5000 mal im Ostallgäu Bäume bestiegen

Dieser Ehrenamtliche kümmert sich um sage und schreibe 450 Nistkästen

Bruno Elischer-Stefan Elischer    Bei Verwendung der Bilder, bitte die Fotografen abdrucken (stehen mit Sujets in den Dateinamen) und die Bilder nur für diesen LBV Artikel Baumanhängsel im Sulzschneider Forst verwenden.

Um Baumanhängsel wie diese im Sulzschneider Forst kümmerte sich Bruno Elischer in den vergangenen 15 Jahren.

Bild: Bruno Elischer-Stefan Elischer

Um Baumanhängsel wie diese im Sulzschneider Forst kümmerte sich Bruno Elischer in den vergangenen 15 Jahren.

Bild: Bruno Elischer-Stefan Elischer

Im Sulzschneider Forst sorgt sich Bruno Elischer seit 15 Jahren um Vögel und Fledermäuse. Doch nun hört er auf und sucht einen Nachfolger.
24.11.2021 | Stand: 14:21 Uhr

Wer hängt im Wald Nistkästen auf – und werden diese überhaupt gepflegt? Im Sulzschneider Forst werden sie das laut Landesbund für Vogelschutz (LBV). Allerdings sucht der LBV dafür nun neue ehrenamtliche Betreuer - weil der aktuelle, Bruno Elischer vom LBV, sein langjähriges Engagement im November dorf beendet hat.

Ein 1900 Hektar großes Waldgebiet zwischen Steinbach, Sulzschneid, Sameister und Seeg

Im Sulzschneider Forst (oder Steinbacher Wald, wie das Gebiet noch genannt wird) hängt eine große Kollektion, und das nicht erst seit gestern. Das 1900 Hektar große Gebiet erstreckt sich von Steinbach nach Sameister, in westlicher Richtung nach Seeg-Lobach und von Sulzschneid bis Senkele. Es handelt sich dabei um das Flora-Fauna-Habitat (FFH) Gebiet Sulzschneider Moore samt angrenzender Wälder des Staatsforstes.

Seit über 30 Jahren gibt es dort Vogel- und Fledermauskästen. Sie wurden erst Forstbediensteten, später von Ehrenamtlichen des LBV wie Thomas Schmid ausgebracht und betreut. Bei der jährlichen Betreuung werden die Kästen gereinigt, repariert und bei Bedarf ausgetauscht.

Holzernte und Windwurf sorgen immer wieder für die Zerstörung von Nistkästen

Durch Waldbau und Windwurf wurden im Laufe der vergangenen Jahre einige davon zerstört, umgehängt und neu ausgebracht. In Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten, Revier Sulzschneid, werden weitere Kästen, zum Beispiel für Siebenschläfer ausgebracht. Mittlerweile befinden sich in dem Teilgebiet 450 Ersatzquartiere für Vögel- und Fledermäuse.

Fast die Hälfte sind Fledermauskästen. Waldfledermäuse benötigen als Lebensraum strukturreiche Wälder mit standortgerechten älteren Höhlenbäumen, die ihnen als Tages- oder Winterquartier dienen. Dabei sollte das Angebot bei sieben bis zehn Höhlenbäumen pro Hektar Wald liegen. Durch das Ausbringen von Fledermausersatzquartieren kann das Defizit an geeignetem Höhlenangebot optimiert werden.

Brutkästen für Kleiber, Tagesquartiere für Fledermäuse, Nistkästen für Siebenschläfer und Hornissen

Die restlichen Kästen sind als Brutkästen für Vögel wie Kleiber und mehrere Meisen-Arten sowie Kleintiere im Frühling und Sommer, Schutz- und Schlafplätze im Herbst und Winter vorgesehen. Aber auch Siebenschläfer und Hornissen schätzen Nistkästen.

Vor 15 Jahren übernahm Bruno Elischer die ehrenamtliche Kontrolle und Reinigung der Kästen. Als früherer Steinbacher Volksschullehrer kannte Elischer das Gebiet sowie den damaligen Forstgebietsleiter Jürgen Sander. Die Zusammenarbeit klappte laut LBV sehr gut. Über die Jahre ging Bruno geschätzte 5.000-mal mit seiner Leiter die Bäume rauf und runter, um nach den Kästen zu sehen. Wie er erzählt, fiel er dabei nur einmal vom Leiter in den Lehenbach, ohne sich zu verletzen. Mittlerweile werden die Kästen auch per GPS erfasst.

Der Nistkästen-Pfleger stieg 5.000-mal hoch auf die Bäume - und fiel dabei nur einmal herunter

Diesen Monat hat Elischer seine Nistkästen-Betreuungstätigkeit aus Altersgründen beendet. Der LBV sucht nun nach Nachfolgern. Interessenten können sich bei Brigitte Kraft (LBV Schwaben) unter der Nummer 08331/9667712 melden.