass die Mandatsträger die Probleme nicht alleine lösen können– auch die Bevölkerung sei gefragt. Dem stimmte Besucherin Chrissi Myrtsidou-Jung zu. Sie sah den Kontakt zwischen Politik und Öffentlichkeit ebenfalls als wichtig an. „Nur miteinander sind gute Lösungen realisierbar“, sagte sie. Daher fand sie es schade, dass nicht mehr Bürgerinnen und Bürger den LandTruck besucht haben. Schließlich sei es eine gute Gelegenheit, um mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen.

Trotzdem: Landtags-Truck erreicht sein Ziel in Marktoberdorf

Regina Echtler nutzte das Angebot – sie suchte den persönlichen Kontakt mit Thomas Gehring. Ihrer Meinung nach müsste es vor Ort regelmäßig solche Aktionen geben. Trotz des einsetzenden Regens fanden nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung noch weitere Gespräche in kleiner Runde statt. Somit erreichte die Aktion in Marktoberdorf wohl das Ziel, das Landtagspräsidentin Ilse Aigner für die Tour mit dem Landtags-Truck ausgegeben hatte: Man wolle „eine mobile Bühne für die Demokratie“ schaffen.

Lesen Sie auch: