Geplante Bauvorhaben für 2021

Zwei größere Investitionen: Gemeinde Wald muss in die Rücklagen greifen

Der Dorfladen in Wald soll umgebaut und saniert werden. Dafür muss die Gemeinde ordentlich investieren, bekommt aber auch Fördermittel vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben.

Der Dorfladen in Wald soll umgebaut und saniert werden. Dafür muss die Gemeinde ordentlich investieren, bekommt aber auch Fördermittel vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben.

Bild: Heinz Budjarek (Archivbild)

Der Dorfladen in Wald soll umgebaut und saniert werden. Dafür muss die Gemeinde ordentlich investieren, bekommt aber auch Fördermittel vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben.

Bild: Heinz Budjarek (Archivbild)

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wald wurde der Haushaltsplan 2021 vorgestellt. Vor allem wegen zwei Investitionen müssen die Rücklagen herhalten.
15.04.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Der Dorfladen in Wald wird die größte Investition, die die Gemeinde im Jahr 2021 zu stemmen hat. Das stellte Kämmerer Armin Ott den Gemeinderatsmitgliedern in der Veranstaltungshalle WaldHalla am vergangenen Montagabend vor. Wie aus dem Haushaltsplan hervorgeht, sind für den Kauf des Grundstücks mit dem bestehenden Gebäude in der Nesselwanger Straße 200.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen weitere 480.000 Euro für den Umbau und die Sanierung. Gefördert werden die Maßnahmen vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben, sagt Ott. Erste Zuschüsse in Höhe von 65.000 Euro sollen aber erst 2022 fließen. Im darauffolgenden Jahr soll es weitere 310.000 Euro aus den Mitteln für Dorferneuerung geben.

Neuer Dorfladen und Breitbandausbau als größte Investitionen

Nachdem die bisherige Betreiberfamilie Rehle den Betrieb des Ladens aufgegeben hat, will die Gemeinde Wald mit dem sanierten Dorfladen die Nahversorgung sicherstellen. Doch nicht nur in die Nahversorgung, auch in den Breitbandausbau wird in Wald investiert. Mit weiteren eingeplanten 294.000 Euro. „Dafür werden in diesem Jahr 78.350 Euro an Fördermitteln erwartet und 156.000 Euro im nächsten Jahr“, stellt Ott dem Gemeinderat vor. „Baumaßnahmen sind heuer ein großer Brocken“, sagt Ott. (Lesen Sie auch: Die Gemeinde Kraftisried investiert kräftig - denn sie kann es sich leisten)

Schulgebäude sanieren und Sportplatz trocken legen

Denn auf dem Plan steht zudem die energetische Sanierung des Schulgebäudes mit 175.000 Euro. Für diese soll der Staat 70.000 Euro zuschießen. Weitere 60.000 Euro sollen dann 2022 kommen. Um den Sportplatz trockenzulegen, gehen laut Ott 30 000 Euro an den Sportverein. Ebenfalls 30.000 Euro sind für Verbesserungen an Gemeindestraßen vorgesehen. 37 500 Euro Restkaufpreis investiert die Gemeinde zudem in das neue Kommunalfahrzeug, allerdings sei auch eine Ablösesumme für das Vorgängermodell von 5.000 Euro zu erwarten.

Auch am Walder Pumpenhaus gibt es Verbesserungsbedarf, der zu Buche schlägt. Ein Probennehmer, ein neuer Durchlaufmesser und Sanierungen am Gebäude kosten insgesamt 35.000 Euro. Weitere 40.000 Euro Planungskosten will die Gemeinde in das Dorfgemeinschaftshaus stecken, das in den kommenden Jahren errichtet werden soll. Der Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2023. (Lesen Sie auch: Thema mit ordentlich Zündstoff: Energieversorgung der Grundschule St. Martin steht fest)

Gemeinde muss in die Rücklagen greifen

Außerdem würden Sicherheitsprüfungen bei den Dämmen der Walder Weiher notwendig. „Diese Maßnahme war schon 2020 vorgesehen, es wurden aber nur Vorarbeiten erledigt“, sagt Armin Ott. „Deshalb sind heuer nochmals 30 000 Euro dafür eingeplant. Auch die Kiesgrube im Ortsteil Kippach soll erweitert werden, wofür 10.000 Euro im Haushaltsplan vorgesehen sind. Die geplanten Gesamtausgaben der Gemeinde Wald für das Jahr 2021 belaufen sich auf 1.540.000 Euro.

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Kirchen müssen auf zugesagte Zuschüsse der Gemeinde warten

Um diese zu finanzieren, werden unter anderem 640.900 Euro aus den Rücklagen der Gemeinde entnommen. „Bei den Rücklagen müssen wir heuer tief reingreifen“, sagt Ott. „Die allgemeine Rücklage geht auf knapp 89.000 Euro zurück. Das ist weniger, als ich mir gewünscht hätte“, so der Kämmerer. Zur weiteren Finanzierung der Investitionen plant die Gemeinde zudem eine Kreditaufnahme von 300.000 Euro. „Allerdings waren die tatsächlichen Kreditaufnahmen im Vorjahr auch um 200.000 Euro niedriger als zunächst geplant“, sagt Ott.

Haushaltsplan einstimmig zugestimmt

194.450 Euro sollen aus dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden, 30.000 Euro sollen mit Rückflüssen von Darlehen, 45.000 Euro mit Veräußerungen von Anlagevermögen, 42.000 Euro mit Beiträgen und ähnlichen Entgelten sowie 287.650 Euro mit Zuschüssen für Investitionen gedeckt werden. Die anwesenden Gemeinderäte stimmten dem Haushaltsplan ohne Einwände einstimmig zu. „Dann hoffen wir, dass wir wieder gut durchs Jahr kommen“, sagte Bürgermeisterin Johanna Purschke zum Ende der öffentlichen Sitzung.

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