Schülerverkehr

Elterntaxis sorgen vor Schulzentrum in Marktoberdorf immer wieder für Chaos

Die sogenannten Elterntaxis können für Kinder zur Gefahr werden. Denn sie sorgen für ein hohes Verkehrsaufkommen vor den Schulen.

Die sogenannten Elterntaxis können für Kinder zur Gefahr werden. Denn sie sorgen für ein hohes Verkehrsaufkommen vor den Schulen.

Bild: Marijan Murat/dpa (Symbolbild)

Die sogenannten Elterntaxis können für Kinder zur Gefahr werden. Denn sie sorgen für ein hohes Verkehrsaufkommen vor den Schulen.

Bild: Marijan Murat/dpa (Symbolbild)

Immer wieder setzen Eltern in Marktoberdorf ihre Kinder vor Schulzentrum in zweiter Reihe ab. Das bringt Kinder in Gefahr. Was die Polizei tun will.
06.10.2021 | Stand: 18:14 Uhr

Unterschiedlicher könnten die Bewertungen nicht sein. Da heißt es auf der einen Seite: „An den ersten beiden Tagen volles Chaos“ am Schulzentrum in Marktoberdorf. Und auf der anderen Seite lautet das Urteil: „Völlig unproblematisch“ an der Ausweichschule von St. Martin am Modeon. Die Bilanz von Rudolf Stiening, dem Verkehrssicherheitsbeauftragten der Polizeiinspektion Marktoberdorf, zeigt deutlich auf, wo es gut läuft, und wo noch Nachholbedarf ist.

Elterntaxis so weit das Auge reicht

Am Mühlsteig ist es wie jedes Jahr zum Schuljahresbeginn: Elterntaxis so weit das Auge reicht. Stop and go habe dort geherrscht, sagt Stiening, wovon nicht nur die zahlreichen Privatwagen, sondern auch der Busverkehr betroffen war. Dabei wäre es eigentlich „nicht schlimm gewesen, wenn die neuen Schülerinnen und Schüler auch schon am ersten Tag mit dem Bus gefahren wären“. Wenn die Polizei die Eltern ermahnte, nicht im absoluten Halteverbot oder im Wendeplatz der Busse stehen zu bleiben und die Kinder abzusetzen, war die Antwort immer die selbe: „Ja schon, aber ich hab dich nur mal schnell...“

Inzwischen habe sich fast alles normalisiert. Dennoch werde die Polizei auch in den nächsten Wochen die Lage sondieren. Das grundsätzliche Problem bleibe, sagt Stiening. Es sei nun einmal gefährlich, die Kinder in zweiter Reihe abzusetzen und sie zwischen Fahrzeugen und Bussen durchlaufen zu lassen. Weil sich daran seit Jahren nichts bessert, überlegen Stadt und Polizei, wie am Schulzentrum für mehr Sicherheit gesorgt werden kann. Die Überlegungen seien weit fortgeschritten, sagt er, ohne ins Detail zu gehen. Denn die Lösungsvorschläge sind vielfältig.

Vor der Ausweichschule läuft es dagegen perfekt

Ganz anders sehe es an der Schwabenstraße aus, wo die Martinsschüler für die nächsten drei Jahre Quartier bezogen haben. Waren die meisten Kinder bisher Fußgänger, werden sie nun alle aufgrund des weiteren Weges zur Schule mit dem Bus heran kutschiert. Wer sein Kind dennoch selbst bringen will, fährt auf den großen Kiesparkplatz beim Modeon. „Eine perfekte Lösung“, urteilt Stiening. Sie ist das Ergebnis von mehreren intensiven Gesprächen mit Eltern und Schulleitung, mit Stadt und Polizei.

Schulrektor ist begeistert

Auch Rektor Jörg Schneider ist begeistert davon, wie gut es läuft. Denn am alten Standort in der Eberle-Kögl-Straße hatten Eltern immer wieder für chaotische und vor allem gefährliche Momente gesorgt. Das Rückwärtsausfahren auf die Bundesstraße gehörte da noch zu den harmlosen Schreckmomenten. Und nun: „Besser als gedacht.“ Auch bei den Bushaltestellen zur Schule wurde in Absprache mit der Stadt und dem Unternehmen RBA auf Elternwunsch nachjustiert. Inzwischen gibt es weitere Haltepunkte, die auf der Route der Busse liegen, sagt Schneider. Stiening nennt als Beispiel die Füssener Straße, wo die Kinder nicht mehr über die Straße zur Haltestelle laufen müssen, weil es nun auf beiden Straßen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten gibt.

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Quasi auf dem kleinen Dienstweg wurde ein anderes Problem beseitigt. Eine Haltestelle sollte in der Peter-Dörfler-Straße in die Nähe des Gulielminettiheims verlegt werden. Wegen einer Hecke war der Weg am vorgesehenen Standort zu schmal. Ein Gespräch mit dem Eigentümer, ein Griff zu Schere und schon war genug Platz für die Haltestelle. Für Schneider ein Idealfall.

Zugleich steht er in engem Kontakt mit der RBA, damit möglichst jedes Grundschulkind einen Sitzplatz bekommt. Das sei zwar zu Stoßzeiten nicht immer möglich, aber es werde versucht.

Besser besucht als bisher waren diesmal die Elternabende. „Da wollten viele Eltern wohl vor allem die neue Schule von innen sehen“, sagt Schneider mit einem Schmunzeln. Ihm ist der Zuspruch nur recht, kann er doch so seine Informationen auf direktem Weg anbringen – auch die zur Schulwegsicherheit. Dass sich die Eltern solche Gespräche durchaus zu Herzen nehmen, bestätigt Stiening. „Früher haben wir häufig gesehen, dass Kinder zwischen den Sitzen standen. Mittlerweile haben wir fast keine Verstöße mehr gegen die Anschnallpflicht. Das ist eine sehr schöne Entwicklung.“ Auch seien die Autofahrer vor den Schulen disziplinierter. Die Geschwindigkeitstafeln zeigten dort ebenso Wirkung wie die Präsenz eines Polizeibeamten am Straßenrand.

Polizei in Marktoberdorf sucht Eltern für Aufsicht

Trotzdem sind Haltestellen, an denen viele Kinder warten, ein neuralgischer Punkt. Zu groß ist die Verlockung, morgens vor dem Unterricht noch einmal zu toben. Deshalb sucht Norbert Schwarzwalder, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, nach wie vor Eltern, die die Haltestellenaufsicht übernehmen. „Wenn sich genug melden, hat man nicht so oft Dienst“, warb er am Tag der Einschulung um Mithilfe. Schließlich gehe es um die Sicherheit auch der eigenen Kinder.

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