Für mehr Ruhe an der Umgehungsstraße

Eine neue Chance für den Lärmschutzwall bei Marktoberdorf?

Baustelle Tunnel Bertoldshofen Zuleitung

Die Bewohner von Hausen (im Hintergrund) fordern seit Jahren einen Wall, der zwischen Tunnelausfahrt und Kreisverkehr entstehen soll.

Bild: Mathias Wild

Die Bewohner von Hausen (im Hintergrund) fordern seit Jahren einen Wall, der zwischen Tunnelausfahrt und Kreisverkehr entstehen soll.

Bild: Mathias Wild

Bisher scheiterte es am fehlenden Grundstück. Das will der betroffene Landwirt es nun abgeben. Welche Aussichten auf Erfolg Stadt und Bauamt dem Projekt geben.
17.08.2021 | Stand: 04:00 Uhr

Kehrtwende in Sachen Wall bei Hausen? Es scheint so. Eigentlich ist die Frist für eine Entscheidung seit zwei Jahren verstrichen. Nun aber sieht es so aus, als könnte sich das ändern und sich die Forderung der Bewohner des Örtchens doch erfüllen.

Vor fünf Jahren, als die Pläne für die Ortsumfahrung von Bertoldshofen in die finale Phase gingen, traten die Hausener erneut mit ihrem Begehren an die Öffentlichkeit: Umfahrung ja, aber nicht auf der vorgesehenen Trasse. Sie fürchten für sich nicht nur eine Verkehrsbelastung, sondern vor allem die Zerstörung des Geltnachtals. Ihr Vorstoß blieb ohne Erfolg. Die Umgehungsstraße wird trotzdem auf der geplanten Trasse gebaut.

Ortstermin mit Stadtrat von Marktoberdorf führt ins Leere

Später traten die Hausener erneut auf den Plan. Ein Lärmschutzwall sollte her. Es gab einen Ortstermin mit den Anwohnern, der Stadt, dem Stadtrat und Ralf Eisele vom Staatlichen Bauamt in Kempten mit anschließender Diskussion im Rathaus. Das Ergebnis: Laut Eisele werden alle Grenzwerte eingehalten, der Wall sei daher eine freiwillige Maßnahme, weil seine Funktion daher weniger dem Lärmschutz als mehr dem Sichtschutz diene. Zumal der Abschnitt zwischen nördlicher Tunnelausfahrt und Kreisel bei Hausen mit geräuschminderndem Asphalt belegt werden soll. Denn der Bau eines Walls war an einem fehlenden Grundstück gescheitert. Und einen Wall zu unterbrechen, mache überhaupt keinen Sinn, hieß es damals. Wenn kein Wall, dann wenigstens auf diesem Abschnitt nur Tempo 80 als Höchstgeschwindigkeit, forderten die Hausener.

Landwirt meldet sich im Bauamt von Marktoberdorf

Dem Landwirt, der das benötigte Grundstück bewirtschaftet, hat die Stadt eine alternative Fläche angeboten. Die hatte der Landwirt zwar als minderwertig abgelehnt, aber darüber gingen die Meinungen zwischen ihm und der Stadt weit auseinander. Inzwischen sei das angebotene Grundstück an einen anderen Landwirt vergeben, sagt Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig. Es schien alles festgefahren.

Nun aber, gut ein halbes Jahr vor der Eröffnung des Tunnels und damit der gesamten Umgehung, kommt wieder Bewegung ins Spiel. Der Landwirt will das Grundstück, das für einen Wall benötigt wird, abgeben. Das machte er im Gespräch mit dem städtischen Bauamt und mit unserer Zeitung deutlich. Er legt im Rahmen der Flurbereinigung seine Hoffnung auf ein für ihn besser geeignetes Gelände. Das Jetzige sei für ihn schwer zu bewirtschaften. Und für einen Wall sei das begehrte Grundstück ohnehin nicht geeignet gewesen, sagt er. Denn dort, wo der Wall angedacht war, verlaufen Abwasserrohre. Diese, so entgegnet Eisele, lägen dort nur zeitlich begrenzt und werden wieder ausgegraben. Sei seien als Entwässerung beim Tunnelbau nötig gewesen. Heißt: An den Rohren hing die Entscheidung für oder gegen einen Wall nicht.

Das Signal aus dem Rathaus Marktoberdorf ist eindeutig

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Überraschend ist hingegen für alle Beteiligten, dass der Landwirt nun das Grundstück hergibt. Das wiederum löst eine ganz neue Entwicklung aus: Es könnte doch noch einen Wall geben. Am Material soll es nicht scheitern, sagt Eisele mit Blick auf den Rückbau der Tunnelbaustelle. Um Näheres zu besprechen und die Möglichkeiten auszuloten, ob das Bauwerk tatsächlich errichtet werden kann, soll es einen Runden Tisch mit Stadt, Staatlichem Bauamt und dem Landwirt geben. Ein Termin steht noch nicht fest.

Klar sind dagegen die Signale. „Es wäre auch in unserem Sinn, wenn dort ein Wall hinkommt“, sagt Hannig. Und Eisele sagt: „Wir sperren uns nicht, das möglich zu machen.“ Die Entscheidung hängt vom Gespräch ab.