Wintersport im Ostallgäu

Ist der Skilift in Ronsberg in Gefahr?

Das waren noch Zeiten, anno 2018, als dieses Foto am Ronsberger Skilift entstand. Es gab nicht nur genügend Schnee, sondern auch keinen Lockdown. Die Ronsberger und ihre Gäste teils von weit her genossen die Winterfreude des Skifahrens.

Das waren noch Zeiten, anno 2018, als dieses Foto am Ronsberger Skilift entstand. Es gab nicht nur genügend Schnee, sondern auch keinen Lockdown. Die Ronsberger und ihre Gäste teils von weit her genossen die Winterfreude des Skifahrens.

Bild: Peter Roth

Das waren noch Zeiten, anno 2018, als dieses Foto am Ronsberger Skilift entstand. Es gab nicht nur genügend Schnee, sondern auch keinen Lockdown. Die Ronsberger und ihre Gäste teils von weit her genossen die Winterfreude des Skifahrens.

Bild: Peter Roth

Die Kasse ist leer und es werden dringend Sponsoren gesucht. Wie Ostallgäuer Liftbetreiber mit der Lockdown-Situation umgehen und ein Bäcker hilft.
01.02.2021 | Stand: 15:21 Uhr

Werner Bürgel macht sich große Sorgen. „Wenn der Skilift in Ronsberg mal weg ist, dann ist er weg“, sagt er. Die Kasse der GmbH &Co. KG, die den kleinen Lift betreibt, ist leer. „Aber die Betriebskosten laufen weiter“, sagt Bürgel als Handlungsbevollmächtigter der GmbH. Schon 2020 sei wetterbedingt nichts los gewesen. Und heuer darf der Lift wegen Corona nicht in Betrieb genommen werden. Bei Fördermöglichkeiten falle die Ronsberger Anlage durchs Raster, weil sie zu klein ist. Jetzt hofft er auf Sponsoren.

Ein kleiner Anfang sei schon gemacht, sagt Bürgel. Jugendliche hätten in Geschäften Spendenkassen aufgestellt. Und die örtliche Bäckerei stiftet vom 1. bis 7. Februar von jedem verkauften Faschingskrapfen 30 Cent für den Erhalt des Skilifts. „Der Skilift ist sehr beliebt“, sagt Bürgel weiter. Es sei gut für die Dorfbewohner, aber auch für viele weitere Sportfreunde aus dem Umland und fördere den Skifahrer-Nachwuchs. Er hofft daher, den Sponsorenkreis erweitern zu können. Die fast 4800 Euro an Kosten, die pro Jahr anfallen, ob der Lift läuft oder nicht, müssten erst einmal aufgebracht werden. „Der Idealfall ist, wenn der Lift sechs Wochen in Betrieb ist.“ Heuer seien es null Tage. Dafür sei der Hang fleißig als Rodelhang genutzt worden. Die aufgestellte Spendenkasse dort sei allerdings fast leer geblieben.

Vom TSV wird der Skilift in Leuterschach betrieben. Wie Abteilungsleiterin Michaela Weiner sagt, sei der Lift auch heuer aufgebaut worden, „in der Hoffnung, dass er doch noch laufen könnte“. Das sei jetzt nicht der Fall. Aber die Existenz des Lifts sei nicht in Gefahr, schließlich stehe der ganze TSV dahinter. Sie hätte es gut gefunden, wenn der Lift – wie andernorts teil geschehen – an Familien hätte vermietet werden dürfen. Das sei in Bayern ja leider nicht erlaubt. Als Glück bezeichnet es Weiner, dass wenigsten das Loipengerät eingesetzt werden konnte und so den Wintersportlern die Gelegenheit zum Langlaufen und Skaten geboten war. Das sei sehr gut angenommen worden. Erstmals sei situationsbedingt eine Spendenkasse an der Loipe aufgestellt gewesen. Ob etwas eingegangen sei, stelle sich noch heraus.

Dauerkarten sichern Einnahmen

In Vereinshand ist auch der Skilift in Bidingen. Auch er wurde für den Fall des Falles, dass geöffnet werden dürfte, aufgestellt. Aber auch in Bidingen steht der Lift still. Allerdings sind die anfallenden Kosten durch ein Modell gesichert, das eingeführt wurde, als der Lift vor ein paar Jahren beinahe vor dem Aus geständen hätte. Wie Stefan Mariner als einer der Betriebsleiter des Lifts sagt, gibt es in Bidingen jedes Jahr 40 Käufer von Dauerkarten. Mit dem Erlös daraus könnten die anfallenden Kosten in der Regel gedeckt werden. Weil heuer der Lift aber gar nicht laufen dürfe, wurde der Dauerkartenbeitrag diesmal halbiert. In finanzielle Nöte komme der Lift aber nicht. Kreativ genutzt haben heuer vor allen die Kinder den Skihang: Sie sind mit Skiern hochgelaufen und runterfahren, seien gerodelt oder hätten sogar eine kleine Skischanze gebaut.